Manche Jahre sind leicht zu erzählen, andere nicht. 2025 gehört definitiv zu den herausfordernden Jahren. So viel ist gleichzeitig passiert: Insel und Großstadt, Abschied und Ankommen, Freude und Verlust. Ich merke, dass meine gewohnte Erzählweise diesem Jahr nicht gerecht wird. Deshalb wähle ich eine Liste, um die vielen Facetten zusammenzufassen. Inspiriert von den „100 Dinge“-Rückblicken von Anna Koschinski, Maren Martschenko und Austin Kleon finde ich diesen Ansatz besonders passend für meine Erfahrungen in diesem Jahr.
Jahresrückblick 2025 in 100 Punkten
- Das Jahr 2025 beginnt auf Amrum. Silvester habe ich kontemplativ in meiner Wohnung verbracht und geräuchert. Dazu gab es Kartoffelchips mit Kaviar und Crème fraîche, dazu alkoholfreien Sekt. Den Tipp hatte mir Christine geschickt; ich fand das sehr edel und besonders.
- 2025 ist mein drittes alkoholfreies Jahr. 2023 begann es mit einem Dry January, der mich so überzeugte, dass ich dabei blieb. Es gibt immer noch Events, die ich früher als früher verlasse, wenn der Pegel steigt und das Nivau nicht. Oder ich besuche sie erst gar nicht.
- Im Januar entsteht ein schönes Visionboard im Abend-Workshop von Christiane. Ich mag diese Kreativausbrüche mit einfühlsamer Moderation.
- Solange ich auf Amrum wohne, fahre ich in den Urlaub nach Hause, nach Hamburg. Ich schaffe es nur nicht, den Urlaub dort als solchen zu empfinden und räume stattdessen meist auf. Das würde ich rückblickend anders handhaben.
- Als Insulanerin packe ich meine Arzt- und Behandlertermine in ein enges Zeitfenster und fahre dafür aufs Festland. Zusätzlich zum Urlaub habe ich zwei Arzttage pro Jahr.
- Für jeden Besuch in Hamburg oder bei meiner Mutter muss ich richtig viel Zeit einplanen; allein zwei Stunden dauert die Fährüberfahrt aufs Festland. Dafür gibt es auf dem Schiff feine Kartöffelchen.

- Das Leben in einer Dachwohnung bei schlecht isoliertem Fußboden mit hellhöriger Unterbarin ist eine Herausforderung besonderer Art. Es gelingt uns nach und nach eine Annäherung, indem wir reden und ich nur dann staubsauge, während sie Dienst hat.
- Eine Gemeinschafts-Waschmaschine ist eine weitere Prüfung. Ich beobachte, wann die Maschine weniger frequentiert ist, und setze mir Termine in den Kalender.
- Dachfenster in alle Himmelsrichtungen sind ein echtes Geschenk. Ich sehe Sonnenaufgänge, Sonnenuntergänge, den Sternenhimmel und Polarlichter.

- Ich lebe das erste Mal seit Annes Geburt im August 2002 allein. Ich kann es noch, das finde ich ganz prima, und freue mich umso mehr, wenn Anne mich besuchen kommt.

- Auf Amrum lebe ich in Norddorf. Mit seiner Dorfwiese, dem Kinovorplatz und dem Pavillon des Hotels Hüttmann erinnert es mich an den Film-Ort Stars Hollow aus der Serie Gilmore Girls.

- Die kurzen Zeiträume, die ich in Hamburg und Nordhessen verbringe, erhöhen die Zeitqualität. Ich plane im voraus und verschiebe nichts auf irgendwann. „Man könnte ja demnächst mal“ funktioniert bei diesen Strecken nicht. Diese Erkenntnis finde ich äußerst wertvoll und behalte die Strategie bei. Abgesehen davon wird frau ja nicht jünger.
- Ich kann den Schnee in Nordhessen genießen. Wie schön die Landschaft dort ist, sehe ich jetzt als Erwachsene mit großen zeitlichem Abstand zur Schulzeit, in der ich nur weg wollte. Damals empfand ich es als provinziell und peinlich, dort zu leben; ich wollte immer in die Stadt.

- Meine Freundin Heike wohnt zu meiner Freude wieder dort. Sie war lange weg, aus dem Ort und aus meinem Leben. Jetzt ist sie wieder da, und das ist schön. Wann immer möglich, sehen wir uns, wenn ich da bin.
- Ein ums andere Mal stelle ich fest, wie wacker und senkrecht sich meine Mutter hält. Es ist wirklich nicht zum Besten um ihre Gesundheit bestellt, und sie trotzt allem, was sie umwerfen will.

- Nie in meinem Leben fotografiere ich so viele unglaubliche Himmelsspektakel wie in 2025 – der Himmel über Amrum ist einfach etwas ganz Besonderes!
- Meine erste Robbenbegegnung habe ich gleich im Januar; ich umrunde die Odde, Amrums Nordspitze, und dort liegt ein freundliches Exemplar am Wassersaum zwischen Kormoranen und Möwen.

- Bei meinen langen Wanderungen an freien Tagen stelle ich fest, dass meine Füße nach zehn und mehr Kilometern beginnen, so richtig glücklich zu sein. Ich fühle mich dann so frei, die Füße sind in den Schuhen unbeschwert und unternehmungslustig. Schwierig zu beschreiben, wundervoll zu fühlen!
- Ich lerne die Inselärztinnen und -ärzte besser und früher kennen, als ich mir das gewünscht hätte. Dazu ist die Praxis an der Mühle in Nebel hübsch gelegen, hübsch ausgestattet, und sie hat einen sehr heimeligen kleinen Garten.
- Direkt neben der Praxis entdecke ich, als ich länger auf den Bus warten muss, den Friedhof der Namenlosen. Ich mag es, dass dort Ertrunkenen ein würdevoller Platz gegeben wird.

- Mein Neinachtskalender lief von 2022 bis 2024. In den ersten beiden Jahren schloss sich ein Minikurs Dein bestes JA(hr) daran an. In 2025 hadere ich damit, weil ich es bei der vielen Arbeit nicht ordentlich bedienen kann. Und lasse es sein. Ich will nur liefern, wenn ich liefern kann. Halbherziges mag ich nicht.
- Ich bin im Februar ziemlich bettlägerig. Jedes Mal, wenn ich vom Arzt komme, habe ich wieder Fieber, weil ich per Bus hin- und zurück reise, teilweise lange warten muss und mich das übermäßig anstrengt.
- Was ich immer kann, wenn ich nicht fiebere oder schlafe, ist Bloggen. In The Content Society findet im Februar wieder eine Blogdekade statt, bei der ich mitmache. Zehn Tage Intensivbloggen. Morgens ein Ideengewitter, bei dem alle Beteiligten ihre Ideen in den Ring werfen, und dann schreiben. Ich habe schon bei einigen Blogdekaden mitgemacht und nutze auch dieses Mal alle zehn Tage, um jeweils einen Artikel zu veröffentlichen. Meine recht neue Kategorie Körperliebe kann noch ein paar Artikel vertragen, und nun ist sie ein Stück reicher.
- Kaum melde ich mich wieder gesund, werde ich zum Chef einbestellt. Ich habe kein gutes Gefühl. Und tatsächlich: Ich verliere meine Anstellung auf Amrum, damit muss ich auch die Dienstwohnung räumen. Nach kurzem Hin und Her (äußerlich; im Hintergrund laufen tausend Bewerbungen) ziehe ich in einen Wohnwagen und arbeite auf dem Campingplatz.
- Im wunderschönen Dünencamp arbeite ich montags und dienstags im Shop, das mag ich. Morgens gehe ich als erstes in die Backstube und backe täglich größer werdende Mengen von Brötchen und Croissants. Es geht langsam auf die Saison zu, und im Mai sind ein paar Feiertagswochenenden.

- Anne wird unerwartet und für sie auch völlig unpassend schwanger. Sie ist am Anfang ihres dritten Ausbildungsjahres und wird Mutter. Ich soll Großmutter werden. So alt bin ich doch noch gar nicht! Oder doch? Und wann passt es jemals mit einer Schwangerschaft? Es fühlt sich komplett surreal an, und doch ist es eine Tatsache, mit der wir uns befassen müssen. Ein Arbeitstitel ist auf jeden Fall schon da: Joachim ist jetzt immer dabei!
- Existenzielle Entscheidungen wollen getroffen werden, in rasender Folge: Amrum, should I stay or should I go? Ich glaube, wäre die erste Beschäftigung von Dauer gewesen und ich damit einigermaßen angekommen, hätte ich länger nachdenken müssen, ob ich wieder nach Hamburg zurückgehe. Mit Annes Schwangerschaft und meinem Bedürfnis, sie zu unterstützen, wird die krampfhafte Suche absurd und ich entscheide mich dafür, die Amrum-Zeit zu beenden.
- Trotz aller Einschränkungen und Befindlichkeitsstörungen ist Anne bei allen Umzugssequenzen auf der Insel parat. Sie unterstützt mich mit ihrer liebevollen Anwesenheit und ihrer Hilfe, soweit sie ihr körperlich möglich ist.
- Ich gehe zurück nach Hamburg, das ist sehr aufwendig und logistisch fordernd. Und irgendwann abgeschlossen.
- Das Ankommen in Hamburg ist nicht einfach, weil das Haus voller geworden ist und mein Gepäck sich seit dem Auszug heimlich vermehrt hat. Wir tun, was wir können.

- Das Haus in Hamburg kostet. Ein Verkauf oder eine komplette Vermietung standen nicht zur Diskussion, als ich nach Amrum ging. Anne bleibt ja da, und alles ist bei meinem Amrum-Start zu vage. Wenn ich sicher bin, können wir darüber immer noch nachdenken. Wir versuchen es mit Mitbewohnerinnen. Nr. 1 wohnt von Oktober bis Weihnachten 2024 bei uns, Nr. 2 von April bis Juni. Ich kündige Nr. 2 vorzeitig, weil sie ein abstoßendes Food Management hat, um es freundlich zu sagen. Es stinkt im Haus, seit sie bei uns wohnt, und alle Hinweise auf Haltbarkeit, Lagerungsbedingungen und Kompostierungsbeginn verlaufen folgenlos. Gesamt-Fazit: Das Haus ist zu offen, und Mitbewohnerinnen oder Untermieterinnen müssen durch die räumliche Aufteilung mehr in unseren Privatbereich vordringen, als für alle angenehm ist. Machen wir nicht wieder. Oder nur, wenn wir die andere Person mit ihren Gewohnheiten vorher gut kennen.
- Ich buche die Fastenzeit-Begleitung von barfuss+wild, die Eremos-Wochen. Eine spirituelle Reise zu mir selbst startet am Aschermittwoch. Der Schock von Arbeitsplatz- und Wohnungsverlust reißt mich ziemlich runter, und ich bin irgendwann nicht mehr so ganz dabei. Ich könnte das gesamte Fastenprogramm noch bis Oktober mitmachen, so ist es angelegt. Schaffe ich nicht, das aktuelle Geschehen mit Umzügen, angehender Großmutterschaft und die Komplikationen durch und um Annes Schwangerschaft absorbieren mich. Das nehme ich bedauernd an und beschließe, in 2026 einen neuen Anlauf zu unternehmen.
- Spiritualität ist in 2025 ein größeres Thema als je zuvor. Amrum macht mich durchlässig. Es lenkt dort nicht so vieles von meiner eigenen inneren Reise ab. In meiner Freizeit erlebe ich die Natur als meinen Tempel und mich selbst in Dankbarkeit für all diese wilde und launische Schönheit um mich herum.

- Durch Marita werde ich auf Tina Maria Werner aufmerksam und sehe mir an, was meine Seele von mir will. Ich lerne bei Tina Marias Geburtstagsworkshop IDBM2025 in Dinkelsbühl Menschen kennen, von denen ich mich angenommen fühle. Dieses ganz besondere Geschenk genieße ich sehr.

- Und weil Dinkelsbühl gar nicht weit entfernt von Ansbach ist, wo meine Freundin Petra wohnt, fahre ich dort auch noch für einen Tag hin. Eine Teilnehmerin vom Workshop, Angela, die ich frage, ob sie mich zur nächsten Regionalbahn mitnehmen kann, fährt mich spontan ganz nach Ansbach, und weil wir im Auto so intensiv reden, gehen wir da noch in eine Eisdiele und ratschen, bis sie von ihrer Familie vermisst gemeldet wird. So ungefähr.
- Petra und ich kennen uns über ein Frauenforum, sind seit -zig Jahren verbunden, wissen vieles voneinander. Und sehen uns im Juli 2025 zum ersten Mal. Das ist vielleicht ein Hallo! Und sehr innig und schön! Petra will mir alles zeigen, unter anderem Störche und einen wunderschönen Weg, auf dem ich die Wilde Karde kennenlerne, eine sehr besondere Pflanze.


- Meine Ohren sind überwiegend noch recht gut, nur beim Sprachverstehen bin ich unsicher. Eine Schlüsselszene macht mich besonders nachdenklich: Meine Freundin Anja und ich sprachen über meine Amrum-Pläne. Sie berichtete, ein Freund führe jedes Jahr auf die Insel und brächte ihr aus dem Urlaub jedes Mal Honig für die Amseln mit. Ich zeigte mich vollkommen verständnislos. Was wollen Amseln mit Honig? Sie fragte nach, ob ich nicht richtig verstanden hätte. To make a long story short: Bei dem Mitbringsel handelte es sich um Honig von Amrum! Kreisch! Ich entscheide, meine Ohren bieten genug Handlungsbedarf, zumal ich weiß, dass das Gehirn Geräusche verlernt, die es nicht mehr hört, und das ist auch nicht mehr reinzuholen.
- Ich starte auf Amrum den Hörgeräte-Test, Runde 1: In der Kurklinik ist es laut, lauter, am lautesten. Die Geräusche, die mich umtosen, muss ich nicht noch verstärken. In der Freizeit bin ich üblicherweise allein und brauche dafür keine Hörgeräte. Ich lasse sie meist liegen und nutze sie nur in Gesprächssituationen. Das frustriert mich und ist keine Basis für eine so weitreichende Entscheidung.
- Auf dem Campingplatz im Shop starte ich Runde 2 des Hörgeräte-Tests. Ich rede den ganzen Tag mit der Kundschaft, da müsste es doch eigentlich gut funktionieren. Tatsächlich ist es besser. Blöd nur, dass ich noch nicht weiß, wie ich mich und die Geräte auf anspruchsvolle Hörsituationen einstellen kann. Wenn ich allein im Gebäude bin, höre ich nur noch knarzenden Fußboden, knackende und rauschende Großgeräte, entfernt klappende Türen. Unheimlich. Ich kann ja nicht spontan zum Hörgeräte-Akustiker, da war doch was mit der Fähre. In Hamburg will ich es dann endgültig angehen.
- Hörgeräte, Runde 3: Zurück in Hamburg bin ich sehr motiviert, den Umgang mit meiner Hörlösung zu lernen, und siehe da, es macht sich. Zum Akustiker in Blankenese komme ich schnell mit Bus und Bahn oder zu Fuß. Aktuell teste ich ein akkubetriebenes Gerät, dessen Klang ich mag. Nichts kann mich zurückhalten. Wenn mein Enkelkind brüllt, reiße ich mir schnell die Geräte raus oder reduziere die Lautstärke stark. Und auch ein sehr aggressiver bakterieller Atemwegsinfekt bringt mich nicht davon ab. Ich muss über sechs Wochen aussetzen, weil mein Mittelohr mir bizarre Klangeindrücke beschert. Dann geht es wieder, und ich arbeite mich engmaschig mit dem Hörgeräte-Akustiker an mein immer besser werdendes Hörerlebnis heran. Ich WILL gut hören! Und das gelingt mir auch. Nun habe ich auch ein KIND im Ohr!

- Beim Amt Föhr-Amrum habe ich mich der Standesbeamtin als Freie Hochzeitsrednerin vorgestellt. Kurz darauf kommt auf diesem Weg eine Anfrage: Ein Paar, das nach 40 Jahren sein Ehegelübde erneuern will; ich bin entzückt! Ich komme ihnen preislich sehr entgegen, weil ich so große Lust darauf habe, die beiden zu begleiten. Am Ende muss ich absagen, weil ihr Termin so dicht an Joachims Geburtstermin liegt. Letztendlich bin ich auch aus gesundheitlichen Gründen erleichtert: Sie wollen auf dem Leuchtturm heiraten, und für die 297 Stufen sind meine Knie nicht heil genug.
- Während ich auf dem Campingplatz arbeite, bin ich mehr in Hamburg als auf Amrum. Ich fühle mich seltsam beklommen im dünnwandigen Wohnwagen, Seite an Seite mit Kolleginnen und ständig wechselnden Gäste-Campern. Meist arbeite ich am Montag und Dienstag und fahre am Mittwoch nach Hamburg. So verbinde ich Inselleben mit Großstadtmöglichkeiten. Bahnfahren mag ich grundsätzlich, nur die Hauptsaison mag ich mir nicht vorstellen.
- In Hamburg nehme ich Arzttermine wahr und treffe mich mit Freundinnen, da hat sich ein Rückstand angesammelt.
- Als feststeht, dass ich Amrum verlasse, will ich die Insel noch so lange genießen wie möglich. Und mich mit Doris, Petra, Jörg treffen, jeweils einzeln. Mit allen, die mir lieb geworden sind, zelebriere ich einen eigenen, uns entsprechenden Abschiedsabend. Auch mit meinen Kolleginnen in der Kurklinik komme ich zu einem letzten Schnack zusammen.
- Es bestätigt sich auch in 2025 mal wieder, Pläne nicht zu weit hinauszuschieben. Einige meiner Lieben wollen mich unbedingt auf Amrum besuchen, und weil das Ende so spontan und plötzlich da ist, schafft es in der kurzen Zeit noch eine, die sich sowieso schon eingebucht hatte. Da konnte ich mein Beschäftigungsende und meinen Umzug noch entsprechend terminieren.

- Mein getreuer Laptop stürzt mir vom Rednerpult, als ich eine Hochzeitsrede zur Probe halte. Ein lebenswichtiges Teil ist abgebrochen, so dass es eine Frage der Zeit ist, wann er die Grätsche macht. Ich teste neue Geräte. Dabei bin ich eine Prinzessin auf der Erbse. Er muss eine bestimmte Haptik haben, die Tastatur braucht eine bestimmte, nur marginal verhandelbare Ordnung, und die Tasten dürfen nicht klappern. Aus Versehen wird meinem IT-Menschen ein blaues Gerät geliefert statt des gewünschten schwarzen. Ich beäuge es misstrauisch und gehe schockverliebt mit meinem metallicblauen, frisch eingerichteten Laptop wieder nach Hause.
- Ich lasse meine Knie untersuchen. Nicht so schön, ich habe endgradige Arthrose und rechts einen vollständigen Meniskusriss. Davon merke ich einiges. Den Meniskus lasse ich wahrscheinlich instandsetzen, für die Knie und die Stabilität der Hüften trainiere ich sehr ehrgeizig.
- Sofort nach meiner Rückkehr nach Hamburg (15. Juni) bin ich bei Kieser (am 17. Juni). Ich liebe das Studio in Altona und das Training an sich. Nach Möglichkeit bin ich zwei- bis drei Mal pro Woche dort und genieße das Gefühl, wie die Kraft in mich strömt.
- Vom Mitarbeiter eines Sofa-Outlets bekomme ich den Tipp, stundenweise Umzugshelfer über Kleinanzeigen zu suchen. Das probiere ich aus. Binnen Minuten habe ich so viele Antworten, dass ich die Anzeige stummschalte. Die Konditionen von Kristian passen mir am besten, er kommt noch am selben Abend, trägt einiges durchs Haus und nimmt anderes mit zum Recyclinghof.
- Ich bin noch nicht richtig in Hamburg, da sehe ich die Buchung für ein Kennenlerngespräch in meinen Kalender. Wir reden, es passt gar nicht, auf beiden Seiten. Es ist ein Anfang. Und eine klare Entscheidung. In meinen frühen Coaching-Zeiten hätte ich herumgeeiert und versucht, es passend zu machen.
- Ich bewerbe mich auf einige Stellen in Hamburg und bekomme, wenn überhaupt – teils postwendend, teils Wochen nach dem potenziellen Arbeitsbeginn – äußerst blumige Absagen. Ich finde das ziemlich trostlos. Besonders, nachdem ich mich mit Freundinnen in ähnlichem Alter austausche, denen es genauso geht. Ich sage nur Altersdiskriminierung.
- Im Mai fahre ich mit Anne zu meiner Mutter. Sie hat an einem Mittwoch Geburtstag. Nach meinen zwei Arbeitstagen steige ich Mittwochfrüh um 5:30 Uhr in den Bus und auf die erste Fähre und treffe Anne in Hamburg. Das Umsteigen habe ich so terminiert, dass wir entweder verspätete Züge kompensieren oder frühstücken gehen können. Wir frühstücken und fahren dann weiter. In Kassel holt uns um 16.35 Uhr unser Lieblingsfahrer ab. Wir haben für ihn schon so viel Werbung gemacht, dass er in seinem Jahresrückblick 2025 einen rasanten Stammkundenzuwachs verzeichnen könnte. Wie immer kommen wir sicher an und können am Abend noch mit Muttern ein wenig feiern. Und am nächsten Morgen ist da wieder dieser wunderschöne Blick ins Tal.

- Annes Schwangerschaft ist nicht einfach. Ihr war sehr früh sehr schlecht, sie hatte viele Schmerzen, nun ist sie behäbig. Manchmal erwische ich mich dabei, nicht so verständnisvoll zu sein, weil ich so eine Bilderbuchschwangerschaft hatte, in der ich superfit war und es mir einfach gut ging.
- Von Juli bis September miete ich ständig Autos, um Anne zu Untersuchungen zu fahren. Gegen Ende der Schwangerschaft wird einiges getestet und überprüft, und immer bin ich dabei. Der Kindsvater ist keine große Hilfe; ich bin froh, dass ich zurück bin und Anne unterstützen kann.
- Ursprünglich sollte der Kindsvater bei der Entbindung dabei sein, alternativ eine gute Freundin. An dem Tag, als es losgeht, ruft Anne mich an und fragt, ob ich kommen kann. Ich raffe schnell Snacks, Getränke und ätherische Öle an mich und fahre los. Und ich bin sehr dankbar für Annes Vertrauen in mich als Geburtsbegleiterin. Es wird ein langer Tag und alle Wehen führen zu keinem finalen Ergebnis. Am Abend kommt es zum Kaiserschnitt, und da ist sie, die kleine Maus! Wir sind sehr glücklich.

- Ende Juli kommt meine Mutter mit der Bahn; ich hole sie am Harburger Bahnhof ab. Wir lernen, dort gibt es keinen Fahrstuhl, mit dem wir bequem von den Fernbahn- zu den S-Bahn-Gleisen gelangen. Ein freundlicher Mensch trägt ihren schweren Koffer die Treppe hinunter; das hätte ich nicht geschafft!
- Im August feiern wir Annes letzten Geburtstag ohne Kind. Muttern, der Kindsvater, Freunde und Nachbarn sind da. Besonders ein Nachbar und unsere Freunde machen den Nachmittag zu einem sehr unterhaltsamen und runden Fest.

- Anne hat mittlerweile eine Hebamme gefunden. Spontan mag ich sie nicht so gern, das ändert sich zum Glück sehr. Vor der Geburt ist sie nicht so vielversprechend, dafür im Wochenbett und danach. Wir grooven uns gut miteinander ein.
- Am 13. August ist Britta wieder auf der Durchreise. Und weil es ihr Geburtstag ist, lässt sie sich dieses Mal nicht von mir bekochen, sondern lädt mich in ein Restaurant in der Nähe ein. Das ist auch mal hübsch!
- Zur Liste meiner gesundheitlichen Einschränkungen kommt hinzu, dass ich komisch sehe. Die Messungen beim Augenarzt und bei der Optikerin sind zu verschieden, auch im zweiten Anlauf. Möglich, dass sich die altersübliche Linsentrübung einstellt. Das heißt, mindestens bis zur Kontrolle im Februar 2026 abwarten und Brillen mit suboptimaler Korrektur aushalten.
- In den Wochen vor der Entbindung ist Anne sehr schwerfällig und auch gelegentlich schwermütig. Ich rege an, jeden Tag etwas Schönes zu erleben, sei das ein Stück Kuchen oder saftige Sommerfrüchte im Garten. Manchmal fahren wir irgendwohin. Anne recherchiert und entdeckt das Alsterschlösschen ganz im Norden von Hamburg. Dort fahren wir hin und genießen schönstes Wetter, köstlichen Kaffee und Kuchen, nette Atmosphäre und eine seltsame Pseudo-Ruine am Alsterlauf.


- Im Sommer schaffe ich es einige Male, meine Wiesenrunde zu laufen. Mit Kniebandage und Walkingstöcken geht es. Nicht so oft, wie ich gern möchte, damit muss ich erstmal leben. Ich packe noch viel Sport in die Zeit, bevor Anne ihr Baby hat. Ich ahne, dass ich vom Wochenbett sehr absorbiert werde.
- Mein Herz macht viele Extraschläge. Das tut es schon seit Jahren, und manchmal bin ich besorgt. Deswegen gehe ich mal wieder zum Arzt, und der Kardiologe verpasst mir ein Langzeit-EKG. Er versteht, dass mich die Schläge beunruhigen, sie stellen aber keine Gefahr dar. Er könnte mir einen Betablocker verschreiben, damit wäre dann vermutlich der Pneumologe nicht einverstanden. Mein Herz-Lungen-System nervt mich. Ich finde, bei allem, was ich für meine Fitness tue, dürfte ich nicht so kurzatmig sein. Bin ich aber.
- Ich melde mich als Test-Coachee bei meiner Ausbildungs-Coaching-Akademie und fühle mich in den Räumen wieder sehr zuhause. Nach dem sehr wertschätzenden Coaching genieße ich einen ausgiebigen Spaziergang durch vertraute Gassen am Elbufer.

- Wir haben immer Igel im Garten. In der extrem heißen Zeit entdecken wir tagsüber eins der Tierchen auf der Terrasse, das ist alarmierend. Tagsüber! Er ist durstig, und Futter nimmt er auch gern. Er ist so erschöpft, dass er sich direkt neben unserem Wintergarten in die Blätter wühlt. Am nächsten Tag kaufen wir Igelfutter. Prompt sind am Abend zwei Igelchen da, das freut uns sehr. Sie sind immer mal da, mal nicht. Und trotz aller Fürsorge unsererseits ertrinkt uns ein besonders abgemagerter Igel im Teich.

- Babys verzaubern die Menschen. Eine Nachbarin, mit der ich schon viele fruchtlose Gespräche hatte, weil sie Tag und Nacht in ihrem Garten dort raucht, wo es in mein Schlafzimmer zieht, steht völlig unerwartet vor der Tür. Sie hat eine bezaubernde Sammlung von Babygeschenken an ein leuchtendes Herz gehängt. Ich muss ein bisschen weinen, so gerührt bin ich.

- Schon lange hatte ich darüber nachgedacht, das Haus etwas einbruchsicherer zu machen. Jetzt, mit Baby, scheint mir der richtige Zeitpunkt zu sein. Ich freue mich, dass das Thema mithilfe eines empfohlenen Betriebes schnell erledigt ist.
- Unser Apfelbaum hängt dieses Jahr sehr voll. Der große Teil der Ernte fällt allerdings an Wespen und Vögel. Ist auch okay. Die wenigen Äpfel, die ich rette, sind so gut wie noch nie. Sie haben viel Sonne abbekommen und genug Zucker gebildet.
- Ich nehme teil an einer Stimmenauszählung für zwei Bürgerbegehren, das ist mein erstes Mal. Die Truppe ist lustig, und es macht mir Freude mitzumachen.
- Bei der Party meiner Freundin Anja im Oktober begegne ich gleich beim Hereinkommen einem Gast, mit dem ich sofort innigst im Gespräch bin, so dass uns Umsitzende fragen, ob wir uns schon vorher kannten. Wir sagen unisono: „Nein, aber jetzt schon!“ Es ist eine spannende Koinzidenz. Wir hatten beide einen Traum, den wir ausprobiert haben, und von dem wir gerade zurück sind.
- Der Oktober ist Partymonat. Auch meine Lieblingsnachbarin lädt ein, und ich sitze irgendwann in einer wohltuenden Frauenrunde. Es tut schon gut, mal wieder etwas anderes als Babytönchen zu hören, so niedlich die auch sind.
- Ich treffe Umani, die in Bremen Urlaub macht und mich für einen Tag in Hamburg trifft. Wir haben einen schönen Tag mit ausgiebigem Kaffeetrinken im Café Gnosa und genüsslichem Bummel im Lagerhaus, in dem Kitsch und Nützliches hervorragend koexistieren.

- Meine weitreichende Vernetzung beschert Anne wirklich richtig viele Geschenke. Ich kenne viele Menschen aus einem Frauenforum, in dem ich seit ca. zwanzig Jahren schreibe. Aus der Bloggerszene kommt einiges, und auch hier aus der Nachbarschaft. Und natürlich von Freunden. Eine ehemalige Mitschülerin strickt einen tollen Pulli, der nur noch geschleppt und vielfach bewundert wird. Wir sind wirklich reich gesegnet.
- Im Oktober und November fällt in unserer Reihenhausreihe mehrfach die Heizung aus. So richtig komplett, und vornehmlich an sehr kalten Tagen. Wir wissen kaum, was wir noch anziehen sollen und was wir mit Babylein tun können, um sie warmzuhalten. Es ist ein ewiger Akt, bis nach mehreren Heizungsmonteurbesuchen endlich wieder Wärme im Haus ist.
- Meinen Geburtstag feiere ich dieses Jahr nicht mit Freunden, sondern im Bett mit Tee und Zwieback. Zwei Tage später gehe ich mit Anne und Baby in einem schönen Restaurant essen. Es ist in der Nähe von Kieser, so kann ich vorher trainieren und verdiene mir den Nachtisch.

- Mein alter Freund Willy stirbt. Er war sehr krank und hatte sich schon länger stark zurückgezogen. Zwischenzeitlich sah es so aus, als würde es wieder besser. Wurde es nicht. Ich bin froh, dass ich mit vielen anderen Freunden bei seiner Beerdigung war und ihn auf seinem letzten Weg begleitet habe. Zu sehen, wie viele Freunde er hatte und in wie viele originelle Projekte er involviert war. So originell, dass die Musik von einer seiner Bands aus Sicherheitsgründen nicht in der Friedhofskapelle gespielt wurde.

- Ich stelle fest, ich mag Beerdigungen. Sie geben uns die Möglichkeit, ausgiebig Erinnerungen auszutauschen und auch zu lachen. Ohne Beerdigung ist der Tod eines Menschen, als würde ich ein Blatt aus dem Buch meines Lebens herausreißen, so dass dort der Zusammenhang und ein wichtiger Teil der Geschichte fehlen.
- Es kommen noch mehr Verluste in 2025. Eine Tante stirbt und wird am 23. Dezember beerdigt. Wir fahren zusammen mit meiner Mutter hin und erleben eine wunderbare, herzenswarme Familie und eine wirklich schreckliche Abschiedsrede vom Pfarrer. Ich kenne noch viele Familienmitglieder, lerne noch mehr kennen. Es ist so herzlich, dass Anne irgendwann ganz verträumt in die Runde guckt und nur sagt: „Schön. Richtig schön, so viel Familie.“ Da stimme ich ihr zu.
- Eine andere Tante stirbt an dem Morgen, an dem wir zur Beerdigung fahren. Sie wird im Januar 2026 beigesetzt; dieses Mal fahren wir nicht hin. Mein Onkel und ich besprechen, dass wir lieber besuchen kommen, wenn nicht so viel los ist. Wir hätten eine sehr lange und aufwendige Reise und müssten durch die Rhön fahren, wo Eis und Schnee den Verkehr häufig sehr erschweren.
- Verwandte von Freunden sterben. Irgendwann ist mir ganz elend. Ich frage mich, ob ich schlechtes Karma habe. Zum Glück ist inzwischen wieder Ruhe eingekehrt.

- Als ich meine ersten Gespräche auf Amrum hatte, fanden dort die Dreharbeiten zum Film Amrum von Fatih Akin statt. Im November sehe ich mir den Film mit meiner Freundin Elvira im Blankeneser Kino an. Es ist schon sehr anders, vorher einen kleinen Einblick in die Mentalität bekommen zu haben und den Film mit diesem Bildungshintergrund zu sehen.
- Ich melde mich arbeitslos, frage diverse Fortbildungsinstitute an, erwäge, meine Kenntnisse in Buchführung und Bilanzen aufzufrischen. Ich besuche Informationsveranstaltungen, führe viele Gespräche. Und dann stelle ich fest, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, Anne und die kleine Maus jeden Tag Vollzeit alleinzulassen. Auch das ist eine wichtige Entscheidung und beendet die innere Zerrissenheit.
- Es findet sich eine andere Möglichkeit, angestellt zu sein. So kann ich meine Mutter und meine Tochter mit Baby unterstützen. Jetzt gilt es nur, mich selbst so aufzustellen, eine Struktur zu finden, mit der ich aus dieser Grundsicherheit heraus meine Coaching- und Reden-Angebote entwickeln und verwirklichen kann.
- Meine Mutter hat schon früh im Jahr Anne und ihre Cousinen und deren Babys, alle Jahrgang 2025, nebst Partnern, wenn vorhanden, zum Adventskaffee eingeladen. Mich natürlich auch, so wie meinen Bruder und seine Frau. Am dritten Advent soll es losgehen. Für mich sieht es nicht danach aus, als könnte ich anreisen. Anne und mein zauberhaftes Enkelkind würden ohne mich auch nicht fahren.

- Das Familientreffen lässt sich zum Glück auf den vierten Advent schieben. Zu meiner Überraschung sind auch mein Bruder nebst Frau aus Mallorca dabei. Es ist voll, fröhlich, und natürlich stehen die drei Babys im Mittelpunkt. Das ist schon speziell. Alle Kinder von mir und meinem Bruder haben in diesem Jahr ihre ersten Kinder bekommen. Und meine Mutter ist natürlich ganz stolze Uroma! So wie ihre Mutter es damals war, mit dem Unterschied, dass die Enkelinnen nicht alle im selben Jahr in die Welt gekommen sind.

- Der vierte Advent ist so dicht an Weihnachten, dass wir gleich bei meiner Mutter bleiben. Wegen meines Infekts hatten wir sowieso nicht geschmückt. So bleiben wir bis kurz vor Silvester und genießen an jedem Tag mit strahlender Sonne einen Spaziergang über die verschneiten Wiesen- und Waldwege. An einigen Tagen ist es trist und trüb, da bleiben wir drin. Wir gestalten Weihnachten recht unspektakulär zu dritt. An einem Feiertag kommt die älteste Nichte mit dem jüngsten Baby, und kurz vor unserer Rückreise treffe ich meine liebe Heike, und wir gehen eine große Runde mit wunderschönem Panoramablick.

- Auch dieses Jahr rauhnächtele ich wieder mit barfuss + wild. Deren Begleitungen finde ich immer so gemütlich.
- In Hamburg schneit es erst im neuen Jahr. Deswegen kann ich hier keinen Punkt daraus machen.
- Das Leben mit einem Baby im hellhörigen Haus fordert seinen Tribut: Im Moment schreibe ich meinen Newsletter Midlife Storys nicht regelmäßig, ich schaffe es einfach nicht und will meine Leichtigkeit nicht einem nur von mir selbst auferlegten Zwang opfern.
- Mit dem Bloggen ist auch etwas passiert. Meinen letzten Monatsrückblick habe ich im Oktober 2025 geschrieben. Mein Empfinden ist, es wiederholt sich vieles, und ich habe seit einer Weile keine professionellen- oder Business-Nachrichten zu verkünden. Das finde ich von der Mischung her nicht berichtenswert. Deswegen warte ich einfach ab, ob ich irgendwann wieder das Bedürfnis habe, Monatsrückblicke zu schreiben oder nicht.
- Noch mehr Bloggen: Im August lade ich zu einer Blogparade über persönliche Schatzkisten ein und erhalte zauberhafte und vielfältige Beiträge, keiner auch nur entfernt wie der andere. Große Leseempfehlung!
- Als meine Bloggerfreundin Susanne Heinen mich fragt, ob ich dieses Jahr wieder einen Artikel zu ihrem Blog-Adventskalender schreiben möchte, bin ich hocherfreut und sage sofort zu. Das Thema ist Nähe, und ich bin sicher, bis zu meinem 16. Türchen wird mir etwas einfallen. Tut es auch, in Form einer Geschichte, mit der ich so gar nicht gerechnet hätte. Sie ist plötzlich in meinem Kopf, die lange zurückliegende Geschichte von Weihnachten mitten im Sommer.
- Na gut, noch ein Blog-Nachschlag: Ich schreibe viel über Amrum, ist dir vermutlich aufgefallen. Damit der Amrum-Part einen Jahresrückblick, wie ich ihn sonst schreibe, proportional nicht überfrachtet, habe ich den großen Amrum-Rückblick separat geschrieben und für meinen Jahresrückblick 2025 erstmals das Listenformat gewählt.
- In 2025 erteile ich erstmals einem Menschen Hausverbot. Das ist ein großer Schritt, aus noch größerem Leidensdruck entstanden. Und, was soll ich dir sagen, er sorgt für so viel Erleichterung und Entspannung! Ich habe Bereiche des Hauses geräuchert, um die Atmosphäre zu klären. Der Mensch brachte so viel dunkle, schwere und aggressive Energie ins System, die hing nach jedem Besuch tagelang in der Luft. Ich habe ja ein weiches Herz und bin immer bereit nachzusehen oder zu verzeihen. Hier kam ich erstmals an einen Punkt, an dem ich feststellte, es nützt nichts, da müssen andere Maßnahmen ran. Das ist jetzt der Status quo.
- Anne vernetzt sich in Mütterkreisen. Sie ist in ihrem jungen Alter komplett aus ihren Gruppen rausgerissen. Ihre Berufsschulklasse feiert den Abschluss der Ausbildung, die sie unterbrechen musste und voraussichtlich 2026 wieder aufnimmt. Ihre Freundinnen und Freunde tun alles außer Kinderkriegen. Da kommt mal ein Anstandsbesuch und das war’s dann. Eine gute Freundin ist dank ihrer Schwester und ihres Babysitterjobs Babys gewohnt und kommt gern zu uns. Im Wochenbett bringt sie Kartoffelsuppe für mehrere Tage, hilft Anne mal beim Aufräumen oder ist einfach da. So ein Schatz!
- Ida gedeiht prächtig und wird ein kleiner Buddha. Wir lieben jede Speckfalte an ihr, und sie ist ein unwiderstehlich niedliches, sehr schweres, freches und neugieriges kleines Erdenwesen. Sie arbeitet permanent daran, sich aufzusetzen, sich vorwärts zu bewegen, sich zu drehen. Ihre Körperspannung ist auffallend ausgeprägt. Mit fast dreieinhalb Monaten geht sie ins Jahresende und greift mittlerweile mit eiserner Hand nach allem, was sie zu fassen bekommt, lächelt sehr viel und ist insgesamt sehr freundlich und freudig.
- Sollte ich es noch nicht erwähnt haben: Ich bin gern Oma. Und ich bin ein großer Fan von meinem Enkelkind. Wenn ich sie wickele, spielen wir mit Kontrastkarten, die an der Wickelkommode stecken. Und jedes Mal erzähle ich ihr, dass die Spannweite der Eule sooooo weit ist wie ich mit den Armen zeige. Jetzt bin ich unglaublich stolz, dass sie, wenn ich ihr die Eule zeige, die Arme ausbreitet! Sie ist so schlau! Und sie ist wunderschön, lustig und unbeschreiblich lernbegierig. Ihr sehr junger Körper lässt sie ihren ausgeprägten Wunsch nach Bewegung und Autonomie noch nicht ausreichend verwirklichen. Zeitweise macht sie das sehr ungnädig, und das ist für alle Beteiligten schwer auszuhalten. Auf der anderen Seite der Stimmungsskala ist ihre große Freude und Begeisterung über alles, was sie sieht, in den Mund nimmt, greift, kneift, und neuerdings ihr gackerndes Lachen. Ganz herrlich! Große Enkelliebe!
- Kurz vor Jahresende kommt mein amtierender ältester Freund Klaus zu Besuch, um mir mein Geburtstagsgeschenk zu bringen, das finde ich herzallerliebst. Wir verbringen einen sehr gemütlichen Kaffeeplausch bei uns mit Anne, deren Patenonkel er ist, und meiner Enkelin, an der er seine Freude hat. Er ist selbst mehrfacher, sehr engagierter Opa.
- Apropos engagierter Opa: Annes Vater tritt nach langen Zeiten intensiver Zurückhaltung wieder in Erscheinung, weil es ihm Freude macht, ein Enkelchen zu haben. Es ist sehr putzig, wie er sich mit der Kleinen beschäftigt.
- Was schon viele Jahre anhält, auch dieses Jahr, ist mein Jour Fixe mit meiner Mini-Mastermind. Mit Annegret und Ruth bin ich in einem Finanzen-Sprint von Alexandra Graßler zusammengekommen, und seitdem treffen wir uns einmal im Monat per Zoom. Ich möchte die beiden und unseren wertvollen Gedanken- und Ideenaustausch nicht missen.
- Anne und ich beschließen das Jahr 2025 ruhig mit einem schönen Silvesterspaziergang und Naturentdeckungen: Moose, Flechten und ein leuchtender Mond, der sein Licht in ein neues Jahr voller Verheißungen trägt.

Was erwartet mich in 2026?
- Viele Besuche bei Muttern
- Evening Pages mit Doris Dörrie im März – ich freue mich auf eine Schreibwoche voller Inspiration!
- Urlaub auf Amrum im Frühjahr, dieses Mal mit vier Generationen – ich freue mich riesig!
- Zeit, den Garten zu beackern und wieder schick zu machen
- Mindestens eine Doppeldeckerrundfahrt mit Jörg, der Amrum auch verlassen und in Hamburg angeheuert hat. Keine absichtliche Fast-Gleichzeitigkeit, aber eine umso schönere Koinzidenz!
- Sortieren meiner Papiere und vor allem meiner Altersvorsorge – ich bin auf einem guten Weg!
- Entrümpeln des Hauses und Neugestaltung in einigen Bereichen – das ist ja mein Steckenpferd!
- Bewusstes Leben und Besinnung auf das Wesentliche – schon beim Schreiben atme ich auf.
- Last und so gar nicht least: auch in meinem Business Besinnung auf das, was ich wirklich kann: Fragen stellen und emotionale Reden halten.
Meine Jahresrückblicke von 2021 bis 2024
Was bleibt
Wenn ich diese Liste jetzt so vor mir sehe, erkenne ich ein Jahr voller Übergänge.
Nicht laut, nicht spektakulär – aber tiefgreifend.
Rückblickend war 2025 ein Jahr voller Veränderungen und Herausforderungen. Es gab Momente, die mich an meine Grenzen brachten, und andere, die mein Herz mit Freude erfüllten. Ich habe gelernt, dass es in Ordnung ist, nicht immer die Antworten zu haben und dass das Leben oft seine eigenen Wege geht. Manchmal geht es darum, einfach da zu sein, die kleinen Dinge zu schätzen und aus jeder Erfahrung zu lernen. Mit all diesen Erkenntnissen und einem offenen Herzen gehe ich ins nächste Jahr. Ich freue mich darauf, 2026 mit neuer Klarheit und Hoffnung zu beginnen.

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Jahresrückblicke 2025 als Lesefutter für Monate
Viele weitere lustige, überraschende, inspirierende, kluge, unfassbar wunderbare Jahresrückblicke findest du unter dem Jahresrückblick von Judith – kurz bevor ich meinen daruntersetze, sind es sage und schreibe schon 488 Jahresrückblicke!



Herrlich, diese Art von Jahresrückblick. Danke für die Inspiration.
Ich bin immer wieder überrascht, was alles in ein einziges Jahr reinpasst. Wahnsinn!
Alles andere in gewohnter Weise. Wir hören uns.
Liebe Grüße, Marita
Danke dir, liebe Marita,
und ich dachte, ich bekomme die 100 Punkte nicht voll!
Ich freue mich.
Liebe Grüße
Silke
Pingback: KW06/2026: Alle TCS-Blogartikel - The Content Society
Hallo Silke,
ich bin eine stille Leserin Deines Blogs sowie Deines Newsletters. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf Deinen Blog gestossen bin.
Dein Jahresrückblick hat mich sehr berührt. Unglaublich, was alles in diesem Jahr gewesen ist. Deinen Amrumaufenthalt hatte ich immer mit Spannung verfolgt und Deinen großen Mut sehr bewundert.
In einem nicht mehr ganz so jungen Alter solch einen Schritt zu wagen – dazu gehört schon eine gehörige Portion Mut und Abenteuergeist. Sehr schade, dass es dann letztendlich nicht zu einem dauerhaften Bleiben gekommen ist. Aber wie Du schreibst, Du musst Dir nie den Vorwurf machen, es nicht versucht zu haben.
Dass Du Deine Tochter und auch Deine Mutter in allen Lebenslagen so unterstützt ist sehr bewundernswert. Gerade das enge Zusammenleben mit einem Baby unter einem Dach, wo man sich nicht wirklich abgrenzen kann, fände ich persönlich als größte Herausforderung.
Ich wünsche Dir vor allem gesundheitlich alles Gute und dass Du weiterhin Deinen Optimismus beibehältst.
So, das wollte ich jetzt unbedingt mal loswerden, wenn ich schon lesender Weise ein kleines bisschen an Deinem Leben teilhaben darf.
Viele Grüße,
Eva
Liebe Eva,
ach, ich mag es, wenn stille Leserinnen um die Ecke kommen und sich als treue Weggefährtinnen erweisen. Danke für dein wunderschönes Feedback.
Und für deine berechtigte Ahnung, was die drei Generationen unter einem Dach angeht – ich arbeite gerade heraus, wo ich bei all dem Drumherum bleibe und mein eigenes Ding mache. Es fügt sich gerade einiges zum Positiven; du wirst es lesen.
Ganz liebe Grüße
Silke
Liebe Silke
was für eine schöne Idee, die 100 Rückblickpunkte! Und so passend zu Deinem Jahr 2025. Jeder Punkt hat mich sehr berührt. Und ich freue mich, darin sehr viel Entwicklung zu lesen.
Vor allem freut es mich, dass Du so viele liebe Menschen in Deinem Leben hast, das kommt sehr deutlich raus aus Deinen Punkten. Und das ist so so wertvoll.
Ich danke Dir für Deine Einblicke und Ausblicke. Für das Nachdenkliche und Freudige. Für Deine verschiedenen Rollen, die Dich zu der Silke machen, die Du bist und die ich sehr schätze. Für die Wortspielchen, für die Geheimtipps und für mehr von Dir.
Ich danke Dir für jedes Deiner Worte. Hier und in Zukunft.
Und wünsche Dir ein Jahr voller Liebe, voller Wunder und voller Freude.
Flow – den wünsche ich Dir auch. Deinen ganz eigenen und wirksamen Silke-Flow für Dich. Und dann für die Welt.
Viele liebe 2026ige Grüsse aus der Schweiz
Christine
Liebe Christine,
oh danke für deinen so schönen Kommentar! Ja, ich mochte das Experiment mit den 100 Punkten. Warum ich dachte, der Artikel wird auf diese Weise kürzer? Ich weiß es nicht!
Ganz liebe Grüße für ein tolles neues Jahr mit viel Freude und Flow für dich in die Schweiz,
Silke