Wir kennen es alle, dieses ständige Mussmussmuss. Seit frühester Kindheit lebe ich damit. Meine äußerst fleißige und pflichtbewusste Familie muss und musste vermeintlich immer sehr viel. Zu meiner Mutter zum Beispiel sage ich gern: „Außer aufs Klo gehen und sterben müssen wir gar nichts.“
Und wenn wir es mal genauer betrachten: Wie viel von dem, was wir täglich tun, fühlt sich an wie Müssen – und in Wirklichkeit ist es eine Entscheidung? Du musst höflich sein. Du musst auf dem Geburtstag erscheinen. Du musst Überstunden machen, weil dein Kollege früher heim will. Du musst auf dem neuesten Stand sein, erreichbar, angepasst, produktiv, dankbar, dünn, optimiert.
Oder? Einen Scheiß musst du.
Ich lade dich herzlich dazu ein, im Rahmen meiner Blogparade zu reflektieren, was du glaubst zu müssen und was sich bei näherem Hinsehen als Wahlmöglichkeit entpuppt. Mein eigener Artikel wird wahrscheinlich ein Listicle sein, also kurze Punkte. Wie du deinen schreibst, ist deine Wahl, denn, wir erinnern uns: Einen Scheiß musst du. Your blog is your castle. Und wenn du keinen Blog hast, aber vom Thema so begeistert bist, dass du unbedingt mitmachen möchtest, zeige ich dir im nächsten Absatz auch dafür eine Lösung.
Was ist eine Blogparade?
Eine Bloggerin gibt das Thema vor. Ich habe mich für „Einen Scheiß muss ich!“ entschieden. Eine Blogparade ist eine Sammlung unterschiedlicher Blogartikel von Bloggenden, die alle aus ihrer ganz eigenen Perspektive zum Thema schreiben. Du kannst das Thema nach deinem Belieben auf deinen Bereich zuschneiden. In jedem Fall wird es Persönlichkeit zeigen, deine besonderen Gaben hervorheben. So sehen deine Lieblingskundinnen und Lieblingskunden, wie du gestrickt bist.
Was du davon hast: Du wirst einen tollen Blogartikel auf deiner Website haben, der auf persönliche und vielleicht humorvolle Weise zeigt, was dir wichtig ist, auch im Business. Du lenkst die Aufmerksamkeit neuer Menschen auf dich, deine Persönlichkeit und deine Angebote. Zudem hast du die Chance, viele weitere Blogartikel mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten zu lesen und auch daraus Impulse zu sammeln. Ich glaube, da werden viele schöne Artikel zusammenkommen, auf die ich mich sehr freue.
So nimmst du an dieser Blogparade teil:
- Schreibe einen Beitrag zum Thema „Einen Scheiß muss ich!“ . Wenn du noch keinen Blog hast, kannst du gerne hier unter diesem Blogartikel deinen Beitrag als Kommentar hinterlassen. Du kannst mir auch den Text per Mail hallo@silke-geissen.de schicken, und ich veröffentliche ihn als Gastartikel auf meinem Blog.
- Verlinke meine Blogparade (also genau diesen Blogartikel, den du jetzt gerade liest) in der Einleitung oder im Fazit deines Blogartikels.
- Sobald du deinen Blogartikel veröffentlicht hast: Kommentiere hier unter meinem Blogartikel mit einem kurzen Text und dem Link zu deinem eigenen Blogartikel. Denn nur so kann ich deinen Beitrag zu meiner Blogparade finden!
Die Blogparade endet am Sonntag, 2. August 2026. Ich freue mich auf deinen Artikel!
Was du alles nicht musst – einige Leitaussagen
Dein Nichtmüssen darf aus allen Bereichen kommen, über die du schreiben magst: aus deinem Business, deinem Familien-, Freundes-, Vereinsleben. Achte einfach mal auf deine MUSSes. Und hinterfrage sie. Selbst Wäsche MUSST du nicht waschen, theoretisch. Natürlich wirst du es vermutlich tun, weil du nicht versumpfen möchtest. Du wirst deinen Freunden irgendwann auf Nachrichten antworten, wenn dir die Freundschaft wichtig ist. Du kannst sagen, warum du etwas nicht tun willst, doch du MUSST nicht. Du siehst, was ich damit rüberbringen will, nicht wahr? Hier findest du zehn Beispiele:
- Du musst nicht sofort auf Nachrichten antworten.
- Du musst nicht jeden Konflikt ausdiskutieren, bis alle Seiten zufrieden sind.
- Du musst nicht erklären, warum du keine Lust hast.
- Du musst nicht abnehmen, bevor du anfängst, dein Leben zu mögen.
- Du musst nicht deinen Job zur Berufung verklären.
- Du musst nicht verzeihen, nur weil genug Zeit vergangen ist.
- Du musst nicht bei jedem Familienfest so tun, als wäre alles gut.
- Du musst nicht auf jede Meinung im Internet reagieren – auch wenn sie falsch ist.
- Du musst nicht immer wissen, wer du bist und wohin du willst.
- Du musst nicht glücklich sein. Manchmal darf es einfach okay sein.
Jetzt bist du dran!
Was steht auf deiner Liste? Welche vermeintlichen Pflichten hast du schon abgeworfen – oder würdest du gerne? Wo hast du gemerkt, dass das Müssen in Wirklichkeit eine Wahl war?
Schreib¹ es auf. Mach’ daraus deinen Blogartikel – wütend, witzig, leise, radikal, ganz wie du willst.
Ich freue mich auf deine Liste, deine Momente der Befreiung – und auf alles, was du endlich laut sagen willst.



Liebe Silke,
deine Blogparade hat mich sofort gepackt – und beim Schreiben in eine Richtung geführt, die ich nicht erwartet hätte. Mein erster Impuls war eine Liste all der Dinge, die ich nicht mehr muss. Geworden ist daraus die Frage, was eigentlich passiert, wenn das Müssen wirklich komplett wegfällt.
Ich arbeite mit Menschen im Übergang in den Ruhestand, und dort erlebe ich dieses Paradox ständig: Endlich muss man nichts mehr – und genau das wird zur Zumutung. Denn mit dem Müssen verschwindet auch das Echo, das uns spüren lässt, dass unser Tun etwas bewirkt.
Hier ist mein Beitrag:
„Einen Scheiß musst du im Ruhestand. Und genau das ist das Problem.“
https://www.lebenssinnreise.de/post/ruhestand-nichts-mehr-muessen
Danke für die Einladung zum Nachdenken – ich bin gespannt auf die anderen Beiträge!
Herzliche Grüße aus Hamburg
Stefan
Lieber Stefan,
oh, ein gewichtiger Punkt! Vielen Dank für diesen neuen Aspekt, der mit deinem wunderbaren Artikel erstmals in der Blogparade auftaucht.
Und wie gut, dass du Menschen unterstützt, die an dieser Schwelle stehen und plötzlich nicht mehr wissen, wie sie ihr lange Aufgeschobenes und Geplantes strukturieren, ob sie es noch wollen, wie es überhaupt weitergehen soll. Ich kann mir gut vorstellen, wie überfordernd es ist, sich nicht mehr in einer relativ festen Struktur mit klar definierten Frei-Zeiten und Ferien zu bewegen. Und sich eben nicht mehr als wirksam zu empfinden.
Danke für deinen schönen Blogartikel; ich freue mich sehr!
Liebe Grüße aus Hamburg
Silke
Liebe Silke,
das freut mich sehr – besonders, dass ich mit meinem Artikel vielleicht noch einen neuen Aspekt in deine Blogparade einbringen konnte.
Beim Schreiben habe ich selbst noch einmal gemerkt, wie viel in diesem Übergang in den Ruhestand steckt: nicht nur Vorfreude und neue Freiheit, sondern eben auch die Frage, wie man plötzlich ohne äußere Struktur Orientierung, Sinn und Wirksamkeit findet. Umso schöner, dass dieses Thema in deiner Blogparade einen Platz bekommen hat.
Ich bin gespannt, wie viele Menschen den Artikel lesen werden und welche Gedanken daraus vielleicht noch entstehen.
Dir weiterhin viel Freude und Erfolg mit deiner Parade.
Liebe Grüße aus Hamburg
Stefan
Liebste Silke
da MUSS ich mitmachen, dachte ich, als ich Deine Blogparade sah. weil ich das Wort müssen hasse. Und in den letzten Monaten einen ganz anderen Zugang und Umgang damit gefunden habe.
Und nun ist er fertig mein Schätzchen. Mit einem Bild, das rein MUSSTE, weil ich es so liebe gerade. Ich freu mich sehr, was Du dazu sagst. Du MUSST natürlich nicht antworten.
https://christinetraut.com/2026/07/04/ich-muss-gar-nichts-wer-hinter-dem-muessen-steckt/
Danke für die Freude, die Du mir mit Deiner Idee verschafft hast.
Liebste Grüsse aus der Schweiz
Christine
Liebe Christine,
wie freue ich mich, dass du diesen schönen Artikel zu meiner Blogparade geschrieben hast – ich danke dir recht sehr!
Ich mag die Sanftheit des neuen Nein, das sich tief innen auch echt und wahrhaftig anfühlt und uns selbst glauben lässt, dass wir es wirklich so meinen. Wenn du vom radikalten Nein aus der Nein-Lernphase schreibst, fühle ich richtig, wie kratzig sich das innen anfühlt und dass da zu Beginn der Entwicklung etwas Trotziges war. Ich kenne das sehr gut, und auch ich spüre immer mehr, wie wohltuend das Nein aus tiefster Seele ist, das wir nicht aussprechen, um aus Prinzip jemanden abzublocken, uns für etwas Schmerzliches zu revanchieren, sondern allein, um unsere Ressourcen zu schonen.
Schön. Da gilt es weiter reinzuspüren und zu forschen.
Und es freut mich sehr, dass du Spaß beim Schreiben hattest und das schöne Bild reinmusste. Ich habe die Antwort auch ganz ohne MÜSSEN geschrieben.
Vielen Dank und liebe Grüße in die Schweiz
Silke
Pingback: 50+ Blogparaden im Sommer 2026: Blogge mit!
Das ist hier bei uns schon ein geflügeltes Wort 😉
Bin gespannt auf weitere Artikel.
LG Uschi
Das freut mich, liebe Uschi,
vielen Dank, dass du immer mal reinliest 🙂
Liebe Grüße
Silke
Pingback: Was ich muss, was ich will und was ich mir erlaube - KLARPLATZ - Claudia Stellmacher-Köthe
Liebe Silke,
dein Titel hat bei mir sofort etwas ausgelöst. Aus „Einen Scheiß muss ich!“ ist mein Beitrag „Was ich muss, was ich will und was ich mir erlaube“ entstanden. Sogar ein Spruch aus meinem Poesiealbum von 1976 hat dabei plötzlich eine neue Bedeutung bekommen.
Hier geht es zu meinem Beitrag: https://klarplatz.de/was-ich-muss-was-ich-will-und-was-ich-mir-erlaube/
Vielen Dank für diesen großartigen Anstoß!
Ganz liebe Grüße
Claudia
Liebe Claudia,
oh, wie schön, ich freue mich riesig, ein so schönes Artikelgeschenk zur Blogparade zu bekommen; vielen Dank! Ha, die Poesiealbum-Geschichte finde ich herrlich! Wie hat man uns doch damals gestrenge ermahnt, ich habe auch solche Kleinodien in meinem Album.
In deinem Artikel habe ich einige Favoriten; einer ist der Entschluss, deinen Körper nicht bearbeiten zu müssen wie ein marodes Gebäude – ich liebe solche Bilder!
Einen Moment innezuhalten und sich zu fragen, MUSS ich das wirklich? Wunderbar, das ungefähr mein Gedanke, als ich begann, dem Müssen auf die Spur zu kommen. In meinen Coachings erlebe ich es auch immer wieder, das vermeintliche Müssen. Es lässt so wenig Entscheidungsfreiheit. Dein „Das erlaube ich mir“ hat doch gleich viel mehr Leichtigkeit und Freude, das finde ich sehr schön.
Vielen Dank und liebe Grüße an die Vierhaare
Silke
So, jetzt hab ich doch meine Gedanken dazu aufgeschrieben. Auch wenn ich das nicht musz 😉
https://maschas-buch.blogspot.com/2026/06/sage-nie-du-hast-keine-lust.html
LG Mascha
Liebe Mascha, da hast du dich ja selbst überholt! Ich freue mich, dass du, auch wenn du nicht musst und auch das Motto etwas obeflächlich findest, dich damit auseinandergesetzt hast. Dein Artikel berührt mich sehr, besonders die ganzen unangenehmen MÜSSEN in deinem frühen Leben und die doch eher gewählten MÜSSEN im jetzigen Leben.
Und ich danke dir sehr, dass du an Tag 2 meiner Blogparade schon einen Artikel beigesteuert hast; ich fühle mich geehrt!
Liebe Grüße in die geheimnisvolle Kate mit den ungestellten Bildern,
Silke
Endlich weniger müssen müssen 😉
Fällt mir spontan dazu ein. Ob mir noch mehr einfällt…weisz ich grad noch nicht.
Liebe Grüsze
Mascha
Du schreibst einen Blogartikel? Ich auch. Geiles Thema – und mir ist auch gleich was dazu eingefallen:
https://marita-eckmann.de/einen-scheiss-muss-ich-was-innere-freiheit-mit-entscheidungen-zu-tun-hat/
Danke für Deine Einladung zum Nachdenken
Marita
Du bist ja der Hammer, liebe Marita,
dass du so einen großartigen Artikel innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Start raushaust! Vielen Dank dafür, ich freue mich riesig.
Stimmt, jetzt beim Lesen fällt mir auf, dass mein Thema ja genau jetzt genau dein Thema ist, wie passend!
Danke, dass du meiner Blogparade zu einem solchen Raketenstart verhilfst.
Sehr bewegt,
Silke
Danke Silke. Ein schönes Thema.
Danke, liebe Christine. Vielleicht magst du ja mitmachen?
Liebe Grüße