Monatsrückblick Juli 2021 – mein Mikrokosmos ruckelt!

Zwei Frauen streichen einen Raum an. Eins der zentralen Themen im Monatsrückblick 2021

Im Juli 2021 war bei mir nicht viel Abwechslung geplant, weil ich mich auf meine Hauptprojekte – Bloggen, meine Website sowie den Umzug im eigenen Haus – und wenige, aber genussvolle Freizeitaktivitäten mit Freunden konzentrieren wollte. Ich musste mich – was schmerzlich war – gegen einige Angebote der Content Society entscheiden.
Das entsetzliche Hochwasserdrama in Deutschland zeigt, dass die Natur doch stärker ist als manche Vorhersagen, das hat mich sehr erschüttert.
Manchmal bin ich verwundert, dass mein Leben trotz des vielen Schreckens anderswo so einfach weitergeht, dass ich mich entwickeln und auch freuen kann.

Meine Projekte im Juli 2021

Bloggen und Prioritäten

Ein Blick auf das Bahnhofsgebäude Göttingen, vom Gleis aus fotografiert

Kaum hatte ich meine Mutter nach unserem gemeinsamen Urlaub nach Göttingen gebracht, fing ich gleich im Zug wieder an zu schreiben. Zwar konnte ich es im Urlaub auch nicht ganz lassen, aber der Motor war ins Stocken geraten. Um mich wieder einzubloggen, schrieb ich Artikel, die mir leicht von der Hand gingen, den Juni-Rückblick, ein 12von12, einen Business-Artikel und meine Fun Facts, deren Zahl schon auf 100 angestiegen ist (Stand 30. Juli 2021, 19 Uhr).

Beim Schreiben zuhause und bei der steigenden Anzahl von Zoom-Meetings störte es immer mehr, kein echtes Arbeitszimmer zu haben. Ich fand an meinem Schreibtisch im Wohnzimmer, mit Blick auf Sofa, Esstisch, Heimtrainer, mit einer Tür direkt neben mir, keine Ruhe. Kurz entschlossen realisierte ich meine schon begonnene Raum-Rochade zügiger, als ich das für möglich gehalten hätte.

Diesem Projekt fiel der Newsletter-Sprint der Content Society zum Opfer, bei dem ich ursprünglich am 31. Juli meinen ersten Newsletter versandbereit haben wollte. Auch meine Teilnahme an der Challenge Rapid Blog Flow ist weitgehend entfallen, und mindestens zwei Expertenartikel schulde ich meiner Sammlung noch. Aber da ich ja selbst über FOMO schreibe, ist das bewusste Auswählen, Fokussieren und letztlich Verzichten als Selbsterfahrung sehr hilfreich. Meine werblichen Aktivitäten in den sozialen Medien fanden im Juli wegen durchgehender Müdigkeit überhaupt nicht statt. Das Arbeitszimmer war jetzt einfach dran, und das ist gut so.

Die Raum-Rochade im Juli 2021

Dieses Thema bekommt noch einen eigenen Blogartikel, weil es mir so am Herzen liegt, aber ich reiße es kurz (naja!) an, weil es einen großen Teil meiner Aktivitäten im Juli band. Am 3. Juli tauschte ich die Betten in meinem Schlafzimmer und im (bis dahin) Gästezimmer gegeneinander aus. Dafür musste ein großer Aktenschrank aus dem ehemaligen Gästezimmer weichen, weil dort außer meinem Bett nichts hineinpasst. Die Aktion betrifft außer den Bädern, der Küche und dem Windfang praktisch jeden Raum im Haus, daher musste es zügig weitergehen. Die typische Unordnung, die kurz vor der Vollendung in JEDER Ecke herrscht, kann ich nur schwer und nur für sehr begrenzte Zeit aushalten.

In den Tagen danach wanderten unzählige Dinge aus dem ersten Stock in den Keller zu den Dingen, die zum Recyclinghof sollen, in den Müll oder an andere Besitzer. Einige lagern, zum Abtransport zerlegt, im Flur und warten auf Abnehmer. Am Ende der Kalenderwoche 29 – das hatte ich mir versprochen – waren mein neues Arbeitszimmer, mein neues Schlafzimmer, das stark erleichterte Wohnzimmer in ihren Funktionalitäten teils wieder-, teils neu hergestellt. Aus meinen ursprünglichen 2,50 m Kleiderschrank habe ich eine höchst funktionale Aufbewahrungseinheit von etwas mehr als einem Meter Breite in einer kleinen Nische an meinem neuen Schlafzimmer gebaut, mit der ich sehr glücklich bin. Das Schlafzimmer entspricht schon sehr stark meiner Idee von Minimalismus.

Das Arbeitszimmer setzt sich aus Möbeln zusammen, die im Wohnzimmer, im Keller und im jetzigen Schlafzimmer standen, und es fasst die Bereiche Arbeiten, Lesen und Gäste beherbergen auf überraschend harmonische Weise zusammen. An der Tür steht meine Gymnastikmatte, selbst dafür ist Platz. Einstweilen fühle ich mich aber durch die Treppenrennerei zwischen Keller, Erdgeschoss und erstem Stock bewegungsmäßig ausreichend versorgt und habe keine freien Ressourcen für weiteren Sport. Zwischendrin, an einem trockenen Samstagnachmittag, baute ich mir im Garten einen Arbeitsplatz, um alte Obstkisten weiß zu streichen, weil ich aus ihnen einen Schuhschrank baue. So kam ich auch mal raus.

Im Wohnzimmer wurde der Raum-Swap ein bisschen zur Reise nach Jerusalem, weil jetzt der Sessel fehlt, der in die ungeplante Leseecke gewandert ist, die auf diesen Sessel nur gewartet zu haben scheint. Die Frage nach einem neuen Sitzmöbel wird umso lauter, als ein weiterer Sessel, den wir zur Probe hatten, den Test nicht bestanden hat und zurückgeschickt wird. Da stehen jetzt nur noch ein Sofa und der Fahrradergometer. Das bietet Raum für die Neuplanung, herrlich!

Meine Website und die Communities

Und last, but ganz und gar nicht least, habe ich endlich! meine Startseite fertig und online, juhu! Jetzt fehlt nur noch meine Angebotsseite, die im Werden ist, und dann ist meine Website komplett! Für den Moment wenigstens; Luft nach oben ist ja immer. Ich habe so lange vor mich hingefrickelt und versucht, meine Seite im Alleingang mit einem Baukastensystem aufzubauen. Das sah ganz hübsch aus, aber mir fehlte die Unterstützung, zumal der Baukastenanbieter mit Bot-Support arbeitet, der mich nicht versteht. Bis ich ein Ticket aufmachen konnte UND dann irgendwann eine Mail von einem Menschen bekam, vergingen Tage, und auch dann war nicht immer gewährleistet, dass der mich komplett verstanden hatte.

Vielleicht hätte ich dort bleiben sollen, bis ich genau das zurückbekomme, was ich mir wünsche. Möglicherweise war das Ganze eine Vorübung für wirklich konkrete Bestellungen beim Universum? Nicht „ich brauche eine Website, aber schnell“, sondern „Ich brauche eine richtig gute Website, die mich und mein Angebot optimal sichtbar macht, bei der ich Hilfe bekomme, wenn ich sie brauche…“ Ich übe.

Zum Glück bin ich durch einige Kurse und Gruppencoachings so gut vernetzt, dass ich in mehreren Gruppen immer Antworten oder Denkanstöße zu meinen Fragen bekomme. Ich bin über diese Entwicklung sehr glücklich! Seit Juni unterstützt mein Lieblingscoach Alexandra Graßler einmal im Monat wieder unsere Drei-Personen-Mini-Mastermind-Gruppe – sie ist so wunderbar bodenständig und kennt eigentlich alle Businesshindernisse, auf die wir (meist in uns selbst) stoßen.

Freunde treffen und endlich ein bisschen unbeschwerter unterwegs sein

Spätestens seit der Pandemie ist mein Ziel, möglichst mindestens ein inspirierendes Treffen pro Woche zu haben. Meist treffe ich mich mittwochs mit einer Chorfreundin für eine Runde durch die Pferdewiesen und Maisfelder hier im Umkreis.

Andere liebe Freundinnen und Freunde muss ich manchmal anstupsen, weil sie mit Partnern, mehreren Kindern und teils Enkeln stärker in ihre Familien eingebunden sind als ich mit meiner Tochter und meiner nicht in der Nähe wohnenden Mutter. Sie freuen sich aber immer, wenn ich anfrage und treffen sich auch gern mit mir.

Den Anfang machten meine ältesten Freunde: sie haben ihr Weihnachtsgeschenk an uns eingelöst und uns ins Ristorante Paolino eingeladen, das war ganz wunderbar! Es gibt Sternstunden, bei denen einfach alles stimmt. Wir kamen ins Restaurant, wurden freundlich begrüßt und an unseren schönen Platz geführt, es duftete zart nach richtig gutem Essen, Menschen plauderten dezent und animiert, es fühlte sich familiär an. Wir aßen fantastische sardische Köstlichkeiten, begleitet von perfekt temperiertem und passendem Wein, und sowohl die Freunde als auch meine Tochter und ich waren in aufgeräumter, zugewandter und kommunikativer Stimmung.

Die nächsten zwei Wochenziele konnte ich zufällig innerhalb von zwei aufeinanderfolgenden Tagen erreichen:

Am Sonntag steuerte ich mit der ersten Freundin in Blankenese den Kaffeegarten Schuldt an, wir hätten aber mindestens eine Stunde auf einen Platz warten müssen. Das Café hat einen spektakulären Elbblick und eine ungewöhnliche Geschichte: früher brachte man seinen eigenen Filterkaffee mit und ließ ihn sich gegen schmales Geld vor Ort aufbrühen. Wir verzichteten dieses Mal und gingen zum Ponton Op’n Bulln. Dort konnten wir bis zum Einbruch der Dunkelheit Wasser, Schiffe und Himmel gucken. Uns fiel spät ein, noch etwas zu essen. Die Küche war schon geschlossen, aber der freundliche Koch schenkte uns sein letztes Fischbrötchen.

Gleich am Montag darauf besuchte ich eine andere Freundin in Eppendorf. Unsere übliche Alsterrunde fiel wegen kräftiger Regenschauer aus, dafür mussten wir bei ihr Kuchen essen. Als ich auf dem Rückweg war, holte ich die halbe Runde nach und war sehr entzückt von der Natur. Nach vielen Fehlversuchen ist es mir gelungen, wenigstens einen Teil des schönen, aber schwachen Regenbogens zu fotografieren.

Ein kleines Treffen fand bei mir zuhause statt, mit einem lieben Freund, den ich seit 2019! nicht mehr gesehen hatte. Als Hochrisikopatient mied er lange Zeit alle Kontakte, aber nun ist er voll geimpft, ich halb, und er hatte überdies in der Nähe einen Arzttermin. Meinem Waffeln-mit-Puderzucker-Lockruf konnte er dann gar nicht mehr widerstehen. Er ist ein Tekkie, und ich hatte ein paar Schwierigkeiten, die wir ganz nebenbei auch noch ganz entspannt lösen konnten.

Am letzten Tag im Juli fand der letzte Freundinnenbesuch in diesem Monat statt. Dieses Mal ging es nach Wedel. Auf dem Weg durch die Maisfelder fand ich die ersten reifen Brombeeren. Wir gingen mit dem entzückenden Pudelwelpen der Freundin spazieren, hatten sehr viel zu besprechen und aßen selbstgemachte Spaghetti Bolognese. Sie ist Sopranistin, ich Altistin, und seit der Zwangspause unseres Chors haben wir zu zweit oder mehreren einige Stücke eingesungen, die sie anschließend in ihrem semiprofessionellen Studio so schön abmischt, dass alle Sänger das Gefühl haben, viel besser zu sein, als wir manchmal denken.

Letztes Jahr nahmen wir zu zweit mit viel Spaß und wenig Perfektion „All I want for Christmas is you“ als spontanen Schnellschuss auf und schickten es als Weihnachtsgruß an unsere Freunde. Sie schlug vor, das Stück mit zwei weiteren Frauen qualitativ richtig hochwertig zu singen und bald damit anzufangen, darauf freue ich mich, und ich bin überzeugt, die anderen machen gern mit.
Vom Pudelwelpen gibt es leider keine Fotos, weil er ständig in Aktion war.

Was war noch los im Juli 2021?

Die furchtbare Hochwasserkatastrophe in Deutschland, die so vielen Menschen Leben, Gesundheit, Zuhause und buchstäblich den Boden unter den Füßen weggerissen hat, hat uns alle erschüttert. Niemand hätte gedacht, dass so etwas bei all den Frühwarnsystemen und Wetterradars passieren könnte, und dennoch ist es wahr. Erst vorgestern war ein junger Mann aus Ahrweiler, einem der am schlimmsten von der Flut betroffenen Orte, der zufällig in Hamburg auf Montage war, bei mir. Er hat über ebay Kleinanzeigen eins meiner aussortierten Möbelstücke gekauft, weil ihm all seine Möbel davongeschwommen sind. Und ihn hatte es noch vergleichsweise mild getroffen. Ich hätte fast kein Geld von ihm nehmen wollen, aber er winkte ab uns sagte, das sei noch das geringste Problem.

Vorgestern erfuhr ich durch einen herzzerreißenden Artikel vom offenbar überraschenden Tod des Mannes einer ganz besonderen Bloggerkollegin, die ich sehr schätze und bewundere. Völlig unerwartet war ich komplett aus der Bahn geworfen und war zunächst untröstlich. Meine Schutzhülle, die ich mir unbewusst in den letzten Monaten geschaffen hatte, weil ich mich vielem ausgesetzt sah, was mir nicht gut tut, war aufgebrochen, und ich fühlte mich angreifbar, aber auch offen und neugierig. Es fühlt sich an, als würde etwas Neues passieren.

Für meinen Blogartikel mit unnützem Wissen über mich suchte ich für die Titelbild-Collage auf einer externen Festplatte nach älteren Fotos und fand zu meiner großen Erheiterung Musikaufnahmen von mir am E-Bass, aus meiner kurzen Zeit in einer Band, in der ich sogar beim Entstehen einiger Stücke Anteil hatte.

Facebook erinnerte mich daran, dass ich am 29. Juli 2013 stolz darauf war, im Eclipse, mit 121 Metern dem höchsten Kettenkarussell weltweit, gefahren zu sein. Es steht im Tivoli Gröna Lund, dem Vergnügungspark von Stockholm. Ich war nicht glücklich da oben, aber die Aussicht war überwältigend. Die meiste Zeit musste ich meine Panik wegatmen, weil sich hinter uns zwei junge Männer einen Spaß daraus machten, panisch zu schreien, und ich bin absolut nicht höhenkompatibel (ich bin auf dem Bild die, die sich an den Halteseilen festklammert).

Der Garten erfreute mich mit schönen Rosen, vielen Bienen und Hummeln und einem Hochbeet, auf dem Gurke und Zucchini die Herrschaft übernommen haben (hier nicht im Bild).

Worauf freue ich mich im August?

Die kleinen Nach- und Aufräumarbeiten zum Raumtausch werden abgeschlossen sein. Irgendwann bekommen die Wände noch einen neuen Anstrich, dafür brauche ich aber einen Maler, weil eine Untergrundbehandlung erforderlich ist.

Ich werde meine Angebotsseite veröffentlichen und aktiv Werbung treiben.

Mit Glück und Arbeitsaufwand bekomme ich meinen Newsletter so bald fertig, dass ich darin einige spannende Events ankündigen kann.

Ich werde in der Content Society von Sympatexter an der Blog-Dekade vom 1. bis 10. August teilnehmen, aus der jeden Tag ein Artikel hervorgehen kann. Mal sehen, ob ich das schaffe. Für Tag eins habe ich schon den Rückblick vorbereitet, die anderen Artikel werden sicher kürzer.

Meine Tochter wird schon 19, dabei ist sie doch noch so klein – ich glaube, das denken alle Mütter. Ich bin auch sehr froh darüber, nicht mehr so stark in der Verantwortung zu sein und mich stärker um mein Business kümmern zu können.

Am 11. und 12. August bekommen Töchting und ich unsere Zweitimpfungen und sind dann gegen Ende des Monats wenigstens etwas sicherer.

Gleich am 2. August gehe ich mit einer Freundin in ein Konzert, das habe ich ewig nicht gehabt! Das sind dann gleich drei Glücks-Events in einem: Musik, Rausgehen und eine inspirierende Freundin.

6 Kommentare

  1. Liebe Silke, danke für die Beschreibung der Umgestaltung deiner Wohnung. Ich finde es immer wieder spannend, was so eine Veränderung im Außen mit unseren Innenräumen macht. Als würden wir dort gleichzeitig etwas öffnen, wegräumen uns anders zentrieren. Deinen FOMO Artikel lese ich gleich noch. Hatte beim Anlesen das Gefühl von „eins nach dem anderen“. Zuviel parallel erfassen tut mir nicht gut. Liebe Grüße Sylvia

  2. Liebe Silke, das war so schön zu lesen! Mit der Beschreibung Deiner „Raumrochade“ hast Du mich direkt motiviert, demnächst auch so etwas anzugehen.
    Du hast es mit diesem Artikel jedenfalls geschafft, sowohl mich als auch Frollein Frieda mit dem einen oder anderen Lächeln zu versorgen – danke, dass Du uns mitgenommen hast & herzliche Grüße auch in Friedas Namen von
    Sabine

    P.S.: Beim FOMO bin ich auch gleich hängengeblieben und freue mich, dass ich jetzt endlich weiß, was das bedeutet! 😉

    1. Liebe Sabine,
      danke für deinen so SCHÖNEN Kommentar, ich freue mich sehr – besonders über ein Lächeln bei dir und Frollein Frieda! Ich glaube, wir können viel von- und miteinander lernen, sind wir doch sehr ähnlich unterwegs.
      Liebe Grüße, Silke 🙂

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