Fun Facts über mich

  1. Music was my first love. Schon als ich noch kaum laufen konnte, tanzte ich, sobald ich Musik hörte. Das hat sich nicht verwachsen.
  2. Als Kleinkind sang ich sehr ausdauernd in „memorized English“ – ich konnte kein einziges Wort Englisch, übte aber zum Beispiel „Puppet on a string“, so wie ich es verstand. So kenne ich auch den „Dickschädel-Blues“ von den Walker Brothers, die in „The sun ain’t gonna shine anymore“ EIGENTLICH von einem „deep shade of blue“ singen.
  3. Schon auf der Säuglingsstation versuchten die Schwestern mit nur kurz währendem Erfolg, meine Haare zu bändigen. Ich vergesse immer noch gelegentlich, mich zu kämmen, weil meine Haare mit oder ohne meine Interventionen machen, was sie wollen. Besonders bei Luftfeuchtigkeit über 20 Prozent.
  4. Ich trage nicht gern Schuhe. Socken und Strumpfhosen sind auch nicht meine Lieblingskleidungsstücke. Als Kind und Jugendliche habe ich lange Wanderungen ohne Schuhe mitgemacht.
  5. Wenn ich an einem fremden Ort meinen Platz in Richtung Toilette verlasse, vor allem in der Bahn, vergegenwärtige ich mir beim Reingehen, in welche Richtung ich danach gehen muss, um meinen Platz wiederzufinden. Mein Orientierungsvermögen ist nicht das beste.
  6. Zwischen meinem 13. und 18. Jahr im Leben lebte meine Familie auf TNT – mein Vater hatte ein Grundstück auf dem Gelände einer alten Munitionsfabrik gekauft und dort gebaut.
  7. In Liverpool wollte ich nur die Studentenwohnung mit der Beatles-Adresse haben. Als großer Fan konnte ich der wirklich existierenden Anschrift
    Epstein Court
    Ringo Starr Drive
    Strawberry Fields Estate
    Liverpool
    nicht widerstehen.
  8. Wenn ich gefragt werde (oder auch nicht – ich liebe Hamburg so sehr), kann ich jederzeit eine Stadtführung mit öffentlichen Verkehrsmitteln organisieren. Zum Beispiel habe ich eine Route durch den Alten Elbtunnel entdeckt, bei der es mit dem Bus durch hoch interessante Hafenlogistik-Landschaften und über die Köhlbrandbrücke geht. Bei Bedarf ließe sich auch eine Zeit in Finkenwerder einbauen. Meine Fahrten oder Wanderungen enthalten nicht zwingend touristische Must-Sees, aber immer viel Schönes für die Seele.
  9. Wer mich kennt, nutzt mich gern als Restaurant-Scout. Ich lasse mich treiben, fühle, lausche, schnüffele und finde. Dabei liege ich nur selten daneben.
  10. Ich nehme Sprachen mit der Umgebungsluft auf und möchte überall bleiben, wo es schön ist. Wenn ich die Landessprache nicht verstehe, spreche ich sie aus Spaß so, wie ich sie höre. Ich glaube, das gilt mittlerweile als rassistisch, war für mich aber immer nur die reine Freude am fremden Klang.
  11. Ich liebe Pasta und könnte sie fast täglich essen. Sie selbst zu machen hat sich nicht so durchgesetzt.
  12. Keine Ahnung, warum, aber ich mag nicht gern backen, dabei kann ich es ganz wunderbar. Meine Tochter ist immer überglücklich, wenn ich ihr einen Kuchen backe.
  13. In der Schule habe ich Handarbeiten gehasst und war stattdessen die, die bis zum Ellbogen im Papiermaché steckt, das ich im Werkunterricht anrührte.
  14. Als ich später freiwillig Stricken lernte, weil ich keine passenden Pullover fand, entwickelte ich mich zur Nadelkünstlerin. Häkeln und Sticken kann ich auch und tue es sehr gern.
  15. Ich kann mich nicht durchringen, Bücher zu lesen, von denen jemand meint, ich MÜSSTE es tun. Obwohl ich den Hobbit von R.R. Tolkien im Englischunterricht liebte, konnte ich keinen Zugang zu seinem Herrn der Ringe finden – zu viele Empfehlungen! Genauso geht es mir bei Donna Tartts Distelfink und anderen hochgelobten Werken. Manchmal fühle ich mich ganz unvollständig, weil ich mich ihnen so hartnäckig verweigere.
  16. Meine Füße sind mit Größe 44 – passend zu meiner Körperlänge – groß, und zusätzlich ist der rechte mindestens eine halbe Größe kleiner. Ich überlege, wie ich es anstellen kann, mir einen Schuh-Buddy für die entgegensetzte Größenverteilung zu suchen.
  17. Wer mich so gut kennt wie meine Tochter, sieht an meiner Handhaltung oder Beinstellung, wie ich mich gerade fühle. Wenn ich sehr lache, muss ich meine Hände ausschütteln, weil sie vor Lachen kribbeln. Wenn ich mir das Lachen verkneife, weil ich eigentlich streng sein will, stehe ich x-beinig da. Wenn ich jemanden nicht mag, passieren seltsame Dinge mit meinen Händen, die ich aus Sicherheitsgründen verschweige.
  18. Ich rhythmisiere viele meiner Tätigkeiten und tanze meinen Alltag. Manchmal entwickele ich aus immer gleichen Bewegungsabläufen eine Choreographie.
  19. Obwohl ich keine geborene Katzenliebhaberin bin, liebe ich unsere Katze wie verrückt, und sie darf sogar in meinem Bett liegen. Witzig ist, wie meine Tochter mich überzeugt hat, unsere Lotta aus dem Tierheim zu holen: „Mama, wie sollen wir denn unseren Gästen erklären, dass wir Katzenklappen haben und keine Katze?“. (Anm.: die Vorbesitzer hatten Haustiere).
  20. Ich habe so viele Ideen, dass ich gern mehrere Leben hätte, um sie zu realisieren. Wenn ich die Fun Facts der Blogger-Community lese, werden es noch mehr.
  21. Meine Tochter und ich sind fest davon überzeugt zu wissen, was unsere Katze denkt und sagt. „Sie hilft so gern im Garten.“ „Lotta will das nicht.“ „Die Katze sieht das anders.“ „Nein.“ „Nein.“ „Nein.“ „Geht doch.“
  22. Ich kann im Gehen nicht essen oder trinken.
  23. Als ich mit 40 schwanger wurde, dachte ich zunächst, das seien die Wechseljahre.
  24. Der Vater meiner Tochter und ich sind uns am 11.09.2001 begegnet.
  25. Früher wurde ich häufig gefragt, ob ich mit dem Moderator Oliver Geissen verwandt sei, und Teenies riefen giggelnd an, um nach ihm zu fragen. Tatsächlich habe ich, als er noch ein Junge war, ohne jegliche Absicht mit ihm in derselben Straße gewohnt. Sein Vater hatte ein Fischgeschäft, und manchmal wurden mir Bestellungen auf den Anrufbeantworter gesprochen, die ich dann dort übermittelte.
  26. Heute fragen mich Menschen, ob ich etwas mit DEN GEISSENS zu tun hätte, aber Robert und Carmen heißen Geiss, darüber bin ich auch ganz froh. Das -en dient nur einer besser aussprechbaren künstlichen Pluralbildung.
  27. Weil ich auf eine integrierte Schule ging, habe ich Rollstuhl auf Kippe fahren und Rampenrennen gelernt.
  28. Ich habe eine Zeitlang E-Bass gelernt. Wenn ich irgendwo war, wo Musik gespielt wurde, habe ich häufig die Bass Line herausgehört und musste sie zuhause so lange üben, bis ich das Ergebnis akzeptabel fand. Ich kann zum Beispiel „Haus am See“ von Peter Fox begleiten.
  29. In meinem Kopf ist eine Matrix von Werbeslogans, Text- und Musikstücken, alles ist rhythmisiert. Wenn etwas auf die Matrix fällt, das passt, kann es vorkommen, dass ich anfange zu singen oder zu reimen. Bisher ist es meist glimpflich ausgegangen ;).
  30. In meiner Mittel- und Oberstufenzeit war ich schlecht bis miserabel in Mathematik, obwohl ich Zahlen liebe. Während meines Studiums und auch in der Schule in einer Nachhilfephase setzte ich mich frewiwillig hin und dachte mir Zusatzaufgaben aus.
  31. Ich bin sehr nah am Wasser gebaut. Beim Lachen muss ich weinen, bei Musik, die mich berührt, bei Anerkennung, die ich (wie ich immer noch manchmal glaube) unverdient bekomme.
  32. In meinen zwei Chören bin ich eine beliebte stimmliche Orientierung, weil ich Töne treffe UND rhythmisch richtig liege, aber in der Oberstufe fand der der Musiklehrer nicht im Chor haben. Trotz meiner Länge von 1,87 m werde ich oft nach vorn gestellt, weil ich beim Singen von innen heraus leuchte.
  33. Die Geste des Blumenschenkens mag ich sehr, rieche aber mit meiner hochsensiblen Nase spätestens ab dem zweiten Tag den fortschreitenden Fäulnisprozess. Pflanzen sind mir auch generell lieber, wenn sie lebendig sind und weiterwachsen dürfen.
  34. Ich koche gern, gut und einfallsreich, und bei mir gibt es – abgesehen von wenigen Standards – selten zweimal dasselbe. Zum Bedauern meines Umfelds tue iches nicht sehr häufig.
  35. Angeblich mache ich den besten Milchreis der Welt.
  36. In dem Veranstaltungshaus, in dem ich einige Jahre war, hatten wir fast den ganzen Buena Vista Social Club. Rubén Gonzales mit seinen arthrotischen Fingern und so viel Gefühl zu erleben, war sehr ergreifend.
  37. Mein erstes Vorsingen in einer Band scheiterte daran, dass der geforderte Song „Hey Joe“ von Jimi Hendrix war und eine ähnliche Performance erwartet wurde.
  38. Ich bin in dem Glauben aufgewachsen, nicht malen zu können, bis mich ein Kunstmaler, bei dem ich einen Kurs nahm, eines Besseren belehrte.
  39. Meine Tochter schläft sehr aktiv. Sie spricht im Schlaf vollkommen klar, aber ich verstehe kein Wort. Ich glaube, sie ist eine Außerirdische und spricht nachts die Sprache ihres Heimatplaneten.
  40. Mir haben die vorgelesenen Bücher als Kind nie gereicht, deswegen brachte ich mir selbst vor der Einschulung Lesen bei.
  41. Eine Nachbarin dachte, ich lüge und kann gar nicht lesen Sie legte mir druckfrische Zeitungen vor, damit ich es beweisen konnte. Ihr Sohn hat mich danach verprügelt.
  42. Nach meinem ersten Schultag verschwand ich in meinem Zimmer, kam Stunden später wieder runter, legte meine Bücher auf die Kommode im Flur und sagte „So! Die habe ich jetzt durch, und morgen hole ich mir neue.“
  43. Der häufigste Kommentar meiner Lehrer gegenüber meinen Eltern war „Sie könnte, wenn sie nur wollte.“
  44. Der häufigste Satz zu Beginn der Elternabende meiner Tochter war ein leises „Frau Geissen, hätten Sie nachher noch ein paar Minuten?“
  45. In Liverpool wurde ich einmal mit dem Doppeldeckerbus exklusiv direkt vor den Pub gefahren, wo das Quiz stattfand (ich liebte Pub Quizes sehr). Der Busfahrer hatte Feierabend und musste sowieso in die Richtung fahren.
  46. Ich frage mich immer, ob die Leute in der Zeit, in der sie mir erklären, warum etwas nicht geht, nicht kurz das machen können, was dann doch gehen würde.
  47. Ich liebe Pflanzen und Gartenarbeit, kenne viele botanische Namen, aber mit Zimmerpflanzen habe ich wenig Glück.
  48. Bisher wollte niemand jemals ein zweites Mal Scrabble gegen mich spielen.
  49. Lieb gemeinte Verkuppelungsversuche von Freunden amüsieren mich besonders, wenn die einzige Gemeinsamkeit „Single“ oder „auch so groß“ ist.
  50. Wahrscheinlich kenne ich alle Witze dieser Welt bzw. die Muster, nach denen sie gestrickt sind. Es ist fast unmöglich, mich mit einem Witz zu überraschen oder gar zu amüsieren.
  51. Meine größte Liebe hatte die im Verhältnis zu mir kleinste Körpergröße (187 vs. ca. 170 cm).
  52. Mein kleiner Bruder ist 2,03 m groß und damit 16 cm größer als ich.
  53. Es fällt mir schwer, mich auf einen Ort festzulegen, an dem ich für immer bleiben möchte. Als ich nach einer Immobilie suchte, war die Vorstellung, dann immobil zu sein, für mich nicht annehmbar. Meine Hilfestellung war, mir zu sagen, ich suche etwas, wo ich mir vorstellen kann, zehn Jahre zu bleiben. Danach darf ich verkaufen oder bleiben. Im meinem Haus lebe ich seit fast zwölf Jahren.
  54. In Positano musste ich einem Kellner „That’s amore“ von Dean Martin vorsingen, weil ich fand, er müsse es kennen, denn es passt so perfekt in diesen romantischen Ort.
  55. Ich bin in meinem Leben bisher 16mal umgezogen, ein paarmal mit meinen Eltern im Nordhessischen, dann nach Kassel, diverse Male in Hamburg, und in Liverpool lernte ich drei Wohnungen kennen.
  56. Während meiner Arbeit in einem Veranstaltungshaus bin ich mit Gloria Gaynor im Fahrstuhl gefahren, das fühlte sich ungemein glamourös an.
  57. In meinem Lieblingsclub in Liverpool begrüßte mich der Türsteher immer sehr begeistert als „Miss Germany“, was sich mit dem örtlichen Dialekt anhörte wie „Miss Geeeemenie“.
  58. Ich mag gern hinterm Tresen stehen. Schon als Kind habe ich gern bei Hochzeitsfeiern in der Verwandtschaft Sekt ausgeschenkt. Während des Studiums arbeitete ich in verschiedenen Bars und Kneipen und wurde gern für Privatveranstaltungen angefragt. Bei einer Silvesterparty war ich Tresenchefin der Sektbar in der Fabrik, einer Hamburger Veranstaltungslocation. Aus dem Nichts entwickelte ich geschmeidige Arbeitsabläufe, davon könnte ich mir heute manchmal eine Scheibe abschneiden.
  59. Mein Gedächtnis für Namen und mit Personen verbundene Erlebnisse ist riesig, deswegen habe ich irgendwann aufgehört, Leute zu begrüßen, die ich seit mehr als zehn Jahren nicht gesehen habe und die mich nicht erkennen. Es sorgt für mehr Verstörung als Freude.
  60. Mein erstes eigenes Auto fuhr ich auf der Fahrt zur Zulassungsstelle kaputt, weil ich vor lauter Respekt vorm Fahren in der großen Stadt (ich habe im sehr ländlichen Bereich den Führerschein gemacht) etwas übersah – beim Linksabbiegen eher ungünstig! (Anmerkung: es war reparabel, und keiner der Beteiligten kam körperlich zu Schaden).
  61. Ich bin ein sehr haptischer Mensch. Beim Klamottenkaufen fühle ich erst die Stoffe, bevor ich mir das Stück überhaupt ansehe. Hefe- oder sonstigen Knetteig liebe ich abgöttisch, meine Füße im Watt – herrlich!
  62. Meine Freundschaft oder Liebe verändert meinen Blick auf Menschen. So weit normal. Aber mein Blick auf Menschen verändert auch meine Beziehungen. So hinterfrage ich meine Verbindung zu Menschen, die einfach nicht schön werden wollen, und stelle fest, dass da in der Beziehung etwas faul ist.
  63. Meine Sprache ist sehr bildhaft und emotional. Als ich das Buch „Das Parfum“ von Patrick Süskind gelesen hatte, war ich voller Gefühle und Düfte. Ein Kollege von mir gab in der Mittagspause eine Zusammenfassung des Buchs. Ich hatte den Anfang verpasst, und weil er es so analytisch anging, dämmerte mir erst recht spät, welches Buch er meinte.
  64. Man sagt, ich sei ein Naturtalent im Unterhalten von Publikum (ich scheue den Begriff „Rampensau“), man müsse mich nur auf eine Bühne stellen, und dann würde etwas passieren. Stimmt, aber im Pingpong mit der richtigen Person zünden wir ein Feuerwerk!
  65. In meiner Bucket List ist ein TED Talk vorgesehen. Daran glaube ich fest.
  66. Ich kann keine Horrorfilme ansehen, die lassen mich nie wieder los. Darüber hinaus halte ich sie für komplette Zeitverschwendung.
  67. Mir ist schon so vieles passiert, was mich in Krankenhäuser und Rehakliniken trieb, dass ich einen doppelten Armbruch, den ich mir an einem klaren Tag bei einem unfreiwilligen doppelten Rittberger auf der einzigen vereisten Stelle in Hamburg zuzog, immer wieder vergesse und mich nur an ihn erinnere, wenn ich Fotos davon sehe.
  68. Meine Tochter erzählt Freunden und mir, was für eine schlechte Mutter ich bin, weil ich manchmal über ihre Stunts lache. Es ist mir aber mittlerweile gelungen sie davon zu überzeugen, dass ich NUR über ihre kunstvollen Stürze lache und nicht über die Verletzungen, die sie sich dabei zuzieht.
  69. Ich lache furchtbar viel. Dabei sind meine nicht sehr großen Augen häufig komplett verschwunden. Meine Tochter will mich immer von einer Lidstraffung überzeugen und hat das zu erwartende Ergebnis schon mit ihrem Allheilmittel Tesafilm simuliert, aber solange ich unter normalen Umständen noch alles sehen kann, lasse ich alles, wie es ist. Ein Verehrer sagte einmal über mich, er liebte diesen Moment, in dem mein Gesicht Platz macht für mein Lachen, ist das nicht zauberhaft?
  70. Warum ich mich auf Businessfotos immer im Blazer fotografieren lasse, hinterfrage ich gerade. Wenn ich das Haus verlasse, greife ich eigentlich immer nach einer Strickjacke oder meiner immer blasser werdenden ewigen Jeansjacke.
  71. Im Grunde bin ich sehr eitel, aber nur bis ich etwas gefunden habe, das ich wirklich mag, zum Beispiel meine Ringelshirts und mein Punktekleid oder die besagte Jeansjacke. Dann trage ich diese Sachen und stelle ihr ewiges Leben nicht infrage. Wenn sie dann irgendwann den Geist aufgeben, bin ich verstört, weil ich es kompliziert finde, bei meiner stattlichen Länge Passendes UND Kleidsames zu finden. Ich bin dabei, ein Signature Outfit zu entwerfen, das ich mir dann nähen lasse.
  72. In Baumärkten fühle ich mich viel wohler als in Boutiquen. Da kann ich auch mit Farbflecken auf der Hose hingehen und fünf Liter von der Mischung nachkaufen, die ich gerade brauche, mir schnell einen Topfbohrer holen, wenn ich ein Regal verschieben will und das Loch für die Steckdose dahinter bohren möchte. Ich muss mich nicht ausziehen und mich im Spiegel in allen möglichen Abstufungen von furchtbar betrachten, sondern bekomme einfach, was ich brauche, finde leicht Alternativlösungen und gehe beglückt nach Hause.
  73. Ich bin eine Allround-Heimwerkerin und Eigentümerin diverser Werkzeuge, zu denen z.B. ein Bosch-Bohrhammer zählt (aus der blauen Serie, nota bene!). Alle Schleifgeräte habe ich an Menschen verliehen, die den zweiten Teil dieses Vorgangs, das Zurückgeben, vergessen haben.
  74. Im Elektrobereich bin ich meist vorsichtig, aber als ich letztes Jahr „nur mal eben schnell“ eine Deckenlampe anbringen wollte, bohrte ich in die Decke und – puff! – auch in die Leitung. Zum Glück konnte der Elektriker am nächsten Morgen gleich kommen und uns das Licht im Oberstübchen unseres Hauses wieder einschalten. Den Sanitärbereich mag ich nicht, da tue ich nichts, und Fußbodenschleifen musste ich lernen, das macht mich aber so unglücklich, dass ich es nie wieder tun werde. Ich habe mehrere Küchen von IKEA montiert und komplett fertiggestellt. Auch damit habe ich aufgehört, die Zeit nutze ich lieber gewinnbringend.
  75. Manche Bücher liebe ich so sehr, dass ich sie nicht zu Ende lese. Bei „Winnie the Pooh“ zum Beispiel vergöttere ich die Art des Humors. Ich bewundere A. A. Milne grenzenlos dafür, dass er es geschafft hat, ein Buch zu schreiben, über das Kinder herzlich lachen können und das für Erwachsene auf ganz andere Art urkomisch ist. „A room of one’s own“ von Virginia Woolf hat eine derart elegante und wunderschöne Sprache, dass ich mir auch hier nicht vorstellen kann, es bis auf den letzten Buchstaben leerzulesen.
  76. Ich hasse schlechte Übersetzungen. Wenn ich schon am Anfang eines Buchs über unverstandene Idiome stolpere, lege ich es gleich weg. Den ersten Platz hält bisher „Nein, ich bin kein geselliger Falter“ (Original im Englischen, „I’m not a social butterfly“ = Mensch, der gern und und unangestrengt in der Interaktion mit anderen ist; umtriebig, gern unterwegs, manchmal flirty). Ähnlich verhält es sich mit herausgestelltem großem Wortschatz, der ganz offensichtlich beeindrucken soll. Ich ziehe Texte vor, in denen die Wörter eingesetzt werden wie benötigt nicht wo der Text um die tollen Wörter herum geschrieben wird.
  77. Nach der Geburt meiner Tochter fragte ich erst nach ungefähr einer halben Stunde nach dem Geschlecht meines Babys. Ich hatte von Anfang an gewusst, dass mein Kind ein Mädchen sein würde, hatte neben vielen Mädchennamen auch nur einen Jungsnamen für den unwahrscheinlichen Fall.
  78. Ich mag Udo Lindenberg seit meiner Jugend. Das erste Lied war „Ich träume oft davon, ein Segelboot zu klau’n“ aus dem Film „Nordsee ist Mordsee“ von Uwe Bohm. Über die Jahrzehnte blieb ich ihm überwiegend treu, und in Hamburg durfte ich schon zwei großartige Konzerte von ihm erleben.
  79. Dank meiner späten Mutterschaft bekam ich von meiner Tochter mit 45 die Windpocken aus dem Kindergarten mitgebracht, und ich dachte, ich würde sterben. Das Fieber ging aber irgendwann zurück, und was blieb, sind viele kleine Narben.
  80. Meine erste Schallplatte war eine Art Doppel-Single von den Beatles – auf jeder Seite waren zwei Songs. Beim Probehören machte ich meine erste Erfahrung mit einem Kopfhörer. Ich sang voller Inbrunst mit, kannte die Songs, hatte sie alle schon auf der Gitarre begleitet. Ich wunderte mich, warum mich so viele Menschen irritiert ansahen, bis mir meine Begleitung sagte, ich sänge wirklich sehr laut und sehr falsch – ICH hatte davon nichts gehört.
  81. Weihnachten fängt für mich an, wenn ich auf der Bühne stehe und darauf warte, dass die Streicher ihren Klangteppich ausbreiten, die Bläser jubeln und ich endlich mit den anderen zusammen jauchzend und frohlockend das Weihnachtsoratorium anstimmen darf. Andere Weihnachtslieder singen meine Tochter und ich ganzjährig.
  82. Ich arbeite eigentlich schon immer. Als Kind bedruckte und sortierte ich Sichthüllen, während der Oberstufe sortierte ich Eier in die Kartons, ging mit einem Hund spazieren, gab Nachhilfe in Englisch und Französisch. Im Studium tippte ich Kleinanzeigen, arbeitete bei einem Im- und Export-Autohöker und in verschiedensten Ausprägungen von Gastronomie, von der Stammkneipe über die Cocktailbar in den Golfclub auf Föhr. In finanziell anspruchsvollen Zeiten verdiente ich mir mit Marktforschung, Akquise und ähnlichem etwas dazu.
  83. In Liverpool stand ich drei Tage lang als Barmaid in einem gemieteten Zelt beim umstrittenen Grand National-Pferderennen in Aintree. Als Mitarbeiterin durfte ich selbst keine Wetten platzieren, das hat extern ein Freund von mir getan, um mein Leben etwas spannender zu gestalten.
  84. Ich kann mir nicht vorstellen, jemals mit dem Lernen aufzuhören. Meine Mutter zitiert manchmal die Stelle aus einem Film, in dem eine Frau gefragt wurde, was sie mit all ihren Kursen und Fortbildungen werden wolle, und sie soll geantwortet haben: „ein kluger Mensch“. Passt mir auch.
  85. Menschen, die nicht neugierig sind, sind mir unheimlich.
  86. Ich wollte früher ein Star werden, mit Gesang und/oder Tanz, gern auch Konzertpianistin. Lehrerin, Stewardess oder Archäologin waren auch im Rennen, so wie Journalistin oder Kriminalpsychologin (heute Profiler).
  87. Meine Geburtsstadt Kassel wird meiner Meinung nach völlig zu Unrecht von vielen Menschen als hässlich eingestuft. Während der drei Jahre, in denen ich direkt in der Stadt und nicht im Umland wohnte, entwickelte ich mich dort, wie auch in Hamburg, zur inoffiziellen Stadtführerin mit Blick fürs Besondere.
  88. In der Tanzschule war ich eine super Tänzerin, wurde aber fast nie aufgefordert, weil die Jungs von meinen damals „nur“ 1,82 cm eingeschüchtert waren. Dabei kommt es nur auf die Führung an. Ein sehr viel kleinerer Kubaner mit eingebautem Rhythmus bewegte mich später souverän durch einen Saal, und ich fühlte mich wie eine sehr glückliche Feder.
  89. Früher dachte ich immer, Fachbücher müssten superlangweilig, trocken und erwachsen sein. Mittlerweile kenne ich einige, die sehr lebensnah geschrieben sind, und es stehen einige Kinderbücher in meiner Fachbibliothek, weil ich die tiefe Weisheit in ihnen liebe.
  90. Eines Tages werde ich mindestens ein Buch schreiben.
  91. Ich war auf fünf hawaiianischen Inseln und habe unglaubliche Mengen an Wasserfällen gesehen und fotografiert. In der entlegensten Ecke auf Molokai gab es einen kleinen Supermarkt, in dem von der hohen Luftfeuchtigkeit alles angerostet war – die Einkaufswagen, die blechernen Senfdosen und vieles mehr. Die Frau, die dort arbeitete, hatte einen so unverkennbar deutschen Akzent, dass wir sie fragten. In der Tat hatte sie sich im zweiten Weltkrieg in einen Amerikaner verliebt, mit dem sie dann dort gelandet war.
  92. Bei einer Wanderung durch den hawaiianischen Wald ging ich mit drei weiteren Leuten anhand einer Art Schatzkarte auf verschlungenen Pfaden durch Waldstücke, in denen sich die Blätter hinter uns wieder schlossen und durch einen kleinen Fluss, bei dem wir eine Furt suchen mussten. Am Abend hatte ich 75 Moskitostiche!
  93. Italienisch ist meine Lieblingssprache, ich kann sehr vieles verstehen. Aber sprechen kann ich nur speisekartisch, allerdings mit Sonderwünschen. Die Grammatik ist so schwierig, aber es zu lernen steht auf meiner Bucket List.
  94. Italienisch ist auch mein Lieblingsessen. So einfach, so subtil. Und wer sonst käme auf die Idee, Bohnen und Pasta zusammen zu verarbeiten? Ligurische Nudeln habe ich am Lago Maggiore zum ersten Mal probiert und bin ihnen verfallen – dem größten Teil der italienischen Küche aber auch.
  95. Mein Vater konnte die Zubereitung von jeglichem Meeresgetier und Knoblauch bei uns im Haus nicht ertragen. Als ich in La Rochelle zum ersten von mehreren Besuchen eintraf und nach meinen Essensvorlieben gefragt wurde, wünschte ich mir alles, was aus dem Meer kommt, gern mit Knoblauch (hmmm, Rouille – köstlich!).
  96. In Sri Lanka aß ich, was die Einwohner aßen – Curry. Abends, mittags. Nachdem ich erfuhr, dass auch morgens Curry gegessen wird, probierte ich das interessiert – mein Körper nahm es mir übel und beruhigte sich erst, als ich Einheimische fragten, wie ich Stillstand in die Geschichte bringen könnte. Nach viel eiskaltem Ginger Ale mit echtem scharfem Ingwer und vorsichtshalber noch ein paar Elektrolyte dazu beruhigte sich die Lage.
  97. Ich habe einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, insbesondere, wenn Unterlegene schlecht behandelt werden und niemand hilft. Meine Tochter hatte schon als Kleinstkind manchmal so einen komischen Blick, wenn sie wusste, gleich mischt ihre Mutter sich wieder ein. Letztendlich findet sie es aber toll und handelt mittlerweile teilweise viel krasser, so dass ich manchmal Angst um sie habe.
  98. Als ich realisierte, dass Männer, egal zu welcher Tageszeit, einfach nach Hause gehen können, während Frauen sich manchmal schon bei Einbruch der Dämmerung Strategien überlegen müssen, wurde ich unfassbar wütend und wurde spätestens in dem Moment zur Feministin.
  99. Ich bin sehr vorsichtig mit Körperkontakt, und Händeschütteln mochte ich nie so besonders. (Was das angeht, erleide ich in der Pandemie keine Nachteile). Als Kind sollte ich irgendwelchen unsympathischen Menschen die Hände schütteln und erfand wahnsinnig ansteckende Warzen an meinen Händen, so dass sich das erledigte.
  100. Ich hasse es, gekitzelt zu werden. Für mich ist das Körperverletzung.
  101. Der Minimalismus hat es mir angetan, und ich lebe meine eigene Version davon. Keine Ahnung, ob es jemals weiß, grau und clean sein wird und ob ich das überhaupt möchte, aber je mehr Dinge ich aus meinem Leben verbanne, desto wohler fühle ich mich. Great minds need great space.
  102. Ich kann gebrochene Winkel schlecht ertragen. Am liebsten habe ich alles mittig, parallel, rechtwinklig, oder allenfalls im 45°-Winkel. Launig hingestellte, leicht verzogene Gegenstände machen mich nervös. Deswegen tue ich mich so schwer damit, Bilder an den Wänden zu befestigen. Es könnte ja passieren, dass ich die Möbel verrücke, und dann passt es nicht mehr. Die einen sagen, ich bin zwanghaft, die anderen, ich beherrsche den Goldenen Schnitt.

7 Kommentare

  1. Ah, Wolfgang, das ist ja superlustig! Und fast unangenehm, dass ich als bewährte Chormoderatorin die Interpreten nicht recherchiert habe – danke für den Heinweis, wird umgehend eingearbeitet!
    Liebe Grüße nach Stuttgart (wie kann man denn als Hamburger nach Stuttgart gehen?)

  2. Sehr schön! Ich war auch mal auf Hawai gewesen und berührt werden mag ich auch nicht, nur von meinem Sohn ; ). Eine Paarberaterin sagte zu mir, das kann nicht sein, es wäre durch Studien belegt, dass das ein Uhrbedürfnis wäre 🙄.

    1. Hawaii ist toll, nicht`?
      Das ist aber eine sehr hilfreiche Paarberaterin gewesen, was? (NOT!).
      Das mit dem Körperkontakthabe ich vielleicht missverständlich ausgedrückt. Ich liebe Berührungen, aber ich bestehe darauf mir aussuchen zu können, wer sie mir geben darf. Und ich habe sehr großen Respekt vor der persönlichen Sphäre anderer:)

  3. Ach Silke, wann kommen die nächsten 101 Fun Facts. Ich habe so gelacht. Ich glaube, wir gehen mal zusammen in den Baumarkt, das finde ich auch ziemlich klasse. Und das mit Jeansjacke-yeah! Liebe Grüße Nicole

    1. Liebe Nicole, danke! Ja, Baumarkt-Shopping ist großartig, machen wir gern! Wenn meine Mutter mit ihrem Auto hier ist (ich habe ja selbst keins), fahre und fahre ich, und schleppe eine Wagenladung nach der anderen aufs Grundstück und arbeite den Einkauf über die nächsten Wochen und Monate ab.

  4. #69 Deine Tochter mag ich mit jedem Beitrag mehr 🙂 Tesafilm – einfach genial, zeig doch mal eine Foto davon!
    #68 Mein absoluter Favorit!! Vor allem, weil du dich so glaubhaft aus der Affäre zu ziehen versuchst. GENIAL!
    #62 Absolut genial erklärt. Mir wird einiges klarer … werde ich in nächster Zeit mal bei mir beobachten.
    #39 Fantastisch!
    #15 Das geht mir nicht nur bei Büchern so, sondern auch bei Filmen. So habe ich noch nie ET gesehen.
    #8 Darauf kommen ich zurück, wenn ich mal in Hamburg bin.

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