Die Autorin seht an einem Strand, die Aufschrift des Bildes ist "Fun Facts über die Wechseljahre"

Fun Facts über die Wechseljahre

Die Wechseljahre sind meist ähnlich gruselig konnotiert wie die Pubertät. Zu Recht, denn in der Pubertät steigen wir aufs Hormonkarussell auf, und in den Wechseljahren steigen wir wieder aus, zumindest aus der fruchtbaren Zeit. Frauenzeitschriften und „wohlmeinende“ Frauen in unserem Umfeld teilen uns mit, welche Frisuren, welche Kleidung, welches Make-up wir nicht mehr tragen dürfen. Wir werden belehrt, dass wir kaschieren müssen. Unsere Kinne, unsere Mitte, die trockener werdende Haut. Und bloß nichts anziehen, was „jung und flippig“ aussieht! Stattdessen empfehlen uns ANDERE FRAUEN, die sich für nichts zu schade sind, dass wir z.B. (für mich sehr unkleidsame) Lagenlook-Experimente machen sollen.

Das sind nur die Äußerlichkeiten. Die verschiedenen Körper- und Geisteszustände habe ich noch gar nicht erwähnt. Sie sind sehr zwiespältig und häufig sehr gegensätzlich:

Die Autorin an einem sehr heißen Tag, als Beispiel für das Schwitzen in den Wechseljahren
Heiß, heiß, Baby – inzwischen nur noch wegen der Außentemperatur

Wir werden SCHWITZEN. Furchtbar schwitzen. Unablässig und in Wellen, ständig müssen wir die KLeidung wechseln. Ok, das kann tatsächlich passieren. Zum Glück ist es so extrem nicht bei vielen (die mir bitte den etwas amüsierten Ton des Artikels verzeihen mögen). Ich hatte, was das Schwitzen angeht, Glück. Meine Hitzewellen ereilten mich manchmal, wenn ich im Chor sang, dabei wird mir aber sowieso immer sehr heiß, weil ich mich so engagiere, und die Kolleginnen hinter mir fächelten mit manchmal Kühlung zu.
Mein lustigstes Hitze-Erlebnis war der Besuch eines Fahrradladens im Winter. Auf meinen Schultern ruhten: ein Top, ein kurzärmliges Jerseyhemd, eine dünne Strickjacke und eine leichte Daunenjacke. Ich konnte nicht einfach wieder gehen, als mich die Welle ereilte, weil ich zum Konfigurieren meines neuen Rads einen Termin hatte. Also weg mit Daunenjacke. Schal und Strickjacke. An die eiskalte Betonwand gelehnt, vielleicht fällt es nicht auf. Ich war sehr kurz davor, das Hemd und vor allem meine Schuhe auch noch auszuziehen. Hätte ein Dampfkochtopf Empfindungen, ich könnte ihn nach dieser Situation verstehen. Ich habe sie halbwegs würdevoll überlebt. Und ich gehöre zu den Glücklichen, für die es nicht schlimm und nicht sehr langanhaltend verlief. Das ist mir bewusst, und ich bin darüber froh.

Es ist auch möglich, dass du in den Wechseljahren eher frierst. Das Frieren wird nicht so stark thematisiert, weil die Beschwerden leicht mit mehr Kleidung, heißen Getränken und Wolldecken zu lindern sind. Es trifft aber ungefähr ein Drittel der Frauen in den Wechseljahren.

Die Blutung kommt manchmal monatelang nicht, das führt zu permanenter Verunsicherung. Es wäre unpraktisch und teuer, täglich die volle Monatshygieneausstattung aufzufahren für den Fall, dass doch irgendwann etwas passiert.

Dann aber, von einem auf den anderen Tag, blutest du plötzlich, als wäre es gleich zu Ende mit dir. Vorzugsweise an dem Tag, an dem du beschlossen hast, du bist jetzt durch mit dem Thema, und es sei wieder Zeit für die weiße Hose. Das kann dann auch wochenlang anhalten. Mir kam es so vor, als hielte meine Gebärmutter Ausverkauf und schleuderte alles raus, was an Gewebe da war. Und als ich mich ganz dünn und schwach fühlte, ließ ich mich auf einen hormonellen Stopp des ganzen Zaubers ein. Seitdem ist Ruhe.

Du denkst viel nach und grübelst ganze Nächte durch, so dass du nicht schlafen kannst. Das Grübeln kann dich zermürben und in die Verzweiflung treiben, vor allem, wenn du länger in diesem Kreislauf von Grübeln und Schlaflosigkeit festhängst. Es kann in den Wechseljahren zu starken Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen kommen. Die Bandbreite ist vielfältig.

Das Grübeln kann dich, wenn du Glück hast, aber auch auf großartige neue Ideen bringen. Wenn du dir erlaubst sie weiterzuspinnen, startest du vielleicht nochmal ganz neu durch? Für den Fall findest du in mir eine kompetente Sparringspartnerin. Wenn du Lust hast, lass uns doch mal eine halbe Stunde darüber reden. Es kostet dich nichts außer deiner Zeit, der grundsätzlichen Bereitschaft etwas zu verändern, und deiner Offenheit:

Du fühlst dich unsichtbar, weil du bemerkst, dass du von dir selbst und auch von außen anders, weniger, unerotischer wahrgenommen wirst. Der Film „Giulias Verschwinden“ mit einer grandiosen Corinna Harfouch stellt dies wundervoll dar.

Die andere Seite ist, du kannst dich zeigen, wie immer du willst, weil dir klar wird, es kümmert sowieso niemanden. Und wirst ganz anders sichtbar als du es in den letzten Jahrzehnten kanntest. Mit dieser unbekümmerten Herangehensweise förderst du den eigenen, auch erotischen, Umgang mit dir selbst. Ich genieße diese Transformation von angepasst zu selbstbewusst und selbstbestimmt. Unterstützt hat mich dabei die Nordamerikanerin Stasia Savasuk mit ihrer Style School. Zusammen mit anderen Frauen ging ich auf die Reise zu meinem eigenen Ausdruck und lernte mich und meinen Körper noch besser und liebevoller zu schätzen als ich es ohnehin tat. Das Credo ist, mein Körper ist ein guter Körper, und er tut gute Dinge, die ein Körper eben so tut. Die Beine tragen mich durch mein Leben, meine Lungen atmen, undsoweiter. Es gibt nichts, dessen wir uns schämen müssen, ganz im Gegenteil.

Diesen ganz und gar unwissenschaftliche und sicher unvollständige Artikel ist am 5. Tag der der Sommer-Blodekade 2022 entstanden. Seit dem 21.08.2022 schreiben viele Bloggerinnen in TheContentSociety innerhalb von zehn Tagen bis zu zehn Blogartikel. Für mich ist es die dritte Blogdekade, und ich liebe diese rauschhafte Schreiberei ohne Perfektionismusgedanken (na, fast ohne). Wenn du meine und andere Artikel dazu lesen willst, findest du sie unter #blogdekade auf Instagram und Facebook. Viel Spaß dabei!

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