Die Autorin zeigt auf das Wort Aha! als Symbol für die Aha-Momente oder Business-Lektionen

Meine wichtigsten Business-Lektionen

Einen Weg zu gehen heißt nicht zwangsläufig, ihn schon komplett zu kennen. Versuch und Irrtum sind meine Begleiter. Erkennen, Verwerfen, Lernen – das ist für mich die richtige Methode. Intelligentes Scheitern nenne ich das gern. Merke ich, dass meine gewählte Richtung nicht passt, nehme ich einen anderen Weg. Offen für meine eigene Intuition mit einer feinen Wahrnehmung für gedankliche Sackgassen gehe ich weiter, lerne, stelle etwas um und vertraue, dass es gut ist, wie ich entscheide. Auf diesem Weg habe ich viele Lektionen gelernt, privat und für mein Business.
Hier stelle ich dir meine bisher wichtigsten Aha-Momente vor.

1. Aha: Persönlichkeit zeigen ist gut

Zu Beginn meiner Selbstständigkeit dachte ich, Hauptsache, Fachwissen zeigen. Alles, was ich rausgebe, muss Wissen verströmen und möglichst sachlich sein. Jetzt weiß ich, das ist ein bisschen anders: Persönlichkeit zählt. Wer zu mir kommt, will sich aufgehoben fühlen. Will wissen, dass ich verstehe, was los ist und die richtige Sprache spreche.

Wir alle suchen ein Gegenüber, das uns versteht, spiegelt und bei uns ist. Die richtige Mischung aus Kompetenz und Persönlichkeit schafft Vertrauen und Bindung. Die zeige ich unter anderem in meinen Blogartikeln und in meinem Newsletter. Auf beide bekomme ich viele positive Rückmeldung. Genau deswegen.

Die Sozialen Medien, vor allem Instagram, nutzte ich früher nur zum Posten privater Bilder, die keinem Muster folgten und denen deswegen auch fast niemand folgte. Heute trete ich mit einer Mischung aus Professionalität, Persönlichkeit und vor allem Nahbarkeit auf. Auf den Screenshots ist die Entwicklung gut zu erkennen. Mir ist wichtig, einen Nutzen für meine langsam, aber deutlich wachsende Community zu generieren, und dabei immer persönlich zu bleiben. Die eher spielerischen Dinge passieren zusätzlich in den Storys.


2. Aha: Intelligentes Netzwerken rockt

„Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“

Johann Wolfgang von Goethe

So ähnlich dachte ich, als ich las, ich solle auch „nach oben“ netzwerken, also Selbstständige ansprechen, die schon länger im Business sind und entsprechend größere Erfolge verzeichnen. Menschen kennenzulernen, die auch selbstständig sind, ist wichtig und verbindet.

Silke Geissen und Judith Sympatexter Peters beim Live-Treffen ihrer Blogger-Community in Stuttgart. Business-Lektion: Vernetzen ist nach oben und unten wichtig

Als Neuling in der Solo-Selbstständigen-Szene sah ich ehrfürchtig auf alle, die weiter sind als ich. Und ich wäre nicht auf die Idee gekommen dort nach Vernetzung zu fragen. Aber gute Netzwerke leben von der Heterogenität. Würde Interaktion nur unter Menschen auf der jeweils gleichen Stufe miteinander passieren, wäre keine Bewegung im Markt. Mittlerweile kenne ich viele, die gerade anfangen, und mindestens genauso viele, die schon deutlich weiter sind als ich. Das inspiriert mich, weil ich sehe, wo ich mal stand und wo ich stehen kann und will. Und so ist es gut und fühlt sich richtig an.

Auch eine angehende Blog-Millionärin wie Judith „Sympatexter“ Peters (hier auf dem obligatorischen Poser-Foto im April 2022 beim Live-Treffen von The Content Society) ist nahbar, menschlich und netzwerkt in alle Richtungen.

3. Aha: Es ist natürlich und wichtig, über mein Angebot zu sprechen

Vertrieb, Marketing, Sales – für mich war es immer mit ‚schmierig, halbseiden, aufdringlich‘ assoziiert. Andererseits: wenn ich tolle Frauen in ihrem Leben weiterbringen will, muss ich mein Coaching verkaufen. Also was tun?! Meine liebe Sales Mentorin Gretel Niemeyer ermahnt mich immer wieder, mehr darüber zu reden, und es fühlt sich schon langsam besser an. Ganz zuhause bin ich in dem Thema immer noch nicht, aber gerade in diesen Tagen, Anfang August 2022, meldete mir meine Blogger-Kollegin Viktoria Cvetković zurück, ihr gefiele meine spezielle Art, subtil und unaufdringlich und thematisch passend auf mein Angebot zu leiten und dabei nicht extrem „salesy“ zu sein.

Und wie bei vielem entwickelt sich auch beim Verkaufen eine Routine. Überraschend, neu, gut.

4. Aha: Klarheit kommt beim Schreiben

Mein Thema muss ganz klar sein, wenn ich mich das erste Mal als Coach zeige, dachte ich. Und kam nie „aus dem Quark“ mit meinem Angebot. Ich kann wunderbare Menschen, vorwiegend Frauen ab 45, dabei unterstützen, ihre Denkblockaden aufzulösen und sich von vielerlei Ballast zu befreien. Das weiß ich schon länger. Wie ich das in Worte fasse, darauf dachte ich lange herum. Und dann lief mir Judith Peters, meine erklärte Blogger-Königin, über den Weg. Seitdem schreibe ich Blogartikel um Blogartikel, seit fast einem Jahr auch Newsletter.

Ich schreibe über Coachingthemen, ausgewählte Erkenntnisse meiner Coachees, eigene Erlebnisse und was ich daraus lerne. Ich ziehe schriftlich Parallelen und erkenne Verbindungen. Mit jedem Artikel, mit jedem Newsletter wird mir und meinen potenziellen Kundinnen klarer, was ich tue und wie ich arbeite. Ich erkenne selbst, was mir eine Herzensangelegenheit ist und was ich meinen Coachees anbieten möchte. Daraus entsteht eine immer stimmigere Außendarstellung, die meine Herzenskundinnen anzieht.

5. Aha: Ich bin schon immer am besten als Selbstständige

Beim Klassentreffen im Mai 2022 traf ich meine Oberstufen-beste-Freundin Susanne wieder. Wir hatten uns ein wenig aus den Augen verloren und beschlossen, unseren Kontakt wiederzubeleben. Im August, als wir uns in Uelzen trafen, fragte sie mich, ob ich nicht auch einige meiner Angestelltentätigkeiten gemocht hätte. Ich dachte nach, und die Erkenntnis traf mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel: natürlich hatten mir einige Jobs viel Freude gemacht, aber das waren genau die, bei denen ich äußerst ungebunden von Weisungen arbeiten und mir mein Arbeitsfeld selbst gestalten konnte (nein, keine Sammel-Minions auf dem Schreibtisch!). Es waren die Beschäftigungen, bei denen ich selbstständig arbeitete.

Bei der Krankenkasse war ich als Rehabilitationsberaterin ziemlich frei in der Gestaltung meiner Arbeit mit den Versicherten, zerrieb mich aber intern in der Bürokratie. Im Veranstaltungshaus fühlte ich mich, als sei es mein Haus, in dem ich Events entstehen ließ. Leider war es das nicht ganz. Ich erlebte Vorgesetzte in einigen meiner Jobs als unsouverän und deshalb dogmatisch und unflexibel im Denken, damit kam ich nie gut zurecht. Ich hatte trotzdem sehr lange nicht die Idee, selbstständig zu sein, weil ich schlicht Angst davor hatte. Erst als mir klar war, dass ich Life-Coach werden will, konnte ich den Schritt gehen.

6. Aha: Ich brauche immer genug Papier zum Schreiben!

Kurz nach der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland fuhr ich als Mitarbeiterin einer Krankenkasse nach Rostock, um dort über die neuen Krankenversicherungs-Regelungen zu informieren. Dazu war ich in Unternehmen. Es war sehr kurz nach dem November der Grenzöffnung. Meine Kollegen und ich erklärten viel und erfuhren noch mehr. Wie es auf der anderen Seite der Mauer aussah, wie die Leute gelebt hatten.

Was mich am meisten erschütterte, waren diese kleinen Papierblätter, die mir überall begegneten. Kleingeschnittene Schreibmaschinenseiten, teilweise schon vergilbt. Diese Zettel waren seit Jahren in Gebrauch. Sie waren über und über mit vielen verschiedenen Stiften und Schriften beschrieben. Ich lernte, dass Papier immer wieder ein seltenes Gut war. Wie offenbar so vieles. Versteh mich nicht miss, ich spare auch Papier und benutze Rückseiten von Ausdrucken. Aber diese kleinen alten Zettelchen, das war ein ganz anderer Grad von Sparsamkeit. Da war nicht Ökologie der Treiber, sondern die Nichtverfügbarkeit von Ressourcen.

Für mich als Vielschreiberin war das ein echter Stich ins Herz. Die Vorstellung, nicht schreiben zu können, einfach weil kein Papier da ist, schmerzte mich tief in der Seele. Diese Erinnerung hält sich bis heute. Obwohl ich als Life-Coach nicht hauptberuflich schreibe, brauche ich Papier und Füller für plötzliche Einfälle, Morgenseiten, Veranschaulichungen, Karten. Mein Coaching-Angebot ist auch erst auf Papier gewachsen, bevor es digital Form annahm.

Deswegen bin ich sehr froh, immer genug Papier für meine Ideen und Entwürfe zur Verfügung zu haben.

7. Aha: Selber können ist toll, Hilfe holen im richtigen Moment auch

Mit „Hilfe holen“ meine ich nicht Fortbildungen oder Coachings. Die gehen immer. Ich meine Arbeiten, für die ich unverhältnismäßig viel Zeit brauche. Mein Credo ist: Ich kann alles lernen, aber ich muss nicht alles machen. Manches dauert einfach zu lange oder es ist nicht meine Geniezone. Ich habe vor Jahren aus Not gelernt, Parkett zu schleifen. Die Wohnung sollte bezugsfertig werden, aber es waren zeitnah keine Holzschleifer zu bekommen. Also mietete ich Maschinen, schliff, glättete, ölte, polierte. Ein einziges Mal! Ich brauchte ein ganzes Wochenende für 27 Quadratmeter. Dabei lag ich mit der rotierenden Poliermaschine im Clinch, und ich habe es gehasst.

Meine Lektion: Die Stunden, die ich mit Tätigkeiten verbringe, in denen andere Menschen Experten sind, sind reine Geldverschwendung, weil ich in dieser Zeit nicht mit meiner eigenen Expertise Geld verdienen kann. Ein Erlebnis wie mit dem Parkettschleifen wollte ich nie wieder haben.

So ist das z.B. auch mit der Technik. Meine Website habe ich allein aufgesetzt. Ich habe viel gelernt, fühle mich souverän, brauche aber auch viel Zeit dafür. Die Souveränität will ich beibehalten. Manchmal brauche ich schnell eine Lösung für ein Problem, das sich so schnell nicht wiederholen wird. Beim nächsten Mal werde ich das wieder vergessen haben. IT-Spezialist:innen, die mich bei solchen Projekten unterstützen, sind schnell, sicher in dem, was sie tun und für mich günstiger als alles selbst zu machen und die fünf- bis zehnfache Zeit dafür zu brauchen.

Oder meine Virtuelle Assistentin: Contentplanung und das sinnvolle, regelmäßige und gezielte Bespielen der Sozialen Medien sind mir nicht in die Wiege gelegt. Ich zeige mich gern, beherrsche aber nicht die ganze Klaviatur der Sichtbarwerdung. Meine wunderbare Anne Lindner habe ich in einer Sichtbarkeitschallenge von Anne Häusler entdeckt, und für mich war es Business-Liebe auf den ersten Blick. Sie kann, was mir schwerfällt, und sie unterstützt mich mit ihrer Strukturiertheit.

Um Zeit für mein Business zu haben, werde ich demnächst wieder eine Putzhilfe suchen. Meine letzte habe ich in einem Anflug von Selbstüberschätzung an meine Nachbarn abgegeben. Der Plan war, dass sie bald wieder auch bei mir arbeitet, nun schafft sie das aber nicht mehr. Ich mag ganz gern putzen, aber ich sehe dabei so viel anderes und lasse mich ablenken. Eine unabhängite Außenstehende macht sauber. Und wenn sie geht, riecht es frisch und glänzt. Punkt.


Apropos unabhängige Außenstehende: das bin ich als Life-Coach bei deinen Themen wie

  • Beziehungen – ob Paarbeziehung, Familie oder Freundschaften: wenn es hakt, kann es schwierig sein es wieder aufzudröseln, zu lösen oder auf andere Beine zu stellen. Hier kann ich deine Sparringspartnerin sein.
  • Ordnung – im Innen wie im Außen: zu viel Zeug, zu viel Frust, zu viel, was du insgesamt mit dir herumschleppst. Mach mich zum Cheerleader beim Sortieren, was und wen du behalten möchtest, weil es dir gut tut.
  • Berufliche Neuorientierung: du kannst es, du tust es, seit Jahren schon mit Erfolg, aber es bringt dir keine Freude mehr, keinen Stolz, kein inneres Leuchten. Lass mich dir helfen, deine Kerze wieder anzuzünden, und wir legen los!
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6 Kommentare zu „Meine wichtigsten Business-Lektionen“

  1. Liebe Silke

    ich schätze Deine ehrlichen und offenen Worte sehr. Und bin sehr dankbar, das wir uns begegnet sind. Einiges kann ich mir von Dir abgucken, wie das „nach oben Netzwerken“ und noch mehr Arbeiten abzugeben. Ich freue mich, dass wir über das Bloggen so verbunden sind.

    Und grüsse herzlichst, aus der Schweiz
    Christine

  2. Liebe Silke,
    das ist ein ganz wunderbarer Artikel. Und er macht mich neugierig: Wie dein Coaching-Angebot in der Papier-Entwicklungs-Phase aussah, würde ich sehr gerne sehen. Das ist vielleicht nerdig, aber so ist es halt. 😀 Ich konzipiere ALLES auf Papier und lünkere auch gerne bei anderen, weil ich diese wilden, ungeschönten Notizen einfach gern habe.
    Liebe Grüße
    Viktoria

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