Die Geschichte meiner Selbstständigkeit – Teil 1

Die Geschichte meiner Selbstständigkeit löst große Freude aus

Warum ich gerade jetzt die Geschichte meiner Selbstständigkeit erzähle

Seit dem 1. August schreibe ich mit bei der Blogdekade von Franzi Blickle. Franzi mag Challenges und initiiert häufiger mal schriftliche Kurz- oder Langstreckenrennen. Im August rief sie in der Content Society die Blogdekade aus, bei der zehn Tage lang jeden Tag ein Artikel veröffentlicht wird, wenn wir es schaffen.
Nur perfekt recherchierte und epische Artikel kann ich nicht in täglicher Folge produzieren, auch wenn ich ein wenig vorgearbeitet habe: in meinem Blog liegen viele mehr oder weniger ausgearbeitete Beitragsentwürfe auf Vorrat.
Nicht alle Themen eignen sich, und manchmal ist sehr wenig Zeit, zum Beispiel weil morgen meine Tochter Geburtstag hat.
So wird es bis zum 10. August noch andere Formate geben. Heute möchte ich spontan beginnen, die Geschichte meiner Selbstständigkeit zu erzählen. Ich werde diese in lockerer und unregelmäßiger Folge fortsetzen. Jetzt aber zum Anfang:

Teil 1: DER Moment, in dem ich wusste, dass ich Coach werden muss

Ein unzufriedener Mensch

Vor ungefähr 12 Jahren ging ich mit meinem meist unzufriedenen damaligen Freund spazieren. Er war nach Jahren hochbezahlter Jobs in Werbeagenturen durch diverse Umstände und Fehlentscheidungen in der Anzeigenakquise eines kostenlosen Stadtmagazins gelandet. (Nebenbei gesagt, war er auch eine große Fehlentscheidung von mir, aber es ging nicht sehr lange).

Er schimpfte über sein Anzeigenblatt, über die ungerechte Welt, ich kannte das schon. Dann stand er vor mir, mit theatralischer Geste, und sagte, ER müsse nur zu einer Werbeagentur gehen, IHM stünden Unmengen an Geld zu. Ich lächelte und sagte, vielleicht sollte er dies den Werbeagenturen mal sagen, möglicherweise wüssten die gar nichts davon.

Ein Gefühl für die Situation und einige unerwartete Fragen

Ich dachte nach, fühlte mich in die Stimmung hinein und fragte vorsichtig, ob es vielleicht möglich sei, dass er, wenn er ehrlich zu sich wäre, gar nicht in einer Werbeagentur arbeiten wollte. Er wurde ganz still und sagte nach einer Weile, am liebsten würde er immer nur Gitarre spielen. (Anmerkung: er spielte wirklich sehr, sehr gut und täglich mehrere Stunden Gitarre und probierte immer neue Sachen aus). Ich würdigte die Idee und fragte nach, ob er sich Gedanken gemacht habe, wie er mit Gitarrespielen Geld verdienen kann, worauf er sagte, er hätte zuhause mehrere CDs mit selbst komponierten und abgemischten Jingles.

Nach weiterem Nachdenken platzte es aus ihm heraus: „Aber am liebsten würde ich Kindern Gitarrenunterricht geben.“ Mir fiel ein, dass es genau das Jahr war, in dem in Hamburg das Programm JEKI gestartet werden sollte – Jedem Kind Ein Instrument. Dabei sollten Kinder frühzeitig an Instrumente und Musikalisierung herangeführt werden. Ich erzählte ihm davon und meinte, ich könne mir nicht vorstellen, dass bei einem so groß ausgerollten Programm kaum so viele Konservatoriumsabgänger und studierte Musiklehrer gefunden würden und dachte, das könnte seine Chance sein.

So ging es weiter

Ein paar Tage später fragte mich eine andere Mutter, ob „mein“ Hans (Name geändert) vielleicht Kinder unterrichten würde, denn ihre Tochter und ein paar andere Mädchen wollten gern Gitarrespielen lernen. Die Mädchengruppe kam zustande, und ich hörte, die Gruppe habe recht lange bestanden. Unsere Verbindung endete zwischenzeitlich, aber die Gitarrenmädchenmutter stellte den Kontakt zur Stadtteilschule her, wo er dann tatsächlich jahrelang der Gitarrenlehrer war.

Das Grande Finale: Wie wirksam ich doch war!

Neugierig wie ich bin, suchte ich vor einer Weile im Internet nach ihm, um zu sehen, wie nachhaltig die Entwicklung war, zu der der Startschuss in JENEM Gespräch mit mir gefallen war, und siehe da, er hat eine Musikschule gegründet, nachdem er jahrelang in Schulen und KiTas unterrichtet hat.

Mein Fazit aus der Situation

Etwas wie mit ihm ist mir häufiger passiert, aber erst in der Situation wurde mir bewusst, dass ich da eine Gabe habe, die ich nicht verschwenden darf. Das Titelbild ist in einer anderen Situation entstanden, aber ungefähr so glücklich fühlte ich mich, als mir klar wurde, was ich kann. Es hat danach noch lange gedauert, bis ich die Idee hatte, wirklich Coach werden zu wollen. Aber ich habe mich auf den Weg begeben, den ich in späteren Artikeln weiter beschreiben werde.

17 Kommentare

  1. Liebe Silke, wie wundervoll und lebendig du deine Geschichte erzählst … ich bin schon neugierig auf die Fortsetzung … Yeah!!! her damit … bitte bald … 😉

  2. Liebe Silke,
    Danke, fass du deine Geschichte teilst, liebe Silke. So eine starke Erfahrung- und weil sie dir so leicht fiel bin ich davon überzeugt davon, dass es genau das Licht ist, das du in die Welt bringen musst. Ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt.
    Alles Liebe, Korina

    1. Liebe Korina,
      das war es – eine starke Erfahrung! Ich habe so viele Jahre gebraucht, bis ich mir glauben konnte, dass ich das schaffe, aber nun. Bei mir stimmt das auch mit der Einwirkzeit ;).
      Liebe Grüße, Silke

  3. Danke für deine Geschichte. Ich finde es so wichtig, dass wir herausfinden, was unsere Gaben sind, die wir dem Leben und anderen Menschen schenken können und darauf unsere Arbeit aufbauen.
    Ich habe das mit dem Unterrichten erlebt. Eigentlich wollte ich immer Sängerin werden, habe das auch gelernt, aber gemerkt, dass ich noch viel besser unterrichte als ich selber singe. Mein „Coach“ war damals meine Mutter, die immer wieder sagte, ich habe eine pädagogische Begabung. Und später folgten noch weitere Coaches, die so wertvoll für mich waren. Und ich selbst bin ein Stimm-Coach.
    Es ist so beglückend, diese Art der Arbeit zu machen.
    Und by the way: you look so beautiful and happy on this picture. Just wonderful

    1. Liebe Hilkea, absolut! Ich merke jetzt bei meinem Schreibtisch, wie beglückend ich es finde, an meinem neuen Leben zu arbeiten, an dem, was mich wirklich bewegt und was ich wirklich bewegen kann. Früher wollte ich Lehrerin werden, aber ich glaube, das war nur ein Gedankenschritt auf meinem Weg. Ich würde dich gern mal in Aktion erleben, das muss ein Naturschauspiel sein!
      Was mich auf dem Bild so aussehen lässt, ist Musik – ein Konzert der Hamburger Staatsphilharmonie mit vielen Solisten, dirigiert von Kent Nagano

  4. Liebi Silke
    Danke, dass du diesen Moment mit uns teilst und toll, dass dir dieser Moment auch klar ist. Das finde ich nämlich so wichtig für das Weitergehen in der Selbständigkeit, aber auch für dich selber. Dieser Moment kann Motivation und Antrieb in unmotivierten Momenten sein! Hat mich grad motiviert, über meinen Moment nachzudenken! Tolle und wertvolle Gabe, die unbedingt in die Welt hinaus muss.
    Herzliche Grüessli
    Jeannine

  5. Liebe Silke, deine Geschichte hat mich wirklich sehr berührt. Es ist wundervoll, jemanden dabei begleiten zu dürfen, mehr zu sich und zu seiner wahren Passion zu kommen. Ich kann es auch so bestätigen, du hats wirklich eine große Gabe, einen in die Tiefe zu führen…und gleichzeitig strahlst du eine lebensfrohe Leichtigkeit aus. Go for it! Liebe Grüße Nicole

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