Nebelgraue Allee mit einer ins Foto montierten Lichterkette sowie einem Rentierschlitten

Non-Business-Rückblick Dezember 2022 – keine Ruhe bis zuletzt

Der Dezember 2022 ist, glaube ich, mein unruhigster Monat im ganzen Jahr. Zweimal fahren meine Tochter und ich zur Mutter. Dank meiner Social Media-Sperre kann ich nicht viel auf Instagram und Facebook herumtoben und bin eher ruhig auf LinkedIn, auf meinem Blog und über meinen Newsletter mit meiner Community im Austausch. Die Umstellung bzw. die Beschränkung auf andere Kommunikationswege ist mental anstrengend, schafft aber auch Zeitfenster, weil besonders Instagram schon ein ganz schöner Zeitfresser ist, wenn ich nicht aufpasse.

Emotional sind die Ausschläge in alle Richtungen sehr groß. Es gibt einiges mit lieben Menschen zu feiern, das ist toll. Ich bekomme Karten und Geschenke, völlig unerwartet, auch von Menschen, von denen ich nie Post erwartet hätte. Der Austausch mit meinen Newsletter-Abonnentinnen ist fantastisch, ich bin noch immer am Nacharbeiten und Antworten! Die andere Seite sind viele Katastrophenmeldungen von meiner Mutter, die glücklicherweise zum Ende des Jahres abflachen. Sie erholt sich, das ist eine große Freude.

Und Dezember ist der Monat, in dem alle Arten von Rückblicken vertreten sind: der Tagesrückblick 12 von 12, der Monatsrückblick, den du gerade liest, und der Jahresrückblick, an dem ich trotz Veröffentlichung noch arbeite.

Mein Neinachtskalender mit coolen Ideen für ein entspanntes Weihnachten

Ach, ich bin so stolz! Ich habe mich getraut! Mein 13. Wunsch in den Raunächten 2021/2022 war ein Gruppenprogramm oder -kurs. Und im weitesten Sinne ist das der Neinachtskalender. Und das, was gerade daraus entsteht, sowieso! Meinen Jahresrückblick will ich erst nicht schreiben, weil ich denke, ich bin nicht erfolgreich. Aber dann besinne ich mich eines Besseren. Unter den Umständen des Jahresstarts (Corona ohne leichten Verlauf) und des letzten Quartals mit kranker Mutter und krasser Ausbremsung auf den Sozialen Medien denke ich darüber nach, dass Erfolg mehr ist als Umsatzzahlen und Follower. Und ich schreibe drauflos. Erst zaghaft, dann episch.

Ein Ausschnitt der Startseite von Silke Geissens Neinachtskalender: Plätzchen, Orangenscheiben und der erste Absatz vom Text
Ein Teil der Startseite meines Stolzprojekts

Der Neinachtskalender ist nicht perfekt. In vier Mails an den Adventssonntagen, begleitenden Zoom-Calls und kleinen Lives in der Facebook-Gruppe will ich Impulse für eine entspannte Vor- und Über-Weihnachtszeit geben und in den Austausch gehen. Ich bereite ihn ansatzweise vor, will in meinen Mails und Videos auf Aktuelles eingehen. Auf Wünsche, von denen ich im Austausch per Mail oder in der Facebook-Gruppe zum Kalender erfahre. Doch was passiert? Während meiner Facebook- und Instagram-Sperre eröffne ich einen kleinen unauffälligen Facebook-Account mit anderen Zugangsdaten und einer anderen E-Mail-Adresse, lege meine allererste Facebook-Gruppe an. Ich richte sie ein, bereite einiges vor. Dank großer Community-Liebe und gegenseitiger Unterstützung wächst meine E-Mail-Liste, die Neinachtsmails gehen zwischenzeitlich an 250 Menschen, und in die Gruppe kommen über 80 neugierige Neinachts-Fans. Die Gruppe lebt, aber die M.E.T.A-Bluthunde finden mich und legen mir Handschellen an. Man sieht mich noch als Administrator, aber ich kann nichts mehr tun außer Leute zulassen und Herzchen und Daumen drücken. Kein Kommentar, kein neuer Beitrag von mir. Damit erlahmt die ganze Gruppe.

Nach dem zweiten Advent werde ich in der Gruppe entsperrt, da ist es aber zu spät für einen lebendigen Austausch. Alternativen wie WhatsApp, Signal oder Slack finde ich zu kompliziert. Vielleicht habe ich auch zu lange nachgedacht. Auf jeden Fall lerne ich viel aus dem Neinachtskalender, der großen Teilnahme und der neugierigen Bereitschaft mitzumachen. Die Aktion ist definitiv in der Version 2.0 in 2023 wieder am Start.

Die Mutter und die Krankenhäuser

Seit Oktober berichte ich in allen Rückblicken und Mails über einiges, was im Zusammenhang mit meiner Mutter geschieht. Meine Tochter und ich sind Informationszentrale für Verwandte und Freunde, die meine Mutter nicht erreichen. Für die Steuerberatung, die noch etwas braucht. Für Kliniken, eine Pflegeeinrichtung, Ärzte, Sanitätshäuser, die Bank. Wir besprechen uns mit meinem und Mutters Bruder, was wir tun können.

Wir fahren mehrmals zum Haus der Mutter. Weil es jedes Mal fast eine Tagesreise ist, bleiben wir jeweils einige Tage lang, sorgen für gewaschene Wäsche, dies und jenes, vor allem fürs Entertainment der Mutter. Wünsche wie frischer Apfelkuchen, beste gekochte Brühe, Obst, Cremes, neue Sportschuhe etc. etc. werden prompt erledigt. Mein Bruder kommt auch häufiger eingeflogen als geplant. Sinnvollerweise sind wir zu unterschiedlichen Zeiten da, um die Mutter bestmöglich unterstützen zu können. Und stell dir vor, irgendeine impertinente Person mit Schlüssel zum Haus hat nichts Besseres zu tun als über uns herzuziehen, weil wir das Haus nicht auch noch putzen. Auch wenn es heißt, das sagt mehr über die Person als über uns aus – schön geht anders.

Natürlich gibt es auch Lustiges und Skurriles:

  • Im Haus meiner Mutter zu leben bedeutet Steckdosen zu kennen. Vieles ist geschaltet und während der Abwesenheiten ausgesteckt. Wer daran gewöhnt ist, kann gut damit arbeiten, wir fluchen gelegentlich. Eins der Ensembles siehst du unten im Bild.
  • Jeden Tag bereitete Muttern Zettel vor und diktierte uns noch alles Mögliche ins Telefon. Wir sind eine Woche zurück und finden überall diese Zettel.
  • Und täglich grüßt das Murmeltier: der Schnelltest für die jeweiligen Kliniken muss tagesaktuell sein. Ich glaube, inzwischen kennen wir sämtliche Mitarbeiter des DRK Ausbildungszentrums.
Eine Collage aus drei Fotos: negativer Schnelltest, zwei Notizzettel und ein wüstes Steckdosen-in-Steckdosen-Arrangement
Test, Zettel, Steckdosen

Weihnachten und Menschen

Muttern ist über Weihnachten in einer Klinik und kann zum Glück schon mit dem Rollstuhl in den Raum der ehemaligen Cafeteria gebracht werden. Weil ihr Geschmackssinn Süßes als ekelhaft empfindet, hat meine Tochter die schöne Idee, mit gutem Olivenöl, Salz und Ciabatta einen kleinen Imbiss mitzunehmen, das erfreut uns gleich am Heiligabend und am ersten Weihnachtstag. Im Haus der Mutter kochen wir uns jeweils etwas Schönes und machen es uns gemütlich. Ein klein wenig Weihnachtsatmosphäre zaubern wir auch.

Wir machen es uns so gemütlich wie möglich.

Am zweiten Weihnachtstag sind wir zur Familie meiner Schulfreundin am Ort eingeladen. Wir fahren gleich zu Beginn der Besuchszeit zur Mutter und genießen es danach ganz besonders den familiären Weihnachtstag mit traditionellem Festessen.

Vor Weihnachten ist auch noch ganz schön viel los. Gleich Anfang des Monats treffe ich Aimée Riecke zum ersten Mal. Es ist schon fast ein bisschen seltsam: virtuell kennen wir uns seit Anfang des Jahres, zu Fuß bin ich in einer halben Stunde bei ihr, aber wie es so ist bei uns multipel beschäftigten Solopreneurinnen – manchmal dauert es! Im Schein der berühmten Blankeneser Pfahlewer, die mittlerweile sogar auf andere Kontinente verschifft werden, um Exil-Blankenesern ein Heimatgefühl zu vermitteln. Und am Abend eine wunderbare Überraschung: dank sehr viel Community-Liebe wächst meine Kontaktliste, und 250 neugierige Menschen bekommen neine Neinachtskalender-Mails.

Mit meiner Schulfreundin treffe ich mich in Lüneburg. Die Fahrt genieße ich mit einem Bekannten, mit dem ich immer jede Menge Gesprächsstoff habe. Zufällig sind wir zur selben Zeit unterwegs. Die Freundin und ich bestaunen in Lüneburg das Weihnachtsgeglitzer, genießen die Aussicht vom Wasserturm und unsere Gesellschaft. Am nächsten Tag schwebt Britta aus Norwegen ein. Ich liebe ihr königliches Auto! Der Dezember ist gut fürs Herz. Die Kontakte, die ich habe, nähren und inspirieren, damit kann ich gut ins nächste Jahr gehen.

Im Dezember verbloggt

Die Anzahl von nur vier Artikeln lässt auf einen kargen Dezember schließen. Inhaltlich ist er umso gehaltvoller: Der Business-Rückblick November 2022 erklärt einige Hintergründe (nicht nur) meiner Instagram- und Facebook-Sperre und erzählt von großer und herzerwärmender Solidarität unter Netzwerkerinnen. Der 12-von-12-Roadtrip dokumentiert eine Reise von Hamburg nach Nordhessen. In der Geschichte meines Claims „Ich bin mein Nordstern“. verrate ich dir, wie mein Claim eigentlich immer da ist und dann zu mir findet. Finalmente, der epische Jahresrückblick 2022: Veröffentlicht unter Judiths (enorm lesenswertem) Jahresrückblick als Nummer 377. Crazy, oder? Mein Jahresrückblick ist Ende des Jahres so weit fertig geworden, dass ich ihn veröffentlichen kann. Ich arbeite aber noch ein bisschen dran. Bilder und Verlinkungen dürfen mehr werden.

Sonst noch

  • Ganz unspektakulär wird meine Sperre auf Facebook und Instagram am Abend des 26.12.2022 aufgehoben. Euphorie will sich nicht einstellen, denn jetzt war ich sechs Wochen lang weg von allen möglichen Fenstern. Es fehlt die Sorglosigkeit, die ich vorher empfand und lebte. Für Gruppen finde ich Facebook praktisch und werde es wahrscheinlich für meinen Neinachtskalender 2023 nutzen. Und ich sehe wieder Beiträge von Menschen, die nicht auf LinkedIn sind, wo ich mich überwiegend aufhalte.
  • Meine Tochter und ich verbringen sehr viel Zeit miteinander. Es erleichtert die Sache, dass wir beide einen etwas seltsamen Humor und einen guten Blick für fotogene Momente haben.
  • Silvester verbringe ich allein mit der Katze zuhause. Draußen wird geböllert, drin orakelt und sich aufs neue jahr eingestimmt. Meine Tochter ist feiern, ich hole sie noch von der Bahn ab, und dann ist auch Schluss mit 2022. In Hamburg sagt man Tschüss!

Was erwartet mich im Januar?

  • Nach dem heftigen Ritt im letzten Quartal lasse ich es ruhig angehen und lasse mir Zeit um Wort, Motto und Hymne des nächsten Jahres zu finden.
  • Die Leuchtturm-Begleitung von Maria Bonilha beginnt
  • Meine Mastermind-Freundin Annegret Scholz veranstaltet mit ihren Co-Unternehmerinnen ihr erstes Business Speed Networking. Natürlich bin ich dabei!
  • Wir werden noch einmal zur Mutter fahren
  • Vielleicht machen meine Tochter und ich noch einen Ausflug, bevor am 1. Februar die Ausbildung meiner Tochter beginnt.
  • Ich überarbeite und erweitere mein Coaching-Angebot. (Natürlich kannst du auch jetzt schon ein kostenloses Gespräch mit mir buchen – gutes Coaching braucht keine Verkaufsseiten.)

Wenn ich das alles so lese, freue ich mich richtig auf den Januar. Es wird mir ein Fest sein, ihn zu erleben!

2 Kommentare zu „Non-Business-Rückblick Dezember 2022 – keine Ruhe bis zuletzt“

  1. Ich bewundere, wie Du mit all dem umgehst, liebe Silke. Du hast aus allem das bestmögliche gemacht und Dir Deinen Humor bewahrt. Na ja, anders geht es auch nicht. Ich kenne solche Phasen, in denen irgendwie nichts so läuft, wie es soll.

    Und trotzdem hast Du den Monats- und Jahresrückblick geschafft – Chapeau!

    Ich empfinde Instagram als etwas, dass Unruhe in meinen Alltag bringt und der anfängliche Spaß daran ist auf dem Weg verloren gegangen. Möglicherweise liegt das an „zu viel Aufgaben und zu wenig Zeit“.

    Jetzt hüpfe ich mal zu Deinem 12von12

    Liebe Grüße in den Norden von Marita

    1. Liebe Marita,
      du hast recht, anders würde ich ganz verzweifeln, so nur phasenweise. Und Schreiben hilft dabei zu sehen, ob ich vielleicht doch noch etwas bewirken konnte.
      Mit Instagram gehe ich mit dir einig. Die Sperre hat zwar Interaktion mit vielen Menschen unmöglich gemacht, aber auch Ruhe in mein Leben gebracht.
      Liebe Grüße in den Süden zu deinen vielen schönen kreativen Dingen,
      Silke

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