Mein Credo: Lösungen statt Fehlersuche

Mein Schlüsselerlebnis: In einer Veranstaltungslocation näherte sich die Startzeit für eine große Gala, für die ich Event Manager war. Die Zeit lief, zwei Mitarbeiter gaben sich gegenseitig die Schuld an einem Problem. Die Zeit lief weiter, das Problem bestand fort, die beiden stritten. Und das passiert überall: es wird mit den Fingern auf andere gezeigt, Schuld oder Verantwortung abgewiesen, ein Sündenbock gesucht.

In der Situation damals machte ich mich sehr deutlich bemerkbar und hielt die beiden an, sich schleunigst um die Problemlösung zu kümmern, so dass die Veranstaltung reibungslos verlaufen konnte.

Fehlersuche statt Lösungen

– im beruflichen Umfeld

Seit diesem Erlebnis fällt es mir immer wieder auf: es wird gefragt, wer den Fehler begangen hat und warum, statt nach einer Lösung zu suchen. Besonders in Konzernen wird dabei der E-Mail-Verteiler immer größer und höher angesiedelt. Statt zu kooperieren und anzustreben, dass Probleme gemeinsam gelöst werden, werden Schuldige gewählt und demoralisiert, während die wahren Verantwortlichen manipulative Mails mit großem Verteiler schreiben, um von ihren eigenen Versäumnissen abzulenken.

– im privaten Umfeld

Mein letzter Partner pflegte zu mir zu sagen: „DU bringst mich schlecht drauf!“ Ja, wir hatten es nicht leicht miteinander, weil wir uns verliebt hatten ohne zueinander zu passen. Aber wir sind alle selbst die Chefs unserer Gedanken und Gefühle. Zwar braucht es einige Übung, um dies auch zu realisieren und in den Alltag zu integrieren, aber möglich ist es. Nie ist eine einzelne Person komplett für den Gefühlshaushalt eines anderen Menschen verantwortlich, das sind immer wir selbst. Wir können entscheiden, ob das Miteinander uns gut tut oder nicht, ob wir nicht Passendes aufrecht erhalten, ob wir uns von Energievampiren befreien. Das sollten wir auch tun, wenn sich die Probleme nicht lösen lassen, und einander in Frieden ziehen lassen, bevor es ekelhaft wird.

Worum geht es wirklich?

So oft geht es vordergründig darum, wer der bessere Mensch ist, wer fehlerfrei arbeitet, wer recht hat. Ob es der IT-Mensch ist, der als Heilsbringer meinen Rechner repariert, weil alle vor ihm nur Unnötiges installiert haben. Oder der Mann, dessen Frau ihn durch ihre Zickigkeit auf die Palme bringt, der Partner, der immer dies oder das sagt. Kanzlerkandidaten, die sich gegenseitig fertigmachen und Unstimmigkeiten in der Vergangenheit der anderen suchen, ob in den sozialen Medien auf Schreibfehlern herumgehackt wird statt auf Inhalten – es ist so müßig!

Letztendlich ist es Angst, die uns treibt. Angst, als Schuldige zu gelten oder an Ansehen zu verlieren, die Angst vor Scham – auch vor mir selbst, weil ich spüre, dass ich mit meinem Verhalten die Situation nicht auflöse. Angst vor Liebesverlust und Trennung. Im Grunde geht es nur um Lösungen. Am Ende ist es völlig egal, wer etwas verbockt hat, wichtig ist doch, wie es wieder zu heilen ist, aber Lösungen werden durch die Fehlersuche, die Schuldzuweisungen sabotiert.

Funktioniert das Prinzip „Lösungen statt Fehlersuche“?

Ich bin fest davon überzeugt, dass es zielführender und möglich ist, Lösungen zu finden statt Fehler. In einem meiner Arbeitsumfelder war keine Schuldkultur etabliert, das überraschte mich sehr. Aber es war toll: Fehler wurden gemacht, Mitarbeiter bekannten sich dazu, das Problem wurde neu angegangen und nach Möglichkeit gelöst. Nicht immer ging das ohne Streit, ohne Murren, ohne Knarzen im Gefüge ab, aber es ging.

Ähnliches gilt für den privaten Bereich. Wunderbar finde ich die Geschichten von Pettersson und Findus. Findus, der kleine Kater, frisst ständig etwas aus, und das hinterlässt teils verheerende Spuren. Viele Gespräche zwischen ihm und dem alten Mann, der ihn gefunden hat, enden mit den Worten des alten Pettersson „na, dann war ich es wohl.“ Damit will ich nicht dazu auffordern, Probleme unter den Tisch zu kehren, aber erst einmal den Dampf aus dem Kessel zu nehmen und dann zu sehen, ob es ein spontaner Streit ist oder ein Dauerproblem, das immer wieder und immer stärker hochkocht.

Was kannst du tun zur Problemlösung?

Im beruflichen wie im privaten Bereich kannst du aus vielen Büchern lernen. Eins meiner Lieblingsbücher für Paare ist „Die Wahrheit beginnt zu zweit“ von Michael Lukas Möller. Es geht stark ums Zuhören ohne Bewertung und Erwartung.
Die fünf Sprachen der Liebe handeln im Wesentlichen von unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten der Zuneigung. Die eine kocht und strickt für ihre Liebsten, der andere schenkt gern und viel. Eine redet frei über Liebe, die nächste sagt nichts, aber wäre am liebsten ständig mit ihrer Partnerin zusammen.

Ich arbeite gern mit Analogien. Eine Vorgesetzte lobt oft, womit die Mitarbeiterin vielleicht gar nicht viel anfangen kann, weil sie eher echte persönliche Unterstützung bräuchte, wenn sie eine Frage hat. Ein Kollege gibt immer Tipps, während der andere lieber gemeinsam Aufgaben erledigen würde.

In allen Feldern ist die Situation häufig so verfahren, dass die, die darin verstrickt sind, nicht mehr ohne Hilfe herausfinden. Dann kann zum Beispiel ein Coaching, eine Mediation (beruflich oder privat) oder eine Paartherapie angezeigt sein.

Coaching als Unterstützung für das Team, das Paar oder nur für dich:

Coaching kann sich für ganze Teams eignen, für disharmonische Kollegenbeziehungen, für Paare oder Einzelpersonen, denn häufig sind nicht alle Beteiligten bereit dafür, und Grundlage eines Coachings ist die Freiwilligkeit.
Ich gehe hier nur auf individuelles Coaching ein:

Die Ursachen für immer wiederkehrende Streitigkeiten, meist nach ähnlichem Schema, liegen oft in der Vergangenheit, häufig in unserer Kindheit. In alten Glaubenssätzen („wenn ich nicht brav bin, hat mich Papa nicht mehr lieb“), Zuschreibungen („du fängst immer Streit an“), erworbenen Überzeugungen („ich komme nie mit meinen Vorgesetzten klar“, „immer wieder lande ich bei Partnern, die mich nicht verstehen“). Schlechte Erfahrungen wiederholen sich, der Glaube ans eigene Nicht-richtig-Sein setzt sich im Denken fest, und wir gehen vorbelastet an Beziehungen aller Art heran.

Als systemischer Coach habe ich so vieles beobachtet und selbst erlebt, und ich habe mich der Lebensfreude verschrieben. Ich bin strikt dagegen, dass du dein Leben damit verbringst, dir Vorwürfe und Sorgen zu machen und mit dieser dauerhaften Schwere zu leben. Und weil wir nicht immer allein aus einer Situation herausfinden, gibt es Leute wie mich, die dich unterstützen können, zum Beispiel

  • deinen eigenen Antrieb zu finden, dein Warum
  • deine Handlungsmöglichkeiten zu erkennen und herauszuarbeiten
  • deine Kraft wiederzuerlangen und an dich zu glauben
  • deine „Sprache der Liebe“ zu erkennen und die der anderen Beteiligten
  • deinen hinderlichen Glaubenssätzen auf die Spur zu kommen und gegenzusteuern
  • mit deinen Gedanken und Gefühlen konstruktiv umzugehen

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