Meine 7 Tipps für kleine Lebensfreude-Inseln im stressigen Alltag

Ein Hamster läuft in seinem Hamsterrad

Kennst du das auch? Du hamsterst in deinem Rad, guckst kaum links und rechts, wirst gefühlt nie fertig, und am Abend fragst du dich, wo eigentlich die Freude geblieben ist. Ich habe ein paar kleine Ideen für Instant-Lebensfreude zusammengetragen, Alle kosten wenig Zeit und haben viel Wirkung, auch wenn sie sich unfassbar simpel anhören:

1. In die Weite gucken

Deine Augen sind müde vom Bildschirm, vom Augenkontakt halten beim Meeting, live oder per Zoom, im „Bügelfernsehen“ kannst du dich auf keinen Film festlegen? Geh einfach kurz ans Fenster, vor die Tür, egal, was deine Zeit gerade möglich macht. Fünf Minuten genügen. Einfach bewusst wahrnehmen, was draußen ist. Bestimmt fliegt irgendwo ein Vogel, singt, kräht, gurrt, krächzt. Oder eine Katze zieht sich auf die Dachrinne vom Haus gegenüber – wie geschmeidig sie sich bewegt! Ob sie etwas sieht, was du nicht siehst? Ein Eichhörnchen vielleicht? Und wenn du gerade den Blick nach oben richtest – ist da vielleicht eine schöne Baumkrone, ein Wolkengebilde, das wie Dumbo, ein Einhorn, ein müder Riese aussieht?

Oder viele Wolken, die an den Film „Teilweise wolkig“ aus den Pixar-Studios erinnern? Auch wenn es karg ist, nicht viel Natur in der Nähe – wenn du genau hinschaust, wirst du etwas Schönes entdecken. Und schon sind deine Gedanken von dem Problem weg, an dem du fest hingst; vielleicht kannst du auch gleich frischer wieder an die Lösung gehen.

2. Besinne dich auf dich selbst

Der klassische Tipp ist Atmen. Bewusst atmen.

Einnnnnn——ausssss——gaaaaanz lang. Viermal ein, viermal aus, schon das bringt’s.

ein gelbes Buch mit dem Titel "Breath - Arem"

Schalte Geräuschquellen wie Radio, Fernseher, Telefon, aus und konzentriere dich nur auf deinen Atem. Fühle, wie er lebendig und sauerstoffreich in dich hineinströmt, halte ihn kurz, lasse ihn entspannt aus dir heraus fließen. Vielleicht stellst du dir vor, wie das, was dich eben belastete, sich löst und zum Teil mit deinem Atem deinen Körper und deinen Geist verlässt. Die Kraft und die Macht des Atems wird immer wieder unterschätzt; ich habe mir aufgrund von Alexandras Lesefutter-Ideen gerade das Buch von James Nestor zum Thema gekauft und bin sehr gespannt darauf.

Du kannst auch meditieren, schon eine Minute ist erfrischend; es gibt im Internet viele Anleitungen. Ich mag sehr gern die One Moment Meditation. Die nehme ich zu Hilfe, weil Anfang und Ende durch den Ton einer Klangschale markiert sind. Ich habe noch keine für mich angenehmen Timer gefunden, der nicht tickt und einen angenehmen Ton hat. Wenn mir jemand erklärt, wie ich einen kostenlosen Klangschalen-Sound als Alarmton einstelle – nur her damit!

3. Verwöhne dich mit Duft

Eine Duftlampe steht neben einer warm scheinenden Lampe

Sicher weißt du, dass du über deine Nase deine ganze Stimmung beeinflussen kannst. Frisch gebackenes Brot, Wildrosen im Frühsommer, ein würziger Tee, ein reifer Pfirsich – alles solche Zuhause-Düfte, die ein gutes Gefühl hervorrufen. Wenn du gerade nichts dergleichen zur Hand hast, kann eine Duftlampe mit stimmungsaufhellendem Öl helfen. Grüne Mandarine, Zitrone, Bergamotte zum Beispiel machen glücklich. Eisenkraut hilft bei der Konzentration, Lavendel entspannt – du kannst dir, wenn du es magst, eine kleine Duft-Hausapotheke anlegen.

Ohne Duftlampe kannst du auch ein Räucherstäbchen anzünden oder einen Spritzer deines Lieblingsparfums versprühen. Sogar der Duft eines frisch aufgebrühten Kaffees oder deines Lieblings-Kräutertees kann sehr wirkungsvoll sein, die Hauptsache ist, du tust kurz etwas für dich.

4. Verbinde dich mit lieben Menschen

Der Mensch braucht Verbundenheit. Auch wenn du in diesem Moment gar keine Zeit hast, nimm dir wenige Minuten. Schreibe eine kurze E-Mail, eine eCard „Nur so“ oder „ich denke an dich“, oder mit einem Spruch. In dem Moment, in dem du ein paar gute Gedanken an einen Menschen schickst, bist du für dich mit der Freundin, der Mutter, der ehemaligen Kollegin verbunden. Nutze nach Möglichkeit keinen Messengerdienst, wenn du gleich weiter arbeiten willst. Eine schnelle Antwort könnte dich mehr ablenken als dir lieb ist.

5. Achte auf das Schöne im Menschen

Wenn du in der Bahn sitzt und genervt bist von all dem Trubel um dich herum, kann ich dir wärmstens empfehlen, dich auf das Schöne in den Menschen zu konzentrieren. Zugegeben, das ist oft nicht leicht, manchmal geht es auch gar nicht. Gestern zum Beispiel habe ich es vorgezogen mich umzusetzen statt mit der brüllend am laut gestellten Handy telefonierenden Frau zu diskutieren oder mithören zu müssen.

Ich bin der Meinung, jeder Mensch hat etwas Schönes, und sich darauf zu konzentrieren, lenkt vorübergehend auch vom eigenen Gedankenkreiseln ab. Es ist Übungssache, bei manchen dauert es auch wirklich lange, aber oft ist da ein Gesichtsausdruck, ein Lächeln, schöne Augen. Falten, die von traurigen, aber überstandenen Erfahrungen erzählen, eine schöne Stimme, mit der ein Vater seinem kleinen Baby eine beruhigende Melodie vorsummt.

6. Schenke deinem Tier oder deiner Zimmerpflanze Aufmerksamkeit

Wenn du ein Haustier hast, geh mit dem Hund eine kleine Runde, kraule deine Katze und erfreue dich an ihrem weichen Fell und ihrem Schnurren, lasse dir von deinem Vogel ein Kunststückchen vorführen, betrachte deine Fische im Aquarium.
Oder sieh deine Zimmerpflanzen durch, atme ein bisschen auf ihre Blätter, das finden sie toll (ehrlich!), zupfe ein paar trockene Blättchen ab – etwas, was dich in einen kurzen meditativen Zustand bringt, wenn du dich dem Augenblick hingibst.

7. Räume eine Schublade auf

Bestimmt ist irgendwo eine Box, eine Schublade, ein Fach im Schrank, das einen kleinen Check vertragen kann. Stelle dir einen Timer auf die Zeit, die du dir gibst, und räume alles aus, schüttle den Staub ab, wische einmal durch und räume das ein, was du behalten wirst. Den Rest bringe am besten gleich raus, es sei denn, es ist Sondermüll oder Elektroschrott.

Ich mag solche kleinen Aufgaben, weil sie als Pausenentspannung nicht mit dem Druck behaftet sind, den wir uns manchmal auferlegen, wenn wir aufräumen wollen oder glauben zu müssen.

14 Kommentare

  1. So wundervolle Tipps. So einfach, dass sie schon zu selbstverständlich klingen. Wenn sie aber bewusst durchgeführt werden, haben sie eine meditative energieladende Wirkung. Gestern hat der Mann an der Kasse mein Apfelmus-Glas so achtsam gescannt und hingelegt, dass ich noch den ganzen Morgen erfüllt war von dieser Geste. Es wurde mir wieder bewusst, wie wichtig es ist, achtsamer durch den Tag zu gehen!
    Herzliche Grüessli
    Jeannine

    1. Jeannine, so schön, dass du auch ein Auge für solche behutsamen Gesten hast, ich liebe das sehr!
      Bei mir ist im Moment alles im Zeichen der Selbstfürsorge, damit ich ein bisschen weniger multi-dies und -das bin 😀
      Liebe Grüessli

  2. Liebe Silke, so schöne Bilder, die Du da erzeugst. Von Wolken als Dumbo, dem Schreiben von eCards, das Schöne im Menschen sehen…alles kleine, wertvolle Tipps, Dankeschön. Alles Liebe, Susanne

  3. Wunderbare Ideen! Schön zu lesen. Ich würde noch Baumwipfel anschauen und zur Lieblingsmusik singen und tanzen für mich hinzufügen. Ich glaube viele Menschen haben ihre gute Laune Rituale, sie vergessen diese nur häufig. Könnte man ja mal sammeln…

    1. Liebe Eva, das stimmt, sie werden gern vergessen, die guten Ideen. Ich habe gerade eine Sammlung angefangen, in die deine Vorschläge schon eingeflossen sind. Bin gespannt, was da alles zusammenkommt aus der Leserinnenschaft!

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