Interview mit Hilkea: Deine Fragen, meine Antworten

Hilkea fragt, ich antworte

In meiner noch wachsenden Interview-Kategorie darf ich stolz vorstellen: Hilkea! Hilkea (phonetisch vgl. IKEA) und ich stellten einander einige Fragen. Meine Antworten auf Hilkeas wunderbare Fragen sind im folgenden Artikel zu lesen; Hilkeas Antworten auf meine Fragen findest du hier.

Dies ist das zweite Partner-Interview, bei dem ich mitschreibe, und ich liebe dieses Format! Mit Fragen, die ich mir nicht selbst stelle, gewinne ich einen erweiterten Blick auf meine Interviewpartnerin und ihre Art zu denken, dazu natürlich auf mich und meine Arbeit. Hilkea gibt mir die Bühne, auf der ich mich in allen Facetten zeigen darf, ja muss! – schließlich hat sie gefragt 😉. Ein weiterer schöner Aspekt ist, dass du, liebe Interessentin, auch mehr über mich, meine Arbeit und unser potenziell erfrischendes Miteinander erfährst.

Apropos Facetten – obwohl wir einander ERkannt haben, kennen wir dennoch noch nicht so vieles voneinander, so dass ich für den Abspann eine Vorlage von Hilkea brauchte. Beim Lesen und Integrieren wurde mir klar, dass ein Punkt unseres gegenseitigen ERkennens die Scanner-Persönlichkeit ist. Die manchmal rastlose Suche nach dem wahren inneren Antrieb, gepaart mit Perfektionismus, großer Neugierde und ungebrochenem Lernwillen, macht uns zu vielbegabten flexiblen Geistern mit wachem Verstand, die ihrem Gegenüber viel zu geben haben.

Hilkea und ich lernten uns in Judith Peters‚ Blogger-Challenges BoomBoomBlog und TheBlogBang kennen, aber so richtig erst beim professionellen Bloggen in TheContentSociety. Hilkea fiel mir auf, weil sie unfassbar klug, vielseitig, wortgewandt und witzig ist. Sie lebt ihr Leben, wie ich auch, mit allen Sinnen. Und sie hat keinerlei Scheu, sich albern oder nicht bewusst vorteilhaft und nicht nur schön zu zeigen – man beachte das Zwiebelbild in ihrem 12von12-Tagesrückblick vom Oktober! Um das Ganze mal gerade zu rücken, auf ihrer Voice Experience-Seite, die sie mit ihrer Kollegin und Freundin Ulla Keller betreibt, gibt es hinreißende Bilder von ihr.

Beim Bloggen geht es immer mal wieder um Buddys. Das Buddy-Wesen ist Auslegungssache: die einen treffen sich regelmäßig zum festen Austausch, andere veranstalten private CoBloggings. So wie jede Paarbeziehung, jede Freundschaft ein Unikat ist, sind es auch die Buddy-Verbindungen. Hilkea und ich schreiben beide sehr selbstständig und hatten nie einen Buddy, bis Hilkea schrieb, sie glaubte, mit uns könnte das ganz gut passen, und wir gelobten in unserem Kick-off-Call feierlich, einander bei der Stange zu halten, sollte eine von uns mal die Lust am Bloggen verlieren. Die Gefahr, dass das passiert, ist jedoch gering. Ich schreibe regelmäßig, wenn möglich auch viel, und Hilkea ist sowieso ein Vulkan an Kreativität, zumal sie ihren eigenen Blog und den Blog von Voice Experience befüllt. Zu besprechen gibt es trotzdem immer mehr, als unsere Zeitfenster hergeben!

Bei den Antworten drehten unsere Kreativmotoren sehr hoch, und wir hatten – jede für sich – sehr viel Spaß mit den Fragen und der Beschäftigung damit.

Hilkea, deine Fragen sind großartig – danke dafür!


1. Warum blogge ich eigentlich?

(Hilkea): Silke, wir kennen uns aus der Content Society und irgendwie bist du mir sofort aufgefallen, da du so engagiert dabei bist. Wie bist du auf die Idee gekommen zu bloggen?

(Silke): Ich weiß gar nicht, ob es eine Idee war und nicht eher ein Streichholz, das zu dicht an eine Wunderkerze gehalten wurde. Ich schreibe schon mein Leben lang. Tagebücher, Reisetagebücher, früher lange Briefe, nächtliche Gedichte voller Herzschmerz, selbst in Grußkarten legte ich alles, und der Platz reicht mir selten aus. Jetzt schreibe ich seit vielen Jahren in einem Forum, war dort auch schon Moderatorin für einige Unterforen, und immer wieder wurde ich gefragt, ob ich nicht bloggen möchte. Als ich dann Judith Peters‚ Werbung für die kostenlose Woche mit dem großartigen Namen BoomBoomBlog sah, hielt mich nichts mehr. Eine Woche lang Bloggen lernen mit dem (erreichten) Ziel der legendären Veröffentlichung meines ersten Artikels am 25.April diesen Jahres.

Mir war sofort klar, das ist genau mein Ding, und ich will mehr! Bei der Anmeldung zum achtwöchigen Grundlagenkurs TheBlogBang war mir eigentlich schon gleich klar, dass ich danach in TheContentSociety, der Blogger-Community fürs ambitionierte Business Blogging, weitermachen würde. Seit ich anfing zu schreiben, mag ich nicht mehr aufhören. Ich bekomme tolle Rückmeldungen auf viele Artikel, Kritik und Anmerkungen zu anderen, und genau so soll es sein.
Das Schreiben hilft mir, mich klar zu beruflichen, eigenen und gesellschaftlichen Themen zu positionieren. Dabei erschreibe ich mir Klarheit über mich, meine Ziele, über und für meine potenziellen Kundinnen. Ganz ehrlich – ich hätte nie gedacht, dass sich in mir so vieles ordnen würde, nur weil ich es aufschreibe!


2. Meine Heldinnenreise

Du hast in deinem Blog eine Miniserie in drei Teilen über die Geschichte deiner Selbstständigkeit. Ich denke dabei sofort an die Heldinnenreise, ein Format, wie man einen Roman aufbauen kann. Magst du etwas darüber sagen, wer die Heldin, wer die Antiheldin, wer der Mentor oder die Mentorin und wer das Liebespaar ist? Welche Abenteuer und Prüfungen musste deine Heldin bestehen?

Das ist ein origineller Gedanke, den ich erst einmal wirken lassen musste. Ich kann ja mal versuchen, die 12 Stationen der klassischen Heldinnenreise zumindest zu touchieren:

Tatsächlich wollte ich schon zu Beginn meiner Berufstätigkeit = Status quo (1) schreiben, und meine erste Bewerbung war die um ein Volontariat bei der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen Zeitung (HNA). Die nahm mich nicht, so tat ich „Vernünftiges“ und langweilte mir das Hirn aus dem Schädel. Mehr oder weniger. Darin entwickelte ich eine erstaunliche Hartnäckigkeit. Ich glaube, ich wollte mir selbst und meiner Familie beweisen, dass ich nicht sprunghaft bin. Meine Berufswahl war nicht einfach – auch in umfangreichen kostenpflichtigen Psychotests kam heraus, dass ich ALLES sein könnte, und beim Arbeitsamt war es nicht anders. Also machte ich irgendwas.

Eigentlich hätte ich immer gern geschrieben, wäre aufgetreten, hätte Sinnvolles getan. Menschen geholfen, Menschen erfreut und amüsiert mit diversen meiner zahlreichen Talente wie Schreiben, Musizieren, schlagfertigen Wort-Ping-Pongs. Ich fühlte den Ruf (2), aber ich widerstand ihm (3) und blieb am Boden, bis ich Susanne Beucher traf, meine erste Coach, die zu meinem unzufriedenen Genöle nur sagte, „dann werd‘ doch Coach“!. Sie und Alexandra Graßler könnte ich als meine Mentorinnen (4) bezeichnen. In meinen gewachsenen Netzwerken könnte ich viele nennen, die mich sehen und schätzen, eigentlich ist es ein ganzes Mentoring-Netzwerk.

Als ich die erste Schwelle (5) überschritt und meine Coaching-Ausbildung begann, warfen sich mir diverse Bewährungsproben in Form von Unfällen, Krankenhausaufenthalten etc. in den Weg. Aus meiner Familie erfuhr ich von meiner Mutter und meiner Tochter Unterstützung, der Rest äußerte Zweifel und Misstrauen . (Bewährungsproben, Verbündete, Feinde (6)). Auch im Bekanntenkreis waren nicht alle begeistert. Ich jedoch glaubte zunehmend mehr an mich und rappelte mich immer wieder hoch und drang in die tiefste Höhle vor (7), erkannte meine inneren und äußeren Feinde.

Die Coaching-Ausbildung war bestanden. Ein paar Jahre später hatte ich die Möglichkeit, nebenberuflich als Coach zu arbeiten. Durch den frisch angetretenen Hauptberuf, der zeitmäßig völlig ausuferte, hängte ich das Vorhaben an den Nagel, bis diese Arbeit durch Corona endete. Nun war es für mich vollkommen klar, dass ich in die Selbstständigkeit gehen würde, und ich bin seither unverdrossen (überwiegend) auf meinem Entscheidungskampf (8). In der Heldenreise könnte dies die Belohnung und Ergreifung des Schwerts (9) sein, denn ich fühle mich leicht und auf dem richtigen Weg.

Doch noch halten mich Ängste, denen ich mich stellen darf, bevor ich mich der Veränderung gänzlich zuwende (10 Rückkehr). Im Stadium der Erneuerung und Verwandlung (11) realisiere ich, ich kann das wirklich, und ich folge meinem Ruf, so dass ich in der letzten Station meiner Heldinnenreise mit dem Elixier zurückkehre (12). Im Leben ohne Höhlen und Schwerter bedeutet das für mich: ich integriere den höchsten Nutzen all dessen, was ich in den Jahren lernte, in mein Leben, habe Zugriff darauf und komme zu immer größerer Fülle im Innen und Außen.
Durch meinen eigenen Erfahrungsgewinn kann ich meinen Coachees optimal helfen, sich aus gedanklichen Verknotungen, Wiederholungsfallen und innerlich auf sie einhämmernden destruktiven Glaubenssätzen zu lösen. Mit meiner positiven inneren Einstellung ist es mir ein Vergnügen, Frauen aus der bedrückenden Schwere ihrer Situation in ein vom seelischen und oft auch physischen Ballast befreites Leben zu begleiten!

Mit einem Liebespaar kann ich leider nicht dienen. Bis auf sehr wenige Ausnahmen vollzog sich eher eine Krötenwanderung durch mein Leben, aber auch was das angeht, habe ich meine Ziele justiert und kann dir vielleicht in ein paar Jahren etwas anderes erzählen. Vielleicht auch nicht, beides ist in Ordnung.


3. Lachen

In Teil 1 der Geschichte deiner Selbstständigkeit hast du ein hinreißendes Photo, auf dem du aus vollem Herzen lachst. Magst du mir die Geschichte dieses Bildes verraten und was dich heute so derartig zum Lachen bringen könnte?

Klar, gern! Dieses Bild ist im Sommer 2019 auf dem Rathausmarkt entstanden, die Staatsphilharmonie Hamburg spielte unter der Regie von Kent Nagano ein kostenloses Konzert für Hamburg, und ich war sehr enthusiastisch, weil ich davon erst am Vorabend erfahren hatte und einen Mitsänger aus meinem Popchor motivieren konnte mitzukommen. Ausgerechnet dort trafen wir noch einen Mitsänger aus dem Kammerchor, in dem ich singe, und die Stimmung war einfach vormusikalisch-prickelnd, zudem ist der Kammersänger ein sehr origineller Typ, der mich leicht zum Lachen bringen kann.

Ich bin grundsätzlich sehr lachlustig, deswegen braucht es nur die richtigen Leute. Ach nicht mal. Manchmal bringt mich auch ein abstruser Gedanke zum Lachen, den ich ohne äußere Beteiligung denke. Wenn ich mit jemandes Humor harmoniere, muss ich manchmal so sehr lachen, dass ich vor Lachen nur noch japse. Wortwitz, Situationskomik, unfreiwillige Buchstabendreher finden in mir ein bereitwilliges Opfer. Wenn meine Tochter ihr komödiantisches Talent zeigt, ist das furchtbar witzig. Sie kann sich, wenn sie gut gelaunt ist UND Zeit mit ihrer Mutter verbringt – das ist ja bei Neunzehnjährigen nicht immer so – selbst herrlich auf die Schippe nehmen und dreht sich in eine völlig absurde Stimmung. Und natürlich weiß sie genau, wie sie das Lachen aus mir herauskitzelt. Apropos Kitzeln – darüber kann ich gar nicht lachen!

Auch in meinen Coachingstunden kommt das Lachen nicht zu kurz. Von einer meiner Lieblingscoaches der Coaching-Akademie durfte ich den wunderbaren Satz klauen:

Coaching ohne Humor ist witzlos

Frauke Narjes

Danke, liebe Frauke – ich liebe diesen Satz, seit ich ihn das erste Mal hörte!


4. So kam ich zum Coachen

Silke, du bist Coach. Die meisten nehmen sich ja nicht nach dem Abitur vor, so, jetzt werde ich mal Coach. Wie hast du herausgefunden, dass das DEIN Job ist? Gab es eine Situation, in der du genau wusstest, das ist mein Ding, das möchte ich machen?

Ja, das kann ich an einer Situation festmachen. Mir war schon früh klar, dass ich gern berate, Menschen lese und nervige Fragen stelle, wenn ich merke, dass sie nicht hinter dem stehen, was sie sagen. Ich bringe sie dann auf ihre eigene Spur. Das passierte immer wieder. Die entscheidende Situation war so: ein Freund von mir stand in die Brust geworfen vor mir und prahlte, er könne bei Werbeagenturen unmäßig reich werden, worauf ich ihm empfahl, seine Forderungen bei den Werbeagenturen geltend zu machen, das sollte ja dann ein Leichtes sein.

Oder ob es vielleicht etwas ganz anderes sei, was ihn antreibt? Ich fühlte das sehr stark, un wirklich sagte er, eigentlich wolle er nur Gitarre spielen. Er ist ein großartiger Gitarrist, und wir sprachen darüber, wie sich dies zu Geld machen lassen könnte. Als er sagte, am liebsten würde er Kinder unterrichten, schlug ich ihm vor, sich bei Hamburger Grundschulen vorzustellen. Just in dem Jahr startete das Programm JEKI (Jedem Kind Ein Instrument), mit dem Kindern in der Grundschule die Musik nahegebracht werden sollte. Nach meiner Einschätzung konnte es gar nicht genug konservatoriumsstudierte Musiklehrer geben. Du kannst dir vorstellen, wie es kam: er fing an der Schule im Stadtteil als Gitarrenlehrer in der Grundschule an und leitet heute seine eigene Musikschule.

Solche Erlebnisse hatte ich häufig. Ich ging einfach nach meinem Gefühl und fragte und bohrte weiter, bis die andere Person bei sich selbst ankam und sagen konnte, in welche Richtung die Reise gehen soll. Und nach dem Gitarristen wusste ich, ich kann das, ich will es, und ich werde meine besondere Gabe professionell nutzen! Ich suchte mir eine Coaching-Schmiede, fand sie in der Coachingakademie Hamburg, meldete mich dort an und wurde Coach. Weil es immer etwas mehr sein darf, setzte ich diverse Fachseminare obendrauf wie das Arbeiten mit Glaubenssätzen, mit dem Zürcher Ressourcenmodell, sammelte Erfahrungen mit Aufstellungsarbeit, beschäftigte mich mit The Work von Byron Katie.

Vermutlich werde ich mich fortbilden, bis es keine Fortbildungen mehr gibt. Es ist unendlich faszinierend, immer tiefer einzusteigen in die Zusammenhänge zwischen Gedanken- und Gefühlswelt, inneren und äußeren Blockaden. Zu verstehen, wie ich ticke, wie andere ticken, welche kleinen Maßnahmen große Veränderungen bewirken können! Wie es aussieht, bin ich in meinem Berufsfeld angekommen, in dem ich viel Gestaltungsfreiheit habe, und letztlich kommt alles meinen Coachees zugute. Das ist mehr, als ich mir jemals hätte träumen können, selbst als ich anfing Coach zu werden, war mir diese Bandbreite noch nicht klar!


5. Nutzloses vs. nützliches Coaching

Du hast einen hinreißenden Blogartikel geschrieben, wie man garantiert zu einem nutzlosen Coaching kommt. Wenn du magst, lass uns doch mal ein Spielchen machen: sag uns einen Grund, warum ein Coaching bei dir total nutzlos ist und dann verrat mir, warum das kompletter Unsinn ist.

Haha, das ist eine ziemlich lustige Idee.
Ein besonders nutzloses Coaching bei mir kannst du haben, wenn du alles beibehalten möchtest, was du vorher getan hast und wie du es gewohnt bist. Sei nicht bereit zur Veränderung, und zweifle auf keinen Fall an, was dich die letzten zwanzig, dreißig Jahre schon erfolgreich nervte. Lass‘ dich von deinen Vorgesetzten ausbeuten, während sie selbst im Wochenende sind, und am Montag präsentieren sie die Ergebnisse deiner unbezahlten Extrastunden – ha! Vertrauensarbeitszeit! Es muss halt so sein, und deine Situation kann sich nicht ändern. Hinterfrage nicht, was du seit jeher glaubst, und tu alles, was ich dir sage, als unnütze Einmischung ab.

Und jetzt in echt: Bist du es leid, mit begrenzenden Glaubenssätzen zu leben, dich nicht ausreichend zu fühlen, immer getrieben zu sein, kannst du das ändern. Wenn du ein dumpfes Grummeln in dir fühlst, das dir in deiner augenblicklichen (Arbeits-)situation immer wieder begegnet, dann gönne dir ein Coaching. Bist du bereit zum Auf- und Ausbruch aus deiner Situation, die dir schon so lange saures Aufstoßen beschert, bist du bei mir genau richtig:


6. Wie ich mir einen Coach suchen würde

Coaches gibt es ja ziemlich viele, hast du einen Tipp für Menschen, die einen Coach suchen? Was wären die top 3, wenn du dir selbst einen Coach suchen würdest? Was ist dir am wichtigsten?

Als erstes suche ich Websites mit meiner persönlichen Fragestellung, die ich bearbeiten möchte. Das kann zum Beispiel Selbstentwicklung sein, Ressourcensuche, Unterstützung bei der Orientierung an Wegkreuzungen des Lebens oder einfach jemand vom Fach, die einen anderen Blick auf eine akute Blockade hat.

Ist mein Wunschthema im Angebot, folgt das Casting 😉: mag ich die Ausstrahlung der Person, gefällt mir, wie sie spricht (schreibt), ist das schon ein großer Bonus. Manchmal gibt es auf der Website ja ein kleines Video oder einen Podcast, manchmal sogar ein Video im Netz. Ich bin sehr anspruchsvoll mit Stimme, Sprachmelodie, Phrasen und Wortwahl.

Ist mir die oder der Coach grundsätzlich sympathisch, checke ich, ob das Angebot dieser Coach grundsätzlich für mich geeignet scheint und/oder ob ein kostenloses Kennenlerngespräch angeboten wird. Da buche ich mich ein und bin gespannt! Im Gespräch höre ich auf mein Bauchgefühl, und wenn das JA sagt, sind wir ein Match!


7. Mein Motto?

Gibt es irgendeinen Satz, ein Motto, was dich in deinem Beruf begleitet oder was du als Grundsätzliches Lebensmotto hast?

Ich vertraue auf die Einwirkzeit

(Silke Geissen)

Das sage ich gern, wenn mein Gegenüber kurzfristig verwirrt ist von den Verbindungen, die ich herstelle. Für mich ist alles Energie und beeinflusst und bedingt sich gegenseitig, so dass ich manchmal Zusammenhänge sehe oder Vergleiche ziehe, die im ersten Moment irritieren. Meist setzt es sich schnell, und es gibt einen „Ahhhhhhh, so meinst du das“-Moment.

Da sind noch andere Sätze, die das Zeug zum Motto hätten, wie z.B. „Lösungslosigkeit ist keine Option für mich.“
Aber das findet sich im Gespräch mit mir.


8. Gesang und Tanz und Coaching – alles ist Energie und hängt zusammen

Mittlerweile weiß ich, dass du in deiner Freizeit mit großer Freude singst und dass du es genau wie ich liebst zu tanzen? Was findest du dort und kannst du das in deinem Business wiederfinden? Gibt es Zusammenhänge für dich?

Ich liebe seit jeher Rhythmisierungen. Manches bringt mein Inneres zum Schwingen. Wenn ich ein Requiem singe, tanzt mein Inneres, und gemessen am Ernst des Inhalts muss ich mich manchmal zusammenreißen, damit mein Äußeres nicht auch tanzt. Wenn ich Populärmusik singe, groove und swinge ich unweigerlich mit, da muss ich es zum Glück ja nicht verbergen.

Coaching hat außerdem sehr viel mit Sprache zu tun, Sprache wiederum mit Melodie und Rhythmus. Es spielt alles ineinander. Beim Coaching setze ich gern auch Bewegung ein. Zum einen biete ich Coaching im Gehen an, Walk and Talk. Dazu lerne ich in letzter Zeit tolle Körperübungen, die Besprochenes festigen oder z.B. Stress freilassen.

Ich finde, Räume geben Halt, halten uns aber auch manchmal fest. Mit meinem letzten Partner gab es viel Streit, und ich fand die Gespräche wesentlich einfacher, wenn sie im Gehen stattfanden. Wenn in Filmen Auseinandersetzungen im Sitzen ausgetragen werden oder, noch schlimmer, während eine Person sitzt und die andere steht, dann bereitet mir dies physisches Unbehagen. Im Gehen ist Bewegung, so fließen auch die Gedanken geschmeidiger. Der Raum draußen ist so viel größer als ein Raum im Haus, so hat der Konflikt ganz andere Dimensionen. Gerade heute sagte mir eine Coachee, sie schätze das Walk’n’Talk sehr, weil sie dabei freier denken und ihre Gedanken in rhythmischer Bewegung leichter entwickeln könne.

Musik und Tanz sind wunderbare und sinnliche Möglichkeiten, Erlebtes zu verarbeiten oder sich selbst und einen anderen Menschen zu spüren. Ich habe keinen festen Tanzpartner wie du, aber ich will Salsa richtig lernen, und wenn es wieder möglich ist, live in eine Salsa-Tanzschule gehen. Bei allen Salsa-Veranstaltungen durfte ich feststellen, dass jede Frau aufgefordert wird, unabhängig von ihrer Länge. Das kannte ich von Standard und Latein nicht, und es kommt mir sehr zugute. In einer Clubnacht in Liverpool wurde ich aufgefordert. Mein Tanzpartner und ich spielten in einer Gewichts- und Größenklasse, fingen einfach an, spielten mit Figuren, entwickelten uns an- und miteinander, bis der Club schloss, das war göttlich!

In der Vergangenheit stand sogar die Tanztherapie mal bei mir auf der Agenda, weil ich eine Verbindung zwischen Coaching und körperlicher Bewegung suchte. Dass ich den Plan nicht weiter verfolgte, hat hauptsächlich gesundheitliche Gründe. Grundsätzlich aber kannst du so viel ins Tanzen hineinlegen und sehr reduziert oder auch völlig ausgelassen tanzen, deine Persönlichkeit zurückhalten oder zeigen. Wie es halt gerade passt.

Im Grunde ist jedes menschliche Miteinander wie ein Tanz, auch im Coaching. Es ist ein Spiel von Führen und Sich-Führen-Lassen, von Geben und Nehmen, Richtungswechsel und Dranbleiben. Einfach spannend.


9. Hilkea

Hilkea ist einfach das pralle Leben! Ich empfehle dir, dich auf ihrer Weib- und Schreib-Seite (allein der Name ist schon so cool!) umzusehen. Auf ihrem Blog erfährst du vieles über das Schreiben an sich, über Musik, Tanz, Persönliches und was ihr noch einfällt – es lohnt sich absolut!
Gesangsschulisches kannst du bei Voice Experience erfahren. Dort werden wichtige Voraussetzungen für erfolgreiches Singen beschrieben, du kannst Kurse buchen und auch dort auf dem Blog Hochinteressantes erfahren. Ein echter Quell des Wissens! Und nicht nur das – Hilkea schreibt ihre Gedanken einfach aus sich heraus und kann dabei alles sein, was die Gefühlswelt hergibt

Über Hilkea:

Hilkea ist eine Sängerin, Hilkea ist eine Gesangslehrerin, Hilkea ist eine Körperpsychotherapeutin, Hikea ist Autorin, Hilkea ist eine Suchende, Hilkea ist eine Meditierende, Hilkea ist eine Frau, Hilkea ist ein Mensch, Hilkea ist eine Scanner-Persönlichkeit, wie sie vor gar nicht so langer Zeit endlich erfahren hat. Damit wird einiges klarer.

Denn Hilkea hat sich immer für viele Dinge gleichzeitig interessiert und konnte sich nie entscheiden, wohin genau der berufliche Weg gehen sollte. Und da sie gleichzeitig eine Perfektionistin ist, bildete sie sich ständig fort, um noch mehr Zusammenhänge zu verstehen, noch mehr Tools zu lernen, damit sie ihren Beruf zu ihrer eigenen Zufriedenheit und der ihrer Schüler:innen ausführen konnte.

So vereint sie in den Fortbildungen, die sie für Sänger:innen und Gesangspädagog:innen bei Voice Experience und im Rabine-Institut gibt, ihre Kenntnisse aus dem Somatic Experience mit denen aus der Faszienarbeit, aber auch ihrem wissenschaftlichen Know-how über die Anatomie, die Physiologie und Neurologie. Seit einiger Zeit schreibt sie an einem Buch über den Zusammenhang von Stimme und Autonomen Nervensystem.

Und neben all dem liebt sie das Leben, besonders jetzt, wo sie älter geworden ist, der Blick für das Wesentliche immer klarer wird, obwohl die Augen nachzulassen scheinen. Menschliche Zwischentöne werden wichtiger, auch wenn das Ohr sie manchmal im Stich zu lassen scheint.
Denn wie heißt es im Kleinen Prinzen: Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
So hat sie ihr Leben lang Gehirn, Körper und Geist trainiert durch so unterschiedliche Dinge wie Wave tanzen und sich im Paartanz verlieren, Bücher über Neurologie lesen und Anatomieatlanten sammeln, Tantra Events besuchen und bei langen Meditationen einfach nur an die Wand schauen.

Alles, um Autorin und Gesangslehrerin zu sein. Jedenfalls im Moment. Denn bei einer Scannerin weiß man nie genau, was sie entdecken wird. Sie ist gespannt, ihr könnt es auch sein.

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