Monatsrückblick September 2021 – kraftvolle Bäume und wilde Gezeiten

Der Monatsrückblick September 2021 hat ein Elbstrandbild mit herbstlicherm Nachmittagslicht

Im September 2021 stand für mich die Natur im Vordergrund – ein kleiner Urlaub an der Nordsee, das sehr deutliche Ende des Sommers überall, und meine persönliche Wiederaufladung in Wald und Feld. Wie die Natur scheine auch ich mich zu entblättern, zu häuten, weiterzuentwickeln. Durch die lange corona-bedingte Isolation hatte ich Zeit, Beziehungen zu überdenken. In Online-Fortbildungen lernte ich neue Menschen und eine ganz andere Art der Wertschätzung kennen. Im Ausblick des August-Rückblicks kündigte ich an, im September verstärkt Selbstfürsorge zu üben. In der letzten Woche habe ich damit tatsächlich angefangen, immerhin!

Viel Natur – Wald, Wiesen und Meer

Ein paar Urlaubstage an der Nordsee

Sankt Peter Ording ist immer eine Kurzreise wert. Meine Tochter und ich fuhren für ein verlängertes Wochenende hin, als meine Mutter dort sowieso mit Freundinnen urlaubte. In der kurzen Zeit erlebten wir alle Witterungsbedingungen außer Gewitter und Hagel. Am ersten Abend stürmte es derart, dass der über die Seebrücke wehende Sand alles mitnahm. Ich traute mich nicht das Handy zum Fotografieren aus der Tasche zu nehmen, weil einfach alles wegflog, was der Wind erwischte. Regen gab es danach reichlich, aber auch strahlende Sonne. Wilde Wellen, keine Wellen, laues Lüftchen, empfindliche Kühle. Durch den Vollmond durften wir sogar eine Springtide (das Wort ist nicht ganz korrekt, aber bekannter unter Springflut) erleben, das war beeindruckend.

Wir kämpften uns am ersten Abend gegen den heftigen Wind zur Arche Noah, dort hatten wir einen Tisch fürs Abendessen reserviert. Sehr passend, der Restaurantname, zum endzeitlichen Wetter! Auf dem Rückweg zur Ferienwohnung war die Finsternis durch helle, sehr gleichmäßig angeordnete, LED-Lampen an der Seebrücke streifenweise erleuchtet. Der heftig über die Holzbohlen peitschende Sand schien von diesen Lampen eingesogen zu werden. Ich stellte mir vor, wie ich genau an dieser Stelle, allein in der Nacht, zusehen kann, wie nach und nach die ganze Umgebung im Lichtkegel dieser Lampen verschwindet. Natürlich war ich nicht allein, und die Welt ist noch da, aber ich finde, in solchen extremen Wettersituationen fällt uns auf, wie klein wir sind angesichts der großen Mutter Natur.

An den folgenden Tagen war der Wind harmlos genug, damit wir in aller Ruhe sehen, staunen und fotografieren konnten.

Diese endlosen Weiten sind einfach immer wieder wunderbar

Erntezeit in der Natur

Draußen hängen alle Sträucher voller Beeren und Samenstände; in einigen Feldern liegt schon die Saat für unser Essen im nächsten Jahr. Im Alten Land laden die Bauernhöfe zur Apfelernte ein, die Marktstände quellen über von schönem Gemüse, Salat und Obst. Meine Tochter und ich essen überwiegend regional und saisonal. Es fällt uns sehr schwer, im Sommer fast konsequent Äpfel und Birnen aus Übersee im Verkaufsregal liegenzulassen. Umso größer ist die Freude, im Herbst in den ersten frisch geernteten Apfel zu beißen, der so saftig ist, dass er spritzt, und der genau die perfekte Mischung aus süß und sauer hat. Meine besondere Liebe neben Äpfeln sind die Conference-Birnen, die ich leidenschaftlich gern esse.

Die erste Beute aus dem Alten Land – so knackig und frisch!

Manchmal steige ich auf meinem Heimweg an einer Zwischenstation aus, um dort auf die Anschlussbahn zu warten. Nur jede zweite Bahn fährt über Blankenese hinaus, und ich warte lieber am Bahnhof Hochkamp als in Blankenese selbst. Es ist sehr ruhig, von Natur umgeben, und ich nutze die Wartezeit, um dem Leben auf den Bäumen zu lauschen. Diese Woche war es mal wieder so weit. In einer riesigen Buche rauschte, keckerte, klackerte und kratzte es. Ständig fielen kleine Zweiglein, Bucheckern, Blätter, und es war ein wildes Toben von Tauben und Eichhörnchen. Vor lauter Faszination vergaß ich, ein Foto von dem beeindruckend großen und belebten Baum zu machen.

Es ist deutlich: auch die Tiere fangen an, sich auf den Winter vorzubereiten. Für mich heißt das, nächstes Jahr wieder sehr viele kleine Hasel-, Walnuss-, Buchen- und Eichenbäume auszureißen, weil die Eichhörnchen zwar viel vergraben, aber auch viel vergessen. Das amüsiert mich jedes Jahr von Neuem.

Meine Nachbarin hat ein Igelhotel in den Garten gestellt und dekoriert, und sie präsentierte mir stolz ihren ersten Wintergast:

Ein Igel im September 2021
Igelhotel mit Gast – ist er nicht entzückend?
(Danke für das hinreißende Foto, liebe Silke K.!)

Radikale Selbstfürsorge in der Natur

Als eine Meisterin, die übt, finde ich meine Tagesstruktur noch ein wenig überarbeitungsbedürftig. Genauer gesagt, oft arbeite ich zu viel an meinem Angebot, meinen Konzepten, meiner Sichtbarkeit als Coach, meinen alten Glaubenssätzen, meiner Website, gelegentlich auch an unpassenden Vergleichen. Dabei werden meine Zeitfenster für mich selbst mitunter beängstigend klein. Vor ein paar Tagen nahm ich eins der Gratis-Coachings der wunderbaren Iris Wangermann an. Es war sehr berührend und aufwühlend. Wenn meine Gedanken Platz brauchen, gehe ich in die Natur. Diesmal war ich noch zusätzlich bestärkt von Iris, und ich ging in die Marienhöhe, einen der nahegelegenen Wälder. Da steht mein Lieblingsbaum, auf dessen Wurzel sitzend ich eine ganze Zeit verbrachte. Von weitem sieht er aus wie ein gütiger Waldgeist, aber aus der Nähe sind noch viel mehr Lebewesen zu sehen.

Ich weiß jetzt auch, warum ich diesen Baum so mag. Wenn ich sehe, wieviele Verletzungen er schon verarbeitet hat, die er von innen heraus geheilt hat, sehe ich mich selbst. Manche, zum Beispiel meine Mastermind-Kollegin Claudia Tiemann, sagen, ich sei ein „Wounded Healer„, weil ich selbst sehr viel Schmerzliches auf körperlicher wie auf seelischer Ebene überleben und gut kompensieren konnte. So sieht für mich dieser Baum aus – was ihm abgeschnitten wurde, konnte er teils neu wachsen lassen. Wo ihm Schmerz zugefügt wurde, ließ er eine dekorative Narbe wie diesen Tierkopf (mittleres Bild) entstehen.

Weil wir so viel einstecken mussten, der Baum und ich, können wir anderen durch unsere gewonnene Kraft sehr viel geben.

Berufliches im September:

  • Ich habe schon vier Newsletter verschickt und bekomme tolle Rückmeldungen dafür.
  • 30 Menschen haben den Newsletter bis jetzt abonniert, das ist ein großer Erfolg.
  • Ich habe „nur“zwei Blogartikel veröffentlicht, weil alles, was ich anfing, riesig und tief werden wollte – das reift und wächst und wird bald auch auf dem Blog zu lesen sein.
  • Heute habe ich mein erstes Video aufgenommen, mit dem ich für mein Coaching werbe – ich bin so gespannt auf die ersten Gespräche!
  • Für Oktober möchte ich drei neue Anmeldungen zum Coaching haben – wenn es mehr sind, bin ich auch nicht böse.

Wenn du dich anmelden möchtest oder eine Freundin hast, die ein Coaching möchte – hier kannst du ein unverbindliches Gespräch mit mir buchen:

Und sonst noch:

Ein Tag mit meinem besten und langjährigsten Freund war eins der Highlights. Wir gingen zum Mittagstisch im Traditionsrestaurant Fischereihafenrestaurant und hatten dabei pures Ferienfeeling. Bei einem Mittagsmenü und einem schönen Chablis auf die Elbe gucken, die dicken Pötte vorbeiziehen sehen und die Zeit seit dem letzten Treffen umreißen, das war sehr gemütlich und vertraut. Anschließend fuhren wir mit der Fähre nach Finkenwerder, liefen dort ein wenig herum, und beschlossen den Tag im Portugiesenviertel – Hamburg at its best!

Meine Tochter hat eine neue Arbeit, das ist sehr entspannend. Sie arbeitet dort gern, und das wirkt sich positiv auf unser familiäres Miteinander aus.

Am dritten Septemberwochenende war Töchting erkältet, und der ärztliche Notdienst kam an die Haustür, um uns auf Corona zu testen. Das war unser erster PCR-Test und unsere erste angeordnete häusliche Quarantäne. Zum Glück endete sie nach ca. 36 Stunden mit dem negativen Testergebnis.

Fast vergessen: die September-Challenge in der Gruppe von Uli Pauer, unserer Entrümpelungs-Spezialistin in der Content Society. Mit ungefähr hundert Menschen entsorgten, recycelten, verkauften, spendeten wir über achttausend Dinge. Bei manchen wurden ganze Kisten als ein Teil gezählt, weil der Inhalt so kleinteilig war oder einfach nur aus dem Haus sollte.

Am letzten Tag im September 2021 hatten wir spontan Besuch von einer Freundin mit Hund, dazu mussten wir unsere revierbewusste Katze wegorganisieren. Zum Glück ist sie bei einigen Nachbarn sehr beliebt und fand schnell eine Bleibe für zwei Stunden. Ich hatte Zucchinipuffer mit Minzjoghurt im Angebot, und wir aßen, redeten und lachten alle sehr begeistert und animiert. Dabei fiel mir auf, wie sehr ich Besuch vermisst habe und wie gern ich liebe Gäste habe. Es war ein rundum bereichernder Abend. Manche Menschen kommen ins Haus und bringen einfach Freude, und niemanden interessiert es, ob die Schuhe alle im Regal stehen oder das Handwaschbecken vielleicht heute noch nicht geputzt wurde.

Was erwartet mich im Oktober?

Das Fotoshooting wirft (immer noch) seine Schatten voraus

Wie gut, dass ich meine Bewerbungsfotos 2017 auch gleichzeitig für meine Selbstständigkeit als Life Coach machen ließ, so konnte ich meine Website mit schönen Bildern von mir beleben. Die Website ist gewachsen, die sozialen Medien bespiele ich auch, das lässt sich mit zwei Motiven irgendwann nicht mehr darstellen. Der wunderbare Carlos Bank ist nicht mehr verfügbar, die Suche nach einer neuen Persönlichkeitseinfängerin war nicht einfach. Doch jetzt habe ich sie, und wir haben einen Termin! Den ersten mussten wir verschieben, den zweiten auch, weil die Wettergötter genau für den Tag maximale Wolken-Inkontinenz planten. Jetzt haben wir einen Termin in der ersten Oktoberwoche. Auf jeden Fall merke ich, dass recht viel vorzubereiten ist: Outfits planen und vorbereiten, Make-up aufstocken und ausprobieren Bügeln, Schuhe putzen, Accessoires zusammensammeln. Mein erstes echtes Business-Shooting wird natürlich ein Erlebnis werden!

Ein runder Geburtstag

Mein Geburtstag Ende Oktober macht mich etwas ratlos. Eigentlich feiere ich immer mit sehr vielen Menschen, aber dieses Mal suche ich noch nach der geeigneten Lösung, wie ich mir selbst das größte Geschenk machen kann.

Webseitenarbeit, Blogartikel, neue Mitschreiberinnen

Mit den Fotos wird meine Website neu und anders.

Im September habe ich viele Blogartikel angelegt, angefangen und teilweise recht weit geschrieben. Mindestens drei möchte ich fertigstellen, zusätzlich zum regulären wöchentlichen Blog-Thema der Content Society. Ein großer Irrglaube meiner Coachees, meine Erfahrung mit Persönlichkeitstests und eine Diskussion über Preismodelle arbeiten in meinem Kopf. Außerdem sind mir zwei metaphorische Themen eingefallen – aber vielleicht wird das auch erst später etwas!

Die bloggende Gesellschaft hat Zuwachs bekommen, weil nach dem achtwöchigen Grundlagenkurs The Blog Bang viele Neue gekommen sind, das gibt wieder ganz neue Dynamiken und macht die Gruppe noch vielfältiger, als sie ohnehin schon war. Ich freue mich darauf!

10 Kommentare

  1. Liebe Silke, Deine MoRüBlis gehören inzwischen zu meiner fest eingeplanten Lektüre. Dieser zeigt wieder, wie gut und wertvoll diese Zeit investiert ist.
    Ich entdecke eine Menge Gemeinsamkeiten und bin sehr dankbar, dass ich Deinen September miterleben durfte.
    Gern mehr und gern lang! 🙂
    Herzliche Grüße aus Südniedersachsen, Sabine

    1. Liebe Sabine, das lese ich ja sehr sehr gern, vielen Dank! Ich bin auf deiner Website auch schon sehr heimisch. Wir ticken in vielem ähnlich, das sehe ich auch so. Und dann schreiben wir ein Einhornbuch 😊
      Ganz herzliche Grüße ins neue Domizil,
      Silke

  2. Liebe Silke, danke für Deine Erwähnung im Artikel! 💖 Interessanterweise habe ich Dich als Bloggerin, Reporterin des Lebens mehr auf dem Schirm wie als Coach🪶 Du schreibst so lebendig und tiefgründig – es entstehen immer Bilder in mir.
    A pro pos Bäume : in der Kunsttherapie gibt es eine Intervention sich selbst als Baum zu malen – da musste ich beim Lesen denken. LG Claudia

    1. Liebe Claudia, das ist ein spannendes Feedback, danke! Ich werde mit ziemlicher Sicherheit auch noch einen Podcast machen, das ist doch ein Anfang, nicht wahr? Und das mit den Bäumen habe ich schon mal gehört, aber noch nie getan. Gute Anregung, danke! Liebe Grüße Silke

  3. Ich freue mich, dass Dir unsere Session so gut getan hat, liebe Silke und dass Du Mutter Natur als wertvollen Ankerpunkt in Deinem Leben hast. Du bist eine wunderbare und wertvolle Frau mit vielen Erfahrungen. Shine on! Alles ist möglich, wenn all die vererbetn Muster und die Dunkelheit gleich mitgehen darf.

    1. Liebe Iris, danke für deinen schönen Kommentar und deine Rundum-Wertschätzung. Ich arbeite. An mir, mit anderen, und immer wieder in der Natur. Danke auch für den Einblick in deine Arbeit – meine Wunschliste ist ergänzt 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.