12 von 12 – August 2021

In der Content Society freuen wir uns immer schon auf 12 von 12, weil es jedesmal wieder zeigt, wie vielfältig unsere Tage sind, gar nicht so banal, wie jede für sich oft denkt. Manch eine trifft Vorbereitungen – hier wurde ein Bett frisch bezogen, dort die Nägel lackiert, anderswo die Haare schön gemacht, der Artikel angelegt. Judith „Sympatexter“ Peters hat diese zeitweise etwas eingeschlafene Bloggertradition wiederbelebt, und Caro mit ihrem Blog „Draußen nur Kännchen“ hält dankenswerterweise die Plattform bereit. Ich selbst bin seit Juni dabei.

Dieses Mal war so gut wie nichts los, weil ich am Mittwoch meine zweite Impfung erhalten habe, und meine Tochter war am am Donnerstagmorgen dran. Dementsprechend hingen wir herum:

1/12: post-impfungsmüde Gestalten

Meine Tochter brachte nach dem Impfen Brötchen mit. Für mich ist das etwas Besonderes, weil ich meist meine „Matschepampe“ esse, offiziell ist es das DocFleck-Frühstück mit den Hauptzutaten Quark, Obst und Leinölmischung.

Wenn es nicht aus Eimern gießt, inspizieren wir jeden Tag nach dem Frühstück den Garten, besonders jetzt in der Zeit, in der das Gemüse wächst.

Im Vorgarten versuche ich immer wieder mit wechselndem Erfolg, der filigranen Wegwarte fotografisch gerecht zu werden, aber Stockrose und Hortensien sind sehr dominant:

Ein Naturgarten in rosa, lila und weiß
2/12: mein heißgeliebter Naturgarten

Im Vorgarten herbstelt es schon, die Lampionblumen färben sich orange. Fun Fact bei den Lampions: jedes Frühjahr will ich sie zunächst als Unkraut ausreißen, weil ich die Blätter so hässlich finde, und regelmäßig erinnere ich mich noch gerade rechtzeitig, dass sie ja meine Freunde sind. Der rote Beerenstrauch steht erst neu in der rechten Hälfte des Vorgartens. Links hatte ich ihn aus ästhetischen Gründen verbannt, weil ich dort strikt nur kühle Töne von weiß über pink, violett und rot habe (bevor jemand etwas sagt: die Stockrose ist grenzwertig).

Rote Beeren und orange Lampionblumen
3/12: dieses Jahr sind es besonders viele Lampions

Nach der Vorgartenbesichtigung geht es zu den Lebensmitteln. Zwei gigantische Gurken sind reif, der zweite Zucchino (die Zucchini?) ist auch bald fertig. Außerhalb des Hochbeets wachsen Erbsen und Kartoffeln, im Balkonkasten auf der Ecke vom Hochbeet zarter Pflücksalat. Wenn wir Glück haben, erholen sich Rote Bete- und Möhrenpflänzchen von der Last der Zucchini, die sich auf sie gelegt hatten.

Anschließend, wieder im Haus, suche ich mir eine ruhige Beschäftigung, die ich langsam und mit Pausen ausüben kann. Ich will jeden Tag ein bisschen mehr Ordnung in meinem Arbeitszimmer schaffen und den Büchern, die durchs Haus mäandern, ein schönes Zuhause bieten. Dabei bin ich ein bisschen von Ursus Wehrli inspiriert und ordne meine Bücher nach Farben, so weit es möglich ist.

Das Bücherregal wird ordentlich
8/12: die Leseecke wird richtig schön, der Rest ist auf der Kommode vorsortiert

Zur Entspannung rechne ich ein paar Haushaltsausgaben mit meiner Tochter ab bzw. gebe sie in die App Finfluence ein. Es ist dort möglich, verschiedene Zahlungsmittel einzugeben. Ich musste lange überlegen, bevor ich eine vernünftige Möglichkeit fand, den töchterlichen Beitrag zum Haushalt gerecht herauszuarbeiten, bis mir die Idee kam, sie schlicht in der App als Zahlungsmittel einzuspeichern. Fühlte sich für sie erst merkwürdig an („Bin ich denn für dich nur ein Zahlungsmittel“😁), bewährt sich aber in der Praxis, weil ich Aufstellungen nach Zahlungsmitteln vornehmen kann.

Die Tastatur einer Rechen-App
9/12: Überblick über die Finanzen zu haben ist essenziell

Meine Tochter hatte sich nach dem Frühstück in ihr Zimmer verkrümelt und schlief, aber irgendwann dachte ich, sie könnte Hunger haben, und ich kochte das Allheilmittel gegen alles: Milchreis (in meinen Fun Facts als Nummer 35 aufgeführt).

10/12: der beste Milchreis der Welt

Am Nachmittag war der Tochtervater hier, um etwas am töchterlichen Rad zu richten, währenddessen hing ich matt in seinem Auto und beantwortete Fragen, holte Wasser oder Kaffee oder sagte, wo welches Werkzeug zu finden ist. Währenddessen wurde im Haus fleißig gesaugt.

Ich liebe meinen kleinen Roboter. Er wollte einen Namen haben, als ich mich in der App angemeldet hatte. Da es ein iRobot ist, lag es für mich als Kennerin vieler Filme nah, ihn nach dem Film mit Will Smith zu taufen: „I, Robot“. Irgendwie setzte sich der Name aber nie durch. Und weil meine Mutter eine Phase hatte, in der sie alle und jeden als „Henner“ bezeichnete, also „Kleckerhenner“, „Krümelhenner“ etc…, tauften wir ihn um auf „Rennehenner“. Jetzt meldet mir die App „Der Rennehenner hat eine Aufgabe beendet“, „der Rennehenner benötigt ihre Hilfe“. Ich mag das.

11/12: es saugt, es repariert, ich mache Kaffee und bin impf-erschöpft

Endlich war der Abend da, und ich hörte mein Bett schon nach mir rufen. Kurz noch Pasta aglio e olio gekocht, schön mit gehobeltem Parmesan versehen. Dieses Mal waren es Strozzapreti, italienisch Priesterwürger – die Herkunft dieser Wortschöpfung erläutert meine Bloggerfreundin Gabriella sehr schön in einem persönlichen Artikel.

Pasta am Abend macht müde und glücklich, und danach war hier auch Schluss.

10 Kommentare

  1. Liebe Silke, ach wie schön dein Artikel. Rumhängen nach der Impfung ist das Beste, um dann, irgendwann, wieder in Schwung zu kommen. Da sind Milchreis und Pasta immer eine gute Idee. Wenn es bei uns irgendwie eine Seelenwärmermahlzeit gibt, ist das Kartoffelpürree aus der Tüte mit Apfelkompott aus dem Glas. 🙂 We love it. Leben mit Garten und eigenen Kartoffeln fände ich auch sehr nett, allerdings fehlt mir der grüne Daumen und ich habe eine Lebensform, die für einen Garten einfach ungeeignet ist. Freue mich immer von dir zu lesen.

    1. Liebe Eva, Kartoffelpüree mit Apfelkompott – hier wär’s wahrscheinlich beides selbstgemacht, aber die Seele trösten sie alle, finde ich auch. Hm, warm, Brei, freundlich – ich liebe es! Kann ich mir gut vorstellen, dass dein Globetrotterleben nicht gerade nach einem Garten schreit. Liebe Grüße 🙏

  2. Ich liebe Milchreis! Auch wir räumen gerade unseren Bücherschrank räumen auf bzw. leer. Es waren doch sehr viele Kinder- und Schulbücher darin. Und unserer Vivi bleibt nur noch ein Jahr Schule. Dann hat es auch sie geschafft. Einen Saugroboter haben wir (noch) nicht. Ist seine Arbeit brauchbar? Danke fürs Verlinken – macht mir sehr viel Freude!
    Herzliche Grüße, Claudia aus Berlin

    1. Liebe Claudia, danke für dein schönes persönliches Feedback. Ja, des Rennehenners Lsitung ist brauchbar, der Haushalt muss eben darauf eingestellt werden, aber das kriegt man hin. Und natürlich schafft er keine Fußleisten und so. Aber es ist schon toll, dass der Großteil gemacht ist, und niemand nölt bei entsprechender Bitte. Bevor ich hier meine Kommentarfunktion zur unbezahlten Werbeveranstaltung mache, sprich mich gern drauf an.
      Viele Grüße, Silke

  3. Liebe Silke, du bist ja eine richtige Gemüsegartenfreundin. Cool. Und einen Hiwi haben wir auch. Unserer haben wir „Wang“ getauft, weil er aus dem fernen Osten zu uns kam. Ein spannender Tag! Ich freue mich auf weitere Artikel. Liebe Grüße Nicole

    1. Liebe Nicole, dass die Dinger immer Namen haben müssen, ist krass, oder? Immerhin kann ich mich rühmen, nie ein Auto benamt zu haben. Ja, Gemüsegärtnern ist mir eine große Freude. Wir überlegen, ob wir noch weitere Beete auf unserem kleinen Grundstückchen installieren. Selbstversorgung ist schon cool, und schnell fürs Mittagessen die Kartoffeln aus der Erde hacken hat was. Liebe Grüße 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.