Heute ist ein seltsamer Tag; ich bin recht lahm. Gerade aus dem Urlaub gekommen, noch nicht alles ausgeräumt, gestern Abend stundenlang mit der Mutter unterwegs gewesen, bis sie mit ihrem maladen Fuß (sie kann kaum auftreten) untersucht (nichts gebrochen) und verbunden ist (läuft sich gleich besser). Schade, dass gestern erst der 11. war; es sind viel spannendere, eines 12 von 12 würdigere Fotos, entstanden. Na, sei’s drum! Heute ist Hausarbeit und Gartenschau angesagt und etwas Arbeit am Nachmittag. Komm’ gern mit durch meinen Tag!
1: Ida wäre dann so weit
Anne ist heute zur frühen Rückbildungsgruppe angemeldet; um neun geht es los. Ida ist fertig und robbt zum Kinderwagen.

2: Mai im Garten
Der Garten hat Sonne und Regen abbekommen, und alles platzt aus den Nähten. Nach elf Übernachtungen auf Amrum habe ich nun wieder diesen vertrauten Blick aus dem Fenster. Die Ramblerrose „Bobby James“ bereitet sich auf ihren großen Auftritt vor und möchte die Eibenhecke überklettern; der sehr besondere Rhododendron, der fast kaputt schien, blüht auch wieder.

3: Endlich Kaffee!
Anne geht, und ich verschwinde schnell im Haus. Eigentlich hätte ich einen Menschen empfangen sollen, der mir ein Angebot zu einer Arbeit im Haus macht, aber ich habe etwas halbseiden abgesagt und gehe mit einem Kaffee nochmal ins Bett, die Ruhe genießen und ein wenig in mich gehen. Die neue Maschine und ich sind noch keine richtigen Freunde: der Schaum wird nicht fest genug, und das Aroma des Kaffees scheint mir auch nicht optimal erschlossen. Mal sehen, ob sich da etwas einstellen lässt oder wir nochmal wechseln müssen.

4: Es tränt das Herz so zauberschön
Jetzt inspiziere ich den Vorgarten, wo fast alle unsere Blühpflanzen stehen. Jedes Jahr freuen wir uns wieder am langsamen Werden des Tränenden Herzens, bis es in zarten Rispen aus seiner steinernen Umrandung herausleuchtet. Während wir auf Amrum waren, ist es aus sich herausgekommen, während fast alle Tulpen ihre Blätter abgeworfen haben.

5a: Die Clematis übernimmt die Weltherrschaft
Aus einer einzelnen Pflanze entstanden, überwächst diese Clematis mittlerweile eine große Buche. Ich bin fast sicher, dass ich sie jeden Mai erwähne. Sie ist einfach zu schön!

5b: Clematis im Höhenvergleich
Nur um zu zeigen, wie hoch sie wächst, zeige ich dir das Haus, das etwas über fünf Meter hoch ist. Die ganze Nachbarschaft freut sich daran. Vielleicht ist der Anblick eine kleine Entschädigung für die vielen Pflanzenabfälle, die von meinen Buchen und meiner Birke hinunterfliegen und überall herumliegen.

6: Die Päonien der Hoffnung
Lange hatte ich eine Päonie, die vor sich hin kümmerte, die habe ich vor einigen Jahren entfernt. Nun freue ich mich über zwei Neuzugänge, die fleißig wachsen. Mal sehen, ob diese beiden Blüten tragen werden. Damit du sie besser in all dem Grün siehst, habe ich sie ein wenig nachgezeichnet.

7: Alpenrose
Bei einer Aufräum- und Jät-Aktion vor einigen Jahren hat meine Mutter diese zwischenzeitlich vergessene Alpenrose zwischen viel Gestrüpp und Undefinierbarem gefunden und beschnitten. Seit ich weiß, dass sie da ist, lege ich sie immer sorgsam frei und freue mich an ihren strahlend weißen Blüten.

8: Es schnäbelt der Storch
Der pinke Storchschnabel leuchtet so wunderbar aus den Vergissmeinnicht-Kissen hervor.

9: Maiglöckchen-Invasion
An sich sind mir die Maiglöckchen viel zu viel. Zu viele Pflanzen, zu lauter Duft, zu lange im Jahr unscheinbar. Dieses Jahr habe ich sie nicht, wie sonst, überwiegend ausgerissen, und sie duften mit dem Flieder der Nachbarn und mit meinem Zwergflieder um die Wette. Balsamisch und kaum zu ertragen. Bis ich im Haus bin, ist mir von dem starken Duft-Cocktail ganz plümerant.

10: Zufälliges Freundinnentreffen
Nach allerhand haushaltlichen Tätigkeiten, vor allem viel Wäsche, ist CoBlogging angesagt. Wie schön, dass ausgerechnet Britta als Erste dabei ist! Wir sind seit Jahren befreundet. Zwar kommt sie morgen sowieso auf der Durchreise von Norwegen zu mir, das tut unserer Freude keinen Abbruch. Und zu erzählen haben wir uns immer viel.

11: Applaus für die arbeitende Bevölkerung
Nach dem CoBlogging ist mehr Wäsche angesagt, um die ich mich kümmere. Später sind Muttern, Anne und ich dabei, Abendessen vorzubereiten, während Ida in ihrem Tripptrapp-Stuhl sitzt und Faxen macht. Heute strahlt und jubelt sie, und sie reißt immer wieder die Arme hoch.

12: Essen
Unser frühes Abendessen ist nicht so ganz erfreulich; die Vollkornspaghetti saugen alles an Sauce und Geschmack rückstandslos weg, was die Zucchinibegleitung zu bieten hat. Es ist ein wenig trocken und mumpfelig. Ida ist glücklich mit gedünsteten und leicht angebratenen Zucchini, die liebt sie. Wir Erwachsenen gönnen uns noch Germknödel – wie praktisch, dass genau drei Stück in der Packung sind: für Muttern, Anne und mich.

Und schon wieder sind die 12 Bilder voll. Mit mir ist auch nichts mehr los, und hier ist noch so viel zu tun! Mehr 12 von 12 findest du bei Caro auf ihrem Blog Draußennurkännchen. Kann ich nur empfehlen.
Für mehr 12 von 12 von mir findest du hier die Mai-Artikel seit Anbeginn meiner Bloggerinnenzeit. Wir lesen uns!
Mai-12 von 12 der letzten Jahre
- 2025: Sonne, Wind und Wehmut
- 2024: Chilli Vanilli am Sonntag
- 2023: Endlich Frühling!
- 2022: Irgendwie verdichtet



Guten Morgen liebe Silke,
Sonne und Regen – ja so kann alles gedeihen! Hier regnet es nur, Tag 11 in Folge… und der Garten ist noch nicht so weit in unserem eher montanen Klima.
Du hast ja auch dieses kaukasische Vergiszmeinnicht – das hab ich als Kind geliebt und oft Blümchen abgeruft… jetzt gerade hab ich mir 3 Pflanzen davon bestellt, weil es Erinnerungen sind.
Ja, die Maiglöckchen können sehr invasiv sein und man bekommt die tiefen Wurzeln doch nie ganz raus. Aber ich mag ihren Duft bei Regen besonders gern.
Mit der Klematis hab ich hier kein Glück, so an der vollen Sonnenseite, aber dafür hat es nun die Glyzinie geschafft, bis zum Giebel emporzukommen und das schäbige Haus zu verstecken – die beginnt gerade mit Blühen, das duftet dann auch durchs ganze Haus…
Ansonsten sind hier noch letzte Tulpen und Narzissen da, wegen des Regens konnte ich keine Gartenfotos machen. Aber schön, Deinen mal zu sehen!
Liebe Grüsze und ein entspanntes WE
Mascha aus der Giersch-und Klebkrautwüste
(dem hat der Regen sichtbar gut getan)
Liebe Mascha,
ja, dieses Vergissmeinnicht liebe ich auch sehr. Ich ziehe es immer mit langen Armen aus dem Beet, wenn es abgeblüht ist, mit dem beruhigenden Wissen, dass es im nächsten Jahr wieder zur Stelle sein wird. Ich liebe diese blauen Teppiche. Schön finde ich auch, dass ich in der linken Sektion der Vorgartenbeete Vergissmeinnicht, in der rechten Gedenkemein habe.
Clematis hatte ich auch am Zaun bzw. Gartenteiler. Nur ist das Teil aus Weidengeflecht, und sie sind vermutlich alle durch die Sonne von der anderen Seite kaputtgeegangen. In einigen schattigen Eckchen gedeihen welche. Ich besorge (finde, kaufe) ja immer mal wieder Pflanzen, die ich an neuen Standorten ausprobiere.
Dank der langen Bearbeitungszeit, die ich brauchte, blühen jetzt hier schon Alpenrose, Miniflieder und Rosen. Mal sehen, was ich im nächsten 12von12 bieten kann.
Liebe Grüße an dich und ein schönes Wochenende. Kleb nicht fest am Kraut!
Silke
Liebe Silke,
ich finde Maiglöckchen eigentlich auch wunderschön. Aber das mit dem Duft verstehe ich gut. Da kann einem wirklich blümerant von werden.
Liebe Grüße
Britta
Liebe Britta,
da musste ich als hobbygermanistische Klugsch**ßerin gleich mal nach der RICHTIGEN Schreibweise des Wortes gucken und siehe da! P und B, beides ist richtig!
Und mittlerweile sind die blümeranten Maiglocken zumindest olfaktorisch Geschichte, dafür blüht der Miniflieder. Und meine sehr intensive Rose de Resht legt los. Die liebe ich allerdings sehr, den Miniflieder habe ich ein wenig eingedämmt, der steht direkt vorm Küchenfenster.
Liebe Grüße
Silke
Liebe Silke,
Maiglöckchen, Vergissmeinnicht und Storchschnabel— die lieb ich auch alle sehr und beneide dich ein bisschen um deinen Garten. Aber vor meinem Fenster wallen immerhin prächtige Kastanienblüten.
Nun bin ich schon sehr gespannt auf deinen Mairückblick, um zu erfahren, wie das Wiedersehen mit Amrum für dich war.
Liebe Grüße aus der Hauptstadt, Susanne
Liebe Susanne,
oh, ich schreibe gar keine Rückblicke mehr. Die sind mir im November letzten Jahres abhanden gekommen. Wir können ja andernorts darüber reden, wie es auf Amrum war.
Kastanienblüten vorm Fenster, die finde ich auch wunderschön. Und sie haben so einen seltsamen Duft, den ich als spermatisch bezeichnen würde. Vor allem wenn es warm ist und geregnet hat. Im Frühling riecht sowieso alles nach Fortpflanzung, finde ich; die Düfte ums Haus haben mich ganz kirre gemacht. Ich bin froh, dass es jetzt, im Juni, olfaktorisch wieder etwas ruhiger wird – obgleich ich meine Nase in jede Rose stecke, um alsdann auszurasten ob ihres so besonderen Dufts!
Liebe Grüße aus dem Wilden Westen Hamburgs in die Hauptstadt,
Silke
Ach Silke, schön ists wieder mal in einen deiner Tage reinzuschlüpfen. So viel Pflanzenpracht, die dich umgibt und dann ist da noch eine Zwergen-Ida – herrlich.
Warte nur, wenn Ida erst mal älter ist, könnt ihr euer heimlich Germknödel Trio vergessen 😉
Alles Liebe zu dir.
Marianne
Liebe Marianne,
oh, wie recht du hast mit dem heimlichen Essen am Kinde vorbei, sie hat jetzt schon einen gemeinen Riecher und verfolgt alles, was nach Essen aussieht, auch wenn es nicht zum Verzehr bestimmt ist.
Ganz liebe Grüße zu dir
Silke
Die tränenden Herzen erinnern mich an die Gärten meiner Kindheit … so schön, wie es in deinem Garten wächst und gedeiht. Ich muss jetzt grad lachen, denn mein 12-von-12 ist das exakte Gegenteil zu deinem Garten-Thema. Ich war in den östlichen Betonwüsten unterwegs. 🙂
Liebe Uli,
stimmt, die Tränenden Herzen sind für mich auch dabei, seit ich denken kann.
Und ich bestätige die Gegensätzlichkeit unserer Motive am 12. Mai, haha!
Liebe Grüße
Silke