12 von 12, ich mach’s kurz: 12 Bilder, 12 Stationen meines Tages. Erfunden von Chad Darnell, bewahrt von Caro mit ihrem Blog Draussennurkännchen. Hunderte von Bloggenden dokumentieren mehr oder weniger wortreich ihren 12. des Monats. Ich lade dich ein, mit mir durch meinen Tag zu gehen, bis das 12. Bild erreicht ist.
Dominierend an diesem Tag sind der wunderschöne frühe Frühling und die Zähne meiner Enkelin. Alle brechen sich gleichzeitig Bahn. Und jetzt geht es los!
1: Moin!
Es ist Donnerstag, der 12. März 2026. Die Nacht war anstrengend; bei jedem Aufwachen bedaure ich, dass sie nicht schon vorbei ist. Keine Ahnung, was da los war. Der Tag startet lieblich. Warmes Licht beleuchtet die riesige Birke hinten im Garten.

2: Love
Mein Morgenritual beinhaltet zurzeit eine virtuelle Runde, die gemeinsam in den Tag startet. Das Kissen stimmt mich gerade richtig positiv ein.

3: Krabbeltierchen
Anschließend schreibe ich noch ein wenig, mache mich schnell fertig, weil ich einen Physiotherapietermin habe. Unten erwarten mich Anne und Ida, die sehr entschlossen ist, das Krabbeln zu beherrschen. Lange kann es nicht mehr dauern.

4: Spiegelungen
Gegenüber der Physio-Praxis steht dieses schöne Haus. Das halbrunde Fenster oben sieht gerade aus wie ein großes Maul, finde ich.

5: Tschiep!
Ein paar Meter weiter steht mein Lieblings-Verteilerkasten. Ich mag das Rotkehlchen so sehr.

6: Trollkönigs Thron
Hier stelle ich mir immer vor, dass kleine Wesen ihre Versammlungen abhalten, Trolle zum Beispiel.

7: Tschüss, Winter!
In dieser parkähnlichen Anlage zwischen den Hochhäusern findet sich auch ein kleines bewachsenes Rondell, in dem der Winterjasmin wunderschön blüht.

8: Marktflecken
Bei uns auf der Ecke sind nur sehr wenige Geschäfte und Praxen. Eins davon ist ein kleines EDEKA. Durch die urige Präsentation der Waren vor der Tür fühle ich mich ein wenig wie auf dem Markt.

9: Charles Lamont gibt sich die Ehre
Der Winterschneeball im Vorgarten, Charles Lamont, fing schon vor dem großen Schnee an zu blühen, hat aber komplett aufgehört, als er zugeschüttet und ausgekühlt wurde. Jetzt macht er unbeirrt da weiter, wo er aufgehört hatte.

10: Krokusse
Vor ein paar Tagen war noch alles hier matschig und braun, und nun drängen die Krokusse mit Macht an die Oberfläche, unterstützt von Schneeglöckchen, Blaustern, Hyazinthe, Tulpe und Lenzrose.

11: Kleiner Sänger
In letzter Zeit haben wir es ein wenig schwer mit dem zahnenden und bewegungsverrückten Baby; da kommt das sättigende Essen manchmal zu kurz. Heute aber habe ich Kartoffelbrötchen mitgebracht, die Anne mit Avocado-Frischkäse und frischem Rührei belegt. Ida will uns kaum essen lassen, weil sie unbedingt probieren will und noch nicht darf. Es würde den Bilder-Rahmen sprengen, sie zu zeigen. Sie sehen toll aus, und wir schaffen es, sie zu essen. Dann gehen wir nochmal gemeinsam los. Gestern Abend waren wir entrümpelnd im Keller und haben schon viel in den Müll und in die Recycling-Container getan. Heute kommt noch etwas in die Altkleidersammlung, und Batterien bringen wir in einen Laden. Wir sind ohnehin unterwegs, Vogelfutter kaufen, damit die wenigen Gartenvögel es gut haben.
Auf dem Rückweg freut sich ein kleiner Sänger stellvertretend für seine Kollegen und Kolleginnen.

12: Wieder zuhause
Kurz bevor wir losgehen, breche ich mir einen Zeh an. Der Rückweg zieht sich auf diese Weise ziemlich. Außerdem wählen wir einen Weg, den wir nicht so lang in Erinnerung haben. Wir freuen uns, die letzten Ausläufer des Sonnenuntergangs über unserem Haus zu sehen und endlich anzukommen.

Wir haben uns Kuchen vom Marktflecken mitgebracht, den wir vor dem Laptop vertilgen. Heute steht ein Call unseres Queenvestment Circle von Nadine Cabrera an. Es geht unter anderem um Nebenkosten bei verschiedenen Anlageformen. Wir können noch einiges zu lernen.
Der Rest des Abends ist anstrengend. Ida zahnt sehr schmerzensreich, und sie weint zum Steinerweichen. Brüllt, windet sich, ist untröstlich. Ein Zäpfchen gegen die Schmerzen ist zum Glück hilfreich, so dass das arme kleine Menschlein in den Schlaf findet.
Und jetzt ist Schluss für März. Willst du noch mehr März-12von12 lesen, guck bei Caro von Draussennurkännchen. Es ist immer spannend dort, und jeder Artikel beleuchtet auf seine Weise das Schöne im Alltäglichen. Ich mag das sehr! Dass ich heute genau die Nummer 100 bin, mag ich auch.
Frühere März-12von12
Und wenn du wissen möchtest, wie meine früheren März-12 von 12 aussehen, findest du sie hier gesammelt.
2025: Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte
2024: Gemütlich, aber nicht banal
2023: Ein schneeregensonnennasser Sonntag
2022: Samstag mit Sonne im Herzen



Liebe Silke,
diese 12-von-12-Formate haben etwas, das mir bei allem polierten Content auf anderen Kanälen fehlt: Sie zeigen, wie der Tag wirklich war – mit Physiotherapie und Rotkehlchen-Verteilerkasten, mit Avocado-Frischkäse und dem gebrochenen Zeh als finaler Pointe.
»Trollkönigs Thron« als Bildunterschrift für einen verwunschenen Baumstubben – ich weiß nicht warum, aber das hat mich an diesem Morgen mehr begeistert als manches bewusst Philosophische, das ich diese Woche gelesen habe. Kleine Magie, unangekündigt, mitten im Alltag.
Der gebrochene Zeh ganz am Schluss hat dabei so eine dramaturgische Eleganz, als hätte das Universum entschieden: »Schöner Tag. Aber irgendwas Kleines müssen wir noch einbauen.« Das Universum ist da bekanntlich kreativ.
Und Ida, die zahnt und trotzdem das Krabbeln lernen will, während alle erschöpft mitmachen – das ist diese besondere Anstrengung, die man am nächsten Tag trotzdem wieder tun würde. Ein ganz normaler Tag, der dann doch nicht normal bleibt, kenne ich (siehe Link bei meinem Namen).
Herzliche Grüße – und gute Besserung dem Zeh!
Liebe Grüße,
Ron
Lieber Ron,
dein wunderbar vollmundiger Kommentar erfreut und berührt mich – vielen Dank dafür! Dein Blog ist eine echte Entdeckung, die ich gern immer wieder besuche (nicht im letzten Monat, weil so viele Kleinkatastrophen meine Zeit forderten).
Danke auch für die Besserungswünsche; es stellte sich raus, dass der Zeh, entgegen seinen sonstigen Gepflogenheiten, dieses Mal nicht gebrochen war. Eine schöne Fügung!
Ich werde wieder bei dir lesen und freue mich drauf,
liebe Grüße
Silke
Guten Morgen liebe Silke,
Ida ist doch noch so neu – Wahnsinn, nun krabbelt sie schon! Wenn Zähnerkommen, wird es aufregend und wenn sie gehen, dann nochmal – – –
Ja, ziemlich groszmäulig das Haus, wäre ich Architektin, hätt ne Nummer kleiner auch gereicht. Obwohl ich solche Rundungen absolut mag und meine Arbeitsplatz mal an solch einem (histroschen) Fenster war der Schönste meines Lebens…
Danke für die schönen Bilder, Rotkehlchen und Versammlungsort – sowas sehe ich da auch immer –
Liebe Grüsze und eine gute neue Woche
Mascha
Oh je. Der Zeh. So ein Mist aber auch. Und Ich bin froh das ich mich nicht mehr als Zähne bekommen erinnere. Das muss schon sehr fiess sein. Deine Naturbilder sind dafür umso schöner.
Tolle Fotos – und ja, bei Trollkönigs Thron kann ich mir auch lebhaft vorstellen, wie die Elfen und Trolle sich im Morgengrauen oder in der Abenddämmerung versammeln und wichtige Dinge besprechen. Hoffe, deinem Zeh geht’s wieder besser! Und die kleine Krabbelmaus – einfach süß und immer wenn ich ein Foto von ihr sehe, freue ich mich und bin automatisch gleich besser gelaunt!