12 von 12 im Juni 2024 – wo Has’ und Igel um die Wette rennen

Moin am 12. Juni 2024, heute geht es nach Buxtehude. Ich bin mit meiner Freundin Elvira zu einem kleinen Städtetrip verabredet, wir fliegen gern gemeinsam aus und entdecken Besonderheiten in und um Hamburg. Du hast schon gemerkt, das neue 12 von 12* will entstehen! Ich lege gleich los.

1/12: Geschenke, Geschenke!

Bevor ich mich mit Elvira treffe, habe ich einen Termin bei meiner Orthopädin. Ich wache auf, gucke auf meine Birke (die kennst du aus anderen Monaten), streichele die Katze (kennst du auch), springe Treppen rauf und runter, um munter zu werden und Kaffee zu machen. Ich nehme das Päckchen von snagtights (keine bezahlte Werbung) mit hoch, weil Unter-Kleider-Hosen in bunten Farben drin sind. Eine will ich gleich anziehen. Es soll stark regnen, da trage ich gern Kleider. So werden keine Hosenbeine nass. Ich kippe alles auf das Bett meiner Tochter. Wir freuen uns über die kleinen Geschenkpäckchen.

Kleine bunte Päckchen mit rot-weißen Aufklebern, auf einem Bett verteilt.

2/12: Ottensen – immer wieder gern

Ich mache mich schnell fertig, esse noch flott Porridge mit Mandelmus und Bergpfirsich. Meine Tochter schneidet den Pfirsich, ich höre sie schnurren, und danach ist der Fruchtanteil sehr klein. Hm.
Ich flitze los zur Bahn. Es ist noch klar und halbwegs hübsch, die Sonne eher indirekt. Meine Orthopädin ist in Ottensen, da habe ich lange gewohnt und bin immer gern dort unterwegs. Diesen Fisch an der Wand (links) nehme ich heute zum ersten Mal bewusst wahr.

Ein Straßenpanorama, auf der linken Seite eine künstlerische Fischfigur an einer Hauswand.

3/12: Chucks für alle

An Ottensen mag ich die vielen kleinen, inhabergeführten Läden. Aufmerksam scanne ich im Vorbeigehen die Schaufenster. Als altem Chucks-Fan springen mir diese Baby-Chucks zwischen anderem Häkel-Gedöns in die Augen.

Winzig kleine gehäkkelte Converse-Chucks für Babyfüße. Grau-weiß mit nachgesticktem Stern, dem Firmenemblem.

4/12: Jetzt gibt’s was auf die Schulter

Mein Impingement-Syndrom ist sehr anhänglich. Physiotherapie und Krafttraining bei Kieser tun einiges, ich will alles. Deswegen bekomme ich heute eine Stoßwellenbehandlung in diesem schönen Raum. Ich muss nicht lange warten.

Ein lichtdurchfluteter Behandlungsraum mit einer blauen Liege und hellblauen Wänden.

5/12: Ein Herz für Tauben

Noch ein Kaffee bei Black Delight, ich liebe ihn. Ich mag den Laden und trinke dort meist einen Cappuccino, wenn ich bei der Orthopädin war. Ich bin mit Anne am Altonaer Bahnhof verabredet. Sie muss auch zum Hauptbahnhof, wir treffen uns in der Bahn. Vorher bewundere ich noch diese beiden Tauben, die anscheinend gerade gefüttert wurden und die großen Brocken beim Picken durch die Gegend schießen.

Zwei Tauben picken große Brotkrumen auf einem Bahnsteig.

6/12: Have a break, have a Croissant!

Anne und ich finden uns in der Bahn, gehen am Hauptbahnhof in einen Kaffeeladen und holen uns Croissants. Anne hat gleich ein Ausbildungsgespräch im Krankenhaus und füllt dafür noch ein umfangreiches Papier aus.

Die Tochter der Autorin sitzt mit einem aufgeklappten Ordner an einem Tisch mit zwei Croissants.

7/12: Buxtehude im Regen

Wir haben nicht viel Zeit und stellen uns an den U-Bahn-Ausgang, aus dem gleich Elvira aufsteigen wird. Anne begrüßt sie noch kurz, Elvira und ich gehen zur S5. Es ist eine S-Bahn-Linie, die ich noch gar nicht kenne. Wir fahren nach Buxtehude. Erwartungsgemäß ist es dort auch trüb. Ich finde, Flüsse und Trauerweiden haben bei nassem Wetter etwas besonders Mystisches.

Blick auf den Fluss Este, von einer Brücke aus fotografiert, mit regenverhangenen Trauerweiden an beiden Ufern.

8/12: Die ordentliche Dohle

Unterwegs treffen wir diese emsige Dohle. Sie scheint die achtlos weggeworfene Chipstüte wegräumen zu wollen. Wir erfreuen uns für einen Moment an ihrem Tun und begeben uns weiter in Richtung Buxtehuder Altstadt.

Eine Dohle sieht aus, als wolle sie eine Chipstüte wegräumen.

9/12: Kunst am Wegesrand

An einem Fleet lehnt dieser Herr. Korrekt gekleidet wirft er einen Blick über die Schulter aufs trübe Wasser. Er scheint nicht sonderlich beeindruckt zu sein.

Eine sehr naturalistische Statue zeigt einen bronzenen Mann in korrekter Kleidung, der mit arrogantem Gesichtsausdruck in ein Fleet guckt.

10/12: Ein kleines Märchenschloss

Wir suchen ein Restaurant, das Elvira schon kennt, das Entlein am See. Dort sitzen wir drin; wegen der Kälte und des Regens verzichten wir auf die putzigen Pavillons direkt am Wasser. Wir essen, und immer wenn wir gehen wollen, schüttet es wieder. Fotografieren von Außenanlagen gestaltet sich eher trostlos. Letztendlich sind wir da sehr lange. Es ist freundlich und trocken.
Als wir weitergehen, entdecken wir unter anderem diese verborgene Schönheit und stellen uns vor, dort könnten Märchenfilme wie Rapunzel neu gedreht werden.

11/12: Ein kaltes Herz

Zwischen den Regengüssen flüchten wir immer wieder unter Markisen von Geschäften. Ab und zu gehen wir rein, um uns Kleidung und Taschen anzusehen. Hier stehen wir draußen. Ich frage mich, ob dieses Herz eine Vorlage für Spenderorgane aus dem 3D-Drucker ist?

12/12: Und noch eine Taube

Wir essen ein Eis und frieren. Es regnet weiter. Es hilft nichts, wir kehren wieder ein, um etwas Warmes zu trinken. Auch dort sitzen wir sehr lange. Ich sehe hektisch und zickig rennende Möwen und sehr schöne Tauben. Diese hier in ihrem warmen Braun und Lila finde ich besonders schön.

Eine Taube in Braun und gedämpftem Pflaumenlila läuft über Kopfsteinpflaster

Das war’s! Es gibt viele Foto; wegen des Wetters wirken die meisten nicht so gut. Als wir spät aus dem Restaurant kommen, geht es am Himmel auf den Sonnenuntergang zu, und wir bekommen noch einige wunderschöne Ein- und Aussichten. Wir fühlen uns belohnt und fahren sehr müde heim. In der S-Bahn riecht es nach Achsel und Schritt, Alkohol und viel Mensch. Sehr laut ist es auch.
Wir freuen uns beide auf zuhause.

Zwei müde Frauen lächeln in die Kamera.
Ein unnummeriertes Bonus-Bild

*) 12 von 12 ist ein altes Format, das vom US-amerikanischen Schauspieler und Regisseur Chad Darnell ins Leben gerufen wurde. Ein Tag, so banal er auch sei, wird in 12 Bildern dokumentiert und mit mehr oder weniger Text erläutert. Unter Bloggenden eine beliebte Tradition. Chad hat sie aufgegeben. In der deutschen Blogosphäre bietet Caro aus Hamburg jeden Monat auf ihrem Blog Draußennurkännchen einen Platz für viele schöne Blogartikel. Ihr 12 von 12 im Juni 2024 findest du hier, darunter findest du all die andern Tagesrückblicke. Dieses Mal bin ich sehr spät, weil zu müde gestern. Ich habe die Nummer 166.

14 Kommentare zu „12 von 12 im Juni 2024 – wo Has’ und Igel um die Wette rennen“

  1. Liebe Silke,

    ich musste lachen, beim schnurren dachte ich an eine Katze und dann das. *lach.

    Genial…

    Ich muss mal unsere Frieda fragen, ob sie mir auch beim schnippeln hilft. Wohl eher nicht, *grins* . Weil sie ist wirkliche eine Katze.

    Danke für deine Einblick.

    Herzliche Grüße
    Elke

    1. Liebe Elke,

      ja, da dachten so einige Leserinnen an die Katze. Meine Tochter kann das aber auch gut.
      Ich höre das Geröusch besonders gern, weil sie so krüsch ist. Und wenn sie mal etwas so mag, dass sie schnurrt, freut sich Muttern.
      Die Katze war beim Essen allerdings auch immer sehr hilfsbereit. Beim Schneiden eher weniger. So wie Frieda.

      Herzliche Grüße
      Silke

  2. Liebe Silke,
    deine 12 Fotos (+das 13. gratis dazu) zeigen, wie schön ein Städtchenbummel auch bei Regen sein kann. Drinnen sitzen, sich verwöhnen mit lecker Kaff & Co, dazu gute Gespräche mit einer Freundin – hei, mehr brauchts nicht!
    Von daher: Danke für deine vielen Einsichten und Ansichten, ich habe mich sehr gern durch deinen Tag führen lassen!
    Gruß Gabi

    1. Liebe Gabi,
      ja, das war ein schöner, wenn auch etwas verkürzter Städtchenbummel. Zum Glück haben wir einander immer viel zu erzählen, so war das eiskalte nasse Outdoor-Erlebnis gut kompensiert.
      Es freut mich, wenn ich dich mit meinem Tag erfreuen konnte, dann gehe ich doch bei dir auch mal gucken.
      Herzliche Grüße, Silke

  3. hey silke, ich bin gerne ein stückchen mit durch deinen 12. juni geschlendert. beim schnurren deiner tochter musste ich schmunzeln 😉 der pfirsich war wohl sehr lecker. wieder schmunzeln musste ich, dass dir einiges nicht reicht, was schon physio und kieser dir bringen wegen deiner schulter, sondern dass du ALLES willst 🙂 gut so! das schlösschen gefällt mir auch und dohlen beobachte ich auch immer sehr gerne – diese schlauen federviehcher, ich liebe sie – krähen auch! tauben sind nicht so meins, die finde ich eher nervig! ich wünsche dir noch einen schönen restlichen juni und danke fürs teilen deiner impressionen! lg

    1. Hey Iris,
      ohja, der Pfirsich war köstlich. Und sie hatte großes Vergnügen damit.
      Und unbedingt will ich alles! Ich will ja wieder Kraulschwimmen üben, dafür brauche ich eine fitte Schulter.
      Dohlen und Krähen sind toll, nicht wahr? Tauben liebe ich auch erst seit dem Buch „Der mechanische Prinz“ von Andreas Steinhöfel. Da sind Tauben so unwiderstehlich beschrieben, dass ich mich ihnen nicht mehr entziehen kann.
      Und gleich gehe ich mal bei dir gucken, was der 12. so konnte.
      Auch dir eine schöne zweite Junihälfte,
      Silke

  4. Nein, wie schön! Beim Schnurren dachte ich an deine Katze, doch dann war es Dein Tochter beim Zermalmen von Pfirsich. Herrlich, dass es geregnet hat, sagt dein Kleid, das nicht wie die Hosenbeine nass werden kann! Oder doch? Danke für deine 1/von 12! Grüße aus Berlin Claudia

    1. Liebe Claudia,
      danke für deinen schönen Kommentar!
      Ja, dieses Mal war es das Kind, das vor Vergnügen schnurrte beim Pfirsichklauen.
      Nein, das Kleid ist zu kurz, um nass zu werden, es guckte nicht nennenswert unter der Regenjacke hervor.
      Bei dir will ich auch noch das 12 von 12 lesen, schon um zu erfahren, was eventuelle Weihnachtsbaumplantagen machen.
      Liebe Grüße,
      Silke

    1. Oh gern, liebe Korina,
      ja, die sind toll. Nichts reibt, und es gibt sie in richtig bunt. Ich bin über die Strumpfhosen eingestiegen, die auch meine langen Beine ohne Zippeln und Zuppeln einkleiden, weil alles in jede Richtung äußerst elastisch ist. Und ist auch nicht so ewig teuer.
      Liebe Grüße, Silke

  5. Liebe Silke,
    wir haben gestern quasi ein gemeinsames Erlebnis gehabt: Stoßwellentherapie an der Schulter. Ich meine sogar, dass ich jetzt nach der zweiten Behandlung eine leichte Besserung bemerke. Hoffentlich verabschieden sich deine Schulterbeschwerden bald!
    Schade, dass ihr so doofes Wetter in Buxtehude hattet. Ich war da vor ein paar Jahren und war ganz entzückt von dem Städtchen.
    Viele Grüße
    Ilka

    1. Liebe Ilka,
      ha, ich habs schon gelesen, dass wir beide Stoßwellen für die Schultern bekommen haben. Ich drücke uns beiden die Daumen für eine baldige Besserung.
      Ach, das Wetter war nicht so tragisch, wir hatten uns wirklich richtig viel zu erzählen. Und ich kann da ja wieder flott hin, vom Hauptbahnhof ist es nicht mal eine Stunde. Das Potenzial war durchaus erkennbar.
      Liebe Grüße
      Silke

  6. Liebe Silke,
    wie cool,, dass Dein 12 von 12 in diesem Monat aus Buxtehude kommt. Der Ort war gestern bei uns Thema. Wir sind im Sommer in Dänemark und wollen nicht alles in einem Rutsch fahren. Der Gatte meinte, Buxtehude wäre für uns ein guter Zwischenstopp und so haben wir dort eine Übernachtung gebucht. Wie toll, dass ich jetzt bei Dir schon mal ein bißchen lünkern konnte. Ich hatte gar keine Vorstellung von dem Ort. Wir scheinen eine gute Wahl getroffen zu haben.
    Liebe Grüße
    Britta

    1. Liebe Britta,
      das ist ja wirklich witzig! Buxtehude ist wirklich hübsch, und bei gutem Wetter kann man an den Fleeten überall draußen sitzen. Die alten Häuser muten ein wenig an wie in holländischen Grachtenstädten oder Friedrichstadt. Auf den Regenbildern wirkten sie nicht so gut, deswegen habe ich sie nicht mit in den Artikel genommen.
      Dann wünsche ich euch bestes Buxtehude-Wetter, damit ihr auch die Zwischenstation schon genießen könnte. Schließlich ist ja der Weg das Ziel.
      Liebe Grüße
      Silke

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