Grünkohl und Pinkel im Topf auf dem Herd

Grünkohl zu Weihnachten – ein kleines Rätsel

Dieses Jahr wollen meine Tochter und ich zu meiner Mutter fahren. Zum Geburtstag schenkte mir meine Freundin Veronika, die in Oldenburg geboren ist, ein extrem wunderbares Grünkohlessen. Das kam in einem Paket und musste nur aufgewärmt werden. Ich verspeiste es mit meiner Mutter, und wir nahmen das als Idee für die Weihnachtstage auf.

Meine Mutter macht keine Online-Geschäfte, also bestellte ich – auch für die Physiotherapeutin meiner Mutter als Geschenk – gleich Grünkohl und Pinkel mit. Klingt einfach, oder?

ABER: Versehentlich gab ich meine Adresse als Lieferadresse ein. Meine Mutter bemerkte dies schnell, ich meldete mich beim Grünkohllieferanten, der mir bestätigte, die Adresse sei geändert. Das las sich so weit alles korrekt.

Am Samstag nun wurde das Paket in den Ort meiner Mutter geliefert. Leider war sie nicht zuhause, deswegen landete das Paket in der örtlichen Poststelle. Das war der Anfang eines mittleren Dilemmas:

Eine DHL-Benachrichtigung
Wir haben ein Paket für Sie!

Meine Mutter bat ihren Nachbarn, das Paket abzuholen, gab ihm aber nur ihre Abholkarte mit. Der Nachbar fuhr los, kam paketlos zurück und brauchte noch eine Vollmacht, die meine Mutter ihm auf der Rückseite der Abholkarte ausstellte. Wieder fuhr der Nachbar los und kam zurück, ohne das Paket. Der Versender hatte nach meiner Intervention die Adresse meiner Mutter, aber versehentlich meinen Vornamen angegeben. Der Nachname ist identisch. So ginge das aber nicht, sagte die Frau von der Post, daher kehrte der Nachbar abermals ohne Grünkohl heim.

Am Montag dann ging meine Mutter los. Mit dem gesamten ausgedruckten Mailverkehr, in dem der Lieferant auch bestätigt hatte, wohin er den Grünkohl schicken würde. In der Mail standen Name und Adresse meiner Mutter. Also eigentlich klar zu erkennen, dass es ein Versehen war. Der Postmitarbeiterin, bei der meine Mutter nach 45 Minuten Wartezeit an die Reihe kam, genügte dies nicht. Ich müsse eine Vollmacht schreiben, damit meine Mutter die Sendung abholen könne. Da meine Mutter 84 ist und sich zwischenzeitlich eine neue Riesenschlange aufgebaut hatte, ohne die Möglichkeit, pandemiebedingt notwendigen Abstand zu halten, fuhr sie nach Hause. Sie konnte nicht mehr.

Ich hatte verschiedene Optionen entwickelt, wie sich die Situation gestalten könnte:

  1. Meine Mutter bekommt mit meiner Vollmacht und dem Mailverkehr am Dienstag das Paket.
  2. Meine Mutter bekommt das Paket am Dienstag nicht, weil ich nicht dieselbe Adresse habe.
  3. Ich gehe Mittwoch gleich nach meiner Ankunft mit meiner Mutter, den Mailausdrucken, dem Abholzettel und meinem Personalausweis dorthin, wir bekommen das Paket aber nicht, weil ich immer noch nicht dieselbe Adresse habe wie meine Mutter.
  4. Ich gehe Mittwoch mit meiner Mutter, den Mails, dem Abholzettel und meinem Personalausweis dorthin. Die Sachbearbeiterin, die meine Mutter seit -zig Jahren kennt, ist statt der neuen und unsicheren Kollegin wieder gibt uns das Paket ohne irgendwelche Dokumente zu prüfen.
  5. Ich melde mich beim Landratsamt um, damit ich dieselbe Adresse habe wie meine Mutter, aber in der Zwischenzeit ist das Paket zum Versender zurückgeschickt worden.

Update: Meine Mutter bekam das Paket. Option 1 trat ein. Ich musste am Mittwoch gar nichts mehr tun.

8 Kommentare zu „Grünkohl zu Weihnachten – ein kleines Rätsel“

  1. Helga Kleinbrahm

    Hallo liebe Silke, tippe auf Option 1 , liebe Grüße an Deine Mutter. Und guten Appetit beim Grünkohlessen. Den habt Ihr Euch ,nach dieser Odyssee,verdient. Schöne Weihnachten wünscht Helga

  2. Liebe Silke,
    sollte die Postbeamtin den Grünkohl nicht rausrücken, würde ich ihr das Paket schenken, würde ihr ein Rezept beilegen und ihr mitteilen, dass sie es sich munden lassen möge.

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