
Wie schön, heute ist der 12. August. Endlich wieder ein 12 von 12 schreiben; ich liebe es. Vieles fotografieren, 12 Fotos raussuchen, Artikel drumherum schreiben und bei Caro von Draußennurkännchen einstellen. Viele andere tolle Beiträge dort finden und einige davon lesen und kommentieren. Lass’ dich mitnehmen durch einen schönen Sommertag.
1: Auf der Mauer, auf der Lauer
Heute wollte ich eigentlich den ganzen Beitrag den Wanzen widmen. Ich bin, was alles mögliche Viehzeug mit zwei, vier, sechs, acht Beinen angeht, ziemlich robust. Nur Wanzen, da graust es mich. Ich kann gar nicht sagen warum. Ich schüttele mich vor Ekel und kann es nicht ertragen, eine im Haus zu wissen. Anne hat schon versucht, irgendetwas Nettes über Wanzen zu recherchieren, um mich ein wenig zu entspannen, nur gibt es da nichts. Es gibt nichts Schönes über Wanzen zu sagen, ist das nicht traurig? Und nun habe ich zwei Exemplare am Küchenfenster sitzen, außen. Die finde ich fast niedlich. Gestern saßen sie mit allen Beinen am Fenster, über sich ein Weinblatt. Anscheinend hatten sie in ihrer üblichen Haltung – Rücken zur Scheibe – mittags zu heiße Füße, weil dann die Sonne auf die Blätter scheint. So meine Theorie. Natürlich geht das nicht, mich auf Wanzen zu begrenzen, wenn der Tag so viele Motive bietet. Außerdem war ich viele, viele Stunden nicht zuhause. Die Wanzen schon, die sitzen am Abend auch noch dort, wo du sie jetzt siehst.

2: Vorsicht, bissig!
Heute ist ein sehr motivreicher Tag; ich fange schon früh an Bilder wegzulassen. „Meine“ Birke habe ich schon gestrichen, das Kaffemaschinenfoto mit meinem Gesicht drauf, der sehr dekorative, frisch gepresste Orangensaft auch. Was ich dir nicht ersparen kann, sind die niedlichen Baby-Bissspuren auf dem Ziegenkäse.

3: Vogelfütterung und Teichbewunderung
Zwischen den Frühstücksvorbereitungen renne ich zur Waschmaschine, hänge draußen alles Mögliche um, füttere die hungrigen Vögel und bewundere das blaue Teichpflänzchen, dessen Namen ich schändlicherweise vergessen habe

4: Frühstück!
Unser eigenes Frühstück, so ästhetisch es war mit dem frisch gepressten Orangensaft und den leuchtend roten Tassen, muss heute fotografisch ausfallen. Dafür ist diese Komposition, die wir am S-Bahnhof vorfinden, einfach zu interessant. Und sie wirft Fragen auf.

5: Doppeltes Lottchen
Wir sind auf dem Weg in die Innenstadt, weil es vom Überlängenladen den Herbst-/Winterkatalog gab und ich einige wenige Stücke unbedingt haben will. So schöne Sachen gab es lange nicht mehr; ich bin verliebt!
Was heute sehr witzig ist, ich trage ein Kleid aus der Sommerkollektion und die Chefin auch. Auf dem Bild sieht es aus, als würde sich das Muster von ihrem Kleid auf meinem Kleid weiter nach oben bewegen, und die Übergänge sind nicht mehr ganz klar.

6: Schirme
Wir, also Anne, Baby und ich, sind lange im Laden und waren schon etwas hungrig, als wir ankamen. Nun gehen wir flott zu Chay vegan, da ist es immer fein. Erst geht es nur darum, das hungrige Baby wieder gewogener zu stimmen. Mit frittiertem Seidentofu, Edamame und Teigtaschen fängt sie sich wieder und bezirzt ihre Umgebung mit ihren vier Zähnchen, ihren süßen Locken und ihrem Babylächeln. Als sie etwas ungnädiger wird, weil wir unverschämterweise auch essen wollen, bin ich flott fertig und erkunde mit meiner Lieblingsenkelin auf dem Arm spannende Sachen im Lokal: eine Spieluhr mit japanischen Figürchen drin, bunte Deko, und am faszinierendsten, die Schirme, die sanft schaukelnd unter der Decke hängen.

7: Geheimnisse in Stein
Auf dem Rückweg Richtung Bahnhof, fällt mir an einem Gebäude dieses Kunstwerk auf. Ich sehe darin ein Gesicht, aber von wem oder von was? Mit welchem Gesichtsausdruck? Drohend oder müde in sich hineinlächelnd?

8: Hundemüde
Am Bahnhof liegt ein sehr müder Hund; ich finde ihn so schön.

9: Schief
Während ich versuche, den Uhrenturm des Hauptbahnhofs möglichst schön in Szene zu setzen, mit genug blauem Himmel und hübschen Wölkchen dahinter, stellt Anne fest, dass die Buchstaben vom Glockengießerwall schief sind.

10: Heut geht einiges
Wir kommen am Bahnhof an, eine S-Bahn in unsere Richtung fährt ein, total proppevoll, kein Sauerstoff, wieder nur Stehplätze für Kinderwagen und uns. Es ist anstrengend. Zum Glück stehen um uns herum überwiegend freundliche Menschen.
Anne ist mit ihren Fotos meist in meinen 12 von 12 vertreten; wir haben beide ein Auge für Merkwürdigkeiten, Schönheit und Besonderes am Wegesrand. Auch diesen Aufkleber hat sie an unserem Heimatbahnhof entdeckt. Ich bin heute sehr froh, dass sie so vieles sieht, weil ich in Gedanken an unsere Reise bin, die ich recherchiere und für die ich heute die letzten Komponenten buchen will.

11: Sonnenschutz fürs Baby
Auf den letzten Metern der Fahrt ist Selma* eingeschlafen. Es ist sehr sonnig, als wir ankommen, und mein neues Ringel-T-Shirt gibt einen wunderbaren Sonnenschutz an.

12: Nach der Sonnenfinsternis
Zuhause bespreche ich noch die Rückreisezeit vom Urlaub in Südtirol, mit Anne, meiner Mutter und unserem Lieblingstaxifahrer. Er wird einbezogen, weil er schon fast zur Familie gehört und weil er unsere Babyschale fürs Auto bei sich zuhause aufbewahren wird. Ich buche die Bahnreisen einzeln, weil das günstiger ist als für uns alle vier (wir fahren mit Muttern) zusammen. Endlich ist alles gebucht einschließlich unserer Anreise zu meiner Mutter.
Wir gucken immer mal auf das besondere Licht draußen; die Sonnenfinsternis selbst sehen wir per Live-Stream, weil wir keine Brillen haben und nicht wollen, dass Selma*, die nochmal wach geworden ist, ein Schaden zugefügt wird. Als ich mit dem Buchen fertig bin, erwische ich noch kurz, durch Fenster und Fliegengitter, dieses wunderschöne Licht.

Wenn du mehr 12 von 12 lesen möchtest, weißt du ja, Draußennurkännchen sammelt sie alle! Vielen Dank, liebe Caro aus Hamburg, dass du uns Monat für Monat unsere Artikel bei dir zusammentragen lässt.
Mehr Juli-12-von-12 von mir findest du hier:
2025: Ein Tag mit inneren Werten
2024: Schwül und träge
2023: Unabsichtlich fokussiert
2022: Ein geschäftiger Freitag
2021: Müde und trotzdem fleißig
*) P.S.: Selma ist der Name, den ich für meine Enkelin jetzt benutze. Es wird so viel Schindluder mit Kindern getrieben, dass wir uns darauf verständigt haben.
P.P.S.: Heute ist der letzte Tag der Blogdekade in TheContentSociety. Zehn Tage, in denen gebloggt wird, was das Zeug hält. Ich habe einige Male einen Artikel pro Tag geschrieben; heute bin ich froh, diesen als vierten Beitrag in einer recht anspruchsvollen Zeit geschrieben zu haben. Viel Freude damit!
Und nicht vergessen!




Was für coole Bilder, liebe Silke. Ich mag sie alle.
Das Kleid steht Dir nicht nur gut, es würde mir auch gefallen, denn ich liebe grafische Muster.
Liebe Grüße
Marita
Das freut mich, liebe Marita, es war auch schwierig genug, die Bilder auszusortieren, die nicht in den Artikel sollten, denn eigentlich hätte ich sie gern alle gehabt.
Das Kleid kann ich mir an dir auch richtig gut vorstellen. Es sind noch welche da, sind halt wirklich sehr lang, hihi.
Liebe Grüße
Silke
Hallo Silke,
vielen Dank für Deinen Einblick in einen weiteren Tag voller Merkwürdigkeiten, Schönheit und Besonderem am Wegesrand. Zucchini und Bier, da will ich jetzt aber auch die Geschichte dahinter wissen 😂
Und auf mich wirkt das Gesicht eher resigniert.
Liebe Grüße,
Britta
Hallo Britta,
danke für deinen Kommentar. Ohja, resigniert, das sehe ich auch, wenn ich mich darauf konzentriere. Leider weiß ich die Geschichte so gar nicht, die von Zucchini und Bier. Heute stand fast an derselben Stelle wieder ein Arrangement, das meine Aufmerksamkeit erregte. Ich überlege schon, ob da vielleicht ein Künstler dahintersteckt, dessen Kunstform solche Installationen sind. Ich werde beobachten und berichten.
Liebe Grüße
Silke
Liebe Silke,
sehr stimmige Bilder hast du eingefangen an deinem Tag zu dritt!
Wen oder was ich sehe auf dem Foto Nr. 7? Ein in sich ruhender, verschmitzter Gnom, der irgendetwas ausheckt in seinem großen Kopf 🙂
Ich wünsche euch einen klasse Urlaub, vier Generationen und alles Frauen: Klasse!
Habt eine gute Zeit,
herzlichst Gabi
Liebe Gabi,
vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, ich hatte Glück an dem Tag; die Motive überschlugen sich. Da sind so viele Bilder, die es nicht in den Artikel geschafft haben. So sind nun mal die Regeln.
Stimmt, verschmitzt kann er auch gucken. Spannend, wie unterschiedlich er wahrgenommen werden kann.
Und danke für die Urlaubswünsche. Ich hoffe inständig, dass es dann kein Extremhitze mehr ist.
Liebe Grüße
Silke
Liebe Silke!
Was für ein bewegender Tag. Wanzen. Ich weiß nicht recht wie ich sie finde, aber ich glaube, ich weiß viel zu wenig drüber. Von daher wäre ein Wanzen 12 von 12 sicher sehr lehrreich gewesen. Ich mag es aber lieber wenn aus dem eigenen Leben berichtet wird. Die Zucchinikomposition ist schon sehr eigen. Das Steingesicht erlebe ich als weder noch. Eher was traurig-gequält 🤔
Liebe Grüße,
Christine
Liebe Christine,
ich mag auch gern aus dem Leben berichten. Wäre ich zuhause geblieben, hätte ich die Wanzen stündlich kontrollieren und kommentieren können. So war ich unterwegs und konnte höchstens ein Drittel meiner Fotos zeigen. Ja, ich finde ihn auch traurig und gequält, den armen Teufel. Vielleicht ist er nach unten zusammengeschmolen und hat deswegen mimisch nicht mehr so viele Möglichkeiten. Auch ein Gedanke, was?
Liebe Grüße,
Silke
Liebe Silke,
da hatte ich sofort einen Ohrwurm ……wie die Wanz tanzen kann….. 😉
Ich find die aber auch ekelig, auch wenn ich sonst relativ unempfindlich bin.
Toll mit dem Aufkleber, den Anne entdeckt hat. Das passt wirklich richtig gut.
Ich wünsche Euch eine tolle Reise und erholsame Tage.
Liebe Grüße
Britta
Liebe Britta,
es beruhigt mich, dass du Wanzen gegenüber auch eher skeptisch bist. Manchmal denke ich, ich stelle mich an. Wäre zwar auch kein Problem, aber im Kollektiv ekelt sich’s gleich viel geselliger.
Liebe Grüße und danke für die Reisewünsche. Ich freue mich gigantisch!
Silke
Liebe Silke,
Ein wunderbarer fotografischer Einblick durch deinen Tag. Das Frühstücksbild wirft in der Tat Fragen auf und dann noch ein Doppeltes Lottchen – großartig.
Ich habe mich der Sonnenfinsternis gewidmet.
Herzlichen Gruß, Birgit
Liebe Birgit,
danke fürs Vorbeischauen und Kommentieren. Ich musste natürlich sofort bei dir gucken und vor ehrlicher Fotokunst-Bewunderung erstarren. Sehr begeisternd.
Herzlichen Gruß zurück,
Silke
Biersuppe mit Zuccini? Wobei, ich tippe eher auf einen Unfall: nachdem das letzte Oettinger auch noch ausgetrunken war, hab es einen Sturz mit Filmrisz…und dann blieben die Zuccini auf der Strecke – die Ärmsten!
Wanzen mag ich total gern, denn sie haben etwas von Art-Deco in ihrer graphischen Vielfalt. Und wer hat denn heut noch wirklich Bettwanzen, hier in unseren Landen? Und die Stasi als Wanzenverteilerin in Privartwohnungen ist auch megatot!
Der Hund schaut wölfisch drein, trotz Müdigkeit. Das Gesicht ist irgendein (armer) Teufel 😉
Danke fürs Mitnehmen und liebe Grüsze
Mascha
Liebe Mascha,
das ist eine interessante Theorie mit den vielen Oettingern und den vergessenen Zucchini.
Hm, ich denke über Wanzen nach, aber immer noch nicht gern. Meine sitzen weiterhin auf dem Blatt oder in der Nähe. Ob sie hoffen, dass das Fenster verschwindet, und dann können sie rein? Neeeheehee, nix da!
Ja, ich fand den Hund auch wölfisch. Warum sind eigentlich Teufel an Hauswänden? Zur Abschreckung weiterer Teufel? Habe ich noch nie drüber nachgedacht.
Danke fürs Reinschauen und liebe Grüße
Silke
Ach Silke, ich liebe es, mit Dir durch den Tag und Hamburg zu reisen. Ich hab’s total vergessen, dass der 12. war. Egal – ich hab ja Deinen 12. August genossen. Tolle Bilder hast Du gefunden 🙂
Mein Lieblingsbild ist das von der Verkäuferin und Dir im gleichen Kleid. Ihr strahlt beide so.
Und das macht so einen Einkauf gleich noch schöner.
Liebste Grüsse aus der Schweiz
Christine (Dein Fan)
Liebe Christine, du mein Fan😍,
dankeschön für deinen lieben Kommentar. Ja, gestern war fotografisch einiges los. Irgendwann verselbstständigt es sich, dass man ständig überall Kuriositäten sieht, glaube ich. Kennst du ja auch.
Das Foto mit den Kleidern liebe ich auch sehr. Ja, wir mögen uns. Schade, dass sie Ende des Jahres aufhört.
Liebste Grüße aus Hamburg
Silke
Hihi, Baby-Bissspuren am Käse! Du hast ja tolle Dinge heute gesehen und fotografisch festgehalten. DAS nenn ich mal Story-Fundstücke! 😉
Ich würde auch gerne wissen, was so an eurem S-Bahnhof abgeht … immerhin ist Oettinger ein gutes Bier!
Liebe Grüße
Manuela
Liebe Manuela,
ja, spannend, was? Oettinger mit viel Zucchini, vielleicht eine Sommersuppe, die dann nicht zubereitet werden konnte, weil das Bier aus Versehen ausgetrunken wurde:
Gute Idee, die Fotos als Stichwortquelle für eine abstruse oder sinnvolle Geschichte zu nehmen; was dabei wohl rauskommt?
Ich geh jetzt mal bei dir gucken.
Liebe Grüße
Silke