Silke Geissen in der HafenCity

Was mich als Coach besonders macht

Wir Coaches sind mittlerweile so viele, und trotzdem bin ich überzeugt, dass zu jedem Problem-Topf ein Coach-Deckel existiert, der besonders gut passt.

Ich bin zutiefst durchdrungen vom Dienstleistungsgedanken, das zieht sich durch mein ganzes Leben. In Kombination mit meiner kreativen und unkonventionellen Kommunikation wird daraus häufig ein Gespräch, das sich überhaupt nicht nach Arbeit anfühlt, sondern sogar als lustig in Erinnerung bleibt.

Ich gehe eine Stunde mit Silke spazieren, und es fühlt sich an wie ein nettes Gespräch. Bis ich plötzlich merke, wie sich meine Anspannung löst. Tage später bemerke ich dann, dass ich in einer ähnlichen Situation ein anderes Bild als vorher im Kopf und im Herzen habe und dadurch deutlich besser reagieren (oder auch nicht reagieren) kann.

Eine meiner Coachees, nach einem Walk and Talk- Coaching

Was mein Coaching schillernd und persönlich macht, liest du hier:

Kommunikation in der Sprache meiner Kundinnen

Während der Oberstufe gab ich Nachhilfeunterricht in Englisch und Französisch. Es gibt ja viele Nachhilfe-Oberschüler, die selbst ihr Thema super beherrschen, es aber nicht erklären können.

Um den Kindern auch die ungeliebte Grammatik griffig näherbringen zu können, musste ich sie mir selbst erst so erschließen, dass ich sie übers auswendig Gelernte hinaus verinnerlichte. Das ermöglichte es mir, sicher und in der Sprache „meiner“ Lernenden zu kommunizieren, und sie erzielten sagenhafte Erfolge. So kam ich überhaupt an den Französisch-Part: der Junge, dem ich in Englisch half, hatte sich in so kurzer Zeit so sehr verbessert, dass die Eltern mich für die Französisch-Nachhilfe der älteren Schwester anfragten.

Dienstleisterin aus Leidenschaft

Krankenkassen sind (oder waren zumindest während meiner Ausbildung) serviceorientiert. Ich liebte es, Menschen direkt zu beraten und ihnen Handlungsoptionen anzubieten. Ich fand oft, meine Kollegen machten Dienst nach Vorschrift, und das gefiel mir nicht. So schlich ich mich manchmal, wenn ein Kollege Mittagspause hatte, an dessen Platz, tat, als suchte ich etwas. Mitglieder, die kamen, beriet ich begeistert und freundlich.

Ehrlicherweise sagte ich, wenn ich nicht weiter wusste, und holte einen „fertigen“ Sachbearbeiter zu Hilfe.

Ich gebe meine Erfahrungen weiter

Ein Arbeitsplatz, den ich in einem großen Projekt mitentwickelt hatte, wurde real! Es ging bei der Rehabilitationsberatung um die betreuungsintensiven Krankheiten, denen in der üblichen Sachbearbeitung nicht gut genug entsprochen werden konnte. Wir Projektmitarbeiter:innen hatten über zwei Jahre Vorgänge analysiert und weitere Beratungs- und Hilfebedarfe ermittelt.

Um Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten besser zu verstehen, reisten wir in Kur- und Reha-Einrichtungen, um einiges am eigenen Leib oder als Hospitanten zu erleben. Also ähnlich wie bei der Nachhilfe: Dinge im wahrsten Sinne zu begreifen, für sich greifbar zu machen, ermöglicht mir einen ganz anderen Zugang.

Und durch dieses tiefe Verständnis kann ich ganz anders, sicherer und zielorientierter kommunizieren und helfen.

Mittlerweile profitiere ich von sehr vielen weiteren Erfahrungen, aus meinem beruflichen wie aus meinem persönlichen Werdegang. Aus allem, was mir widerfahren ist, lerne ich. Alles, was ich lerne, nutze ich. Alles, was ich nutze, gebe ich bei passender Gelegenheit an meine Coachees weiter.

Diplomatie und Psychologie in der Gastronomie

Die Gastronomie ist ein unglaublicher Pool von Möglichkeiten für Erkenntnisse. Beobachtungen von Kommunikationsstilen, Beziehungsdynamiken, Geschlechter- und Machtverhalten. Für psychologische und soziologische Beobachtungen gibt es fast nichts Besseres. Während meines Studiums arbeitete ich in der Gastronomie eines Golfclubs, in einer Cocktailbar und in einer Eckkneipe. Überall ist ein anderer Umgang gefragt.

Natürlich war immer ich es, die den Service machte, aber ich lebte je nach Publikum andere Facetten meiner selbst. Ich trat immer selbstbewusst, humorvoll, oft diplomatisch auf. Mit Charme und Nahbarkeit – wobei es dabei gilt, sicher auf dem schmalen Grat zu balancieren, um am späteren Abend bei steigendem Alkoholpegel einiger Gäste nicht in unangenehme Situationen zu geraten.

Aber auch hier, es fällt mir gerade auf, ist es eine Frage der richtigen Ansprache.

Unbedingte Lösungsorientierung

In meiner Zeit in einem großen Veranstaltungshaus war es mein Hauptanliegen, jede Veranstaltung meiner Kunden zur schönsten Veranstaltung zu machen, die im finanziellen und planerischen Rahmen möglich war.

Jedes Haus zeigt Grenzen auf, einiges ist gesetzlich nicht erlaubt, wieder anderes übersteigt den finanziellen Rahmen der geplanten Veranstaltung. Es war mir fast ein Sport, aus dem vereinbarten Budget das Optimum herauszuholen, und ich fand immer Möglichkeiten, an den weniger sichtbaren Stellen etwas einzusparen und die Mittel lieber an den Punkten einzusetzen, wo nachhaltige Erinnerungen entstehen.

Dabei hatte ich mit vielen unterschiedlichen Abteilungen und externen Dienstleistern zu tun, und mit allen ging es – du ahnst es – um die richtige Kommunikation. Hier etwas derber, dort etwas feiner. Aber immer darauf gerichtet, alle Hürden zur Zielerreichung zu überwinden.

Menschenfühlig Konflikte lösen

Meine feinen Antennen für Menschen lassen mich Konflikte erkennen, die aus Unausgesprochenem entstehen. Ich möchte dir hier eine kleine Anekdote aus der Zeit im Veranstaltungshaus erzählen:

Ein in in Köln ansässiges Unternehmen, das sehr hochwertige Produkte vertreibt, war zur Veranstaltung und deren Vorbereitung angereist. Im Vorwege war die Kommunikation zwischen mir und der Kundin reibungslos und freundlich, doch am Veranstaltungstag sah ich sie und ihr Team immer missmutiger werden. Ich prüfte, wie weit wir als Gastgeber im Zeitplan waren, es lief alles reibungslos.

Ich sprach die Kundin darauf an, und sie fand unsere Leute so unfreundlich. Das überraschte mich, denn wir hatten einen Stab von wunderbaren und treuen Banketthelfern, mit denen wir – auch gerade wegen ihrer Freundlichkeit – sehr zufrieden waren. Dann dämmerte mir, was es sein konnte: ein kleiner Kulturschock! Und ich traf damit den Nagel auf den Kopf! Bei meiner Kölner Auftraggeberin werden auch um die kleineren Vorgänge mehr Worte gemacht. In Hamburg legen die Leute einfach los. Manchmal bestätigen sie mit „Läuft“ oder „Ok“. Nachdem das geklärt war, löste sich die Stimmung, und es wurde eine sehr schöne Veranstaltung. Ich war durchaus zufrieden mit mir.

Die eigene Persönlichkeit zeigen

In den unterschiedlichsten Bereichen der Assistenz, unabhängig von Unternehmensthema und -bereich, geht es immer um Dienstleistung und um Kommunikation. Ob ich nun verhandeln, organisieren, diskutieren musste, es waren immer Aufträge, die ich ausführte und mit meinem Wesen ausfüllte. Und jeder Auftrag ist durch persönliche und einfühlsame Kommunikation einfacher.

In allen Teams, bei allen Vorgesetzten, war es mir wichtig herauszufinden, wie ich am besten mit den Menschen spreche, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erarbeiten.

Meine Sprache ist offen, teils sehr direkt, meine Beschreibungen teils sehr individuell. In einem früheren Arbeitsumfeld setzte die Vorstandssekretärin eine meiner Assistenzkolleginnen auf mich an, sie solle mir doch bitte nahelegen, meine Mails nicht SO zu schreiben, sondern anders.

Die beobachtende Kollegin, mit der ich befreundet war, gestand mir später lachend, sie habe über einen Zeitraum alle Mails von mir, die durch ihre Hände gingen, besonders genau gelesen. Anschließend habe sie zu der Vorstandssekretärin sagen müssen, dass meine Ausdrucksweise unkonventionell und teilweise persönlich sei. Dabei sei ich aber nie grenzverletzend gewesen, und meine Umgangsformen ließen an keiner Stelle zu wünschen übrig.

Ja, ich gebe zu: ich kann speziell sein. Aber das bist du auch! Und wenn es passt, sind wir miteinander richtig gut!

Die richtigen Fragen stellen

Coach wurde ich unter anderem wegen meiner Kommunikationsliebe. Ich spüre mein Gegenüber, und ich fühle fast körperlich, wenn etwas Gesagtes nicht stimmt. Oft weiß es die Coachee (oder der Coachee – auch mit Männern hatte ich schon tolle Durchbrüche!) selbst nicht. Mit den richtigen Fragen treffe ich genau die unbequemen Punkte. Ich provoziere meine Coachees zu hinterfragen, was sie hier und dort sagen. Oft bringe ich sie zum Lachen, wenn sie merken, dass sie mich nicht hinters Licht führen können.


Coaching ohne Humor ist witzlos.

Frauke Narjes, Senior Coach bei der coaching-akademie in Hamburg

Mit gewachsener Erfahrung im Coaching bleibt die Freude am Fragen – ich liebe es einfach, mein Gegenüber zu verblüffen, leicht zu irritieren, zum Innehalten zu bringen. Menschen, die mich länger kennen, sagen immer wieder, ich gehörte eigentlich mit einem Sparringspartner auf eine Bühne.

Im weitesten Sinne ist das so auch eingetroffen: Im Coaching werfen meine Coachee und ich uns die Bälle zu. Im Fragen-und Gedanken-Pingpong entsteht etwas Neues. Wenn es richtig läuft, können es – etwas zeitversetzt – mit Fortschreiten des Coachingprozesses auch die Menschen im Umfeld der Coachees bemerken.

Was mich als Mensch und Coach sonst noch ausmacht:

  • Ich liebe Menschen
  • Ich bin immer ich selbst
  • Geschichtenerzählen ist meine Passion
  • Ich arbeite gern mit starken Bildern und Metaphern
  • Mein Humor ist speziell und mitreißend: ein Dozent in England, über mich: „You can’t be German. Germans have no sense of humour whatsoever!“
  • Meine Präsenz wirkt auf die meisten Menschen positiv und stärkend

Na, hast du Lust auf eine Sparringsrunde?

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