Die Romanautorin Petra Pflaum-Heinz lächelt vor einem natürlichen Hintergrund in die Kamera. Ihre Bluse ist pink, und im selben Pink befindet sich links oben im Bild ein Banner mit der Aufschrift: Petra Pflaum-Heinz: Warum ich nicht liefern muss.

Petra Pflaum-Heinz: Warum ich nicht liefern muss

Diesen Beitrag zu meiner Blogparade Einen Scheiß muss ich! hat Petra Pflaum-Heinz auf LinkedIn veröffentlicht. Petra ist Romanautorin ohne eigenen Blog. Ich finde, alle Beiträge, die zur Blogparade geschrieben wurden, sollen auch außerhalb von LinkedIn zugänglich sein. Deswegen findest du hier Petras Originaltext, unverändert, so wie sie ihn geschrieben hat.

Ich freue mich sehr, mit jedem Artikel wieder neue Aspekte zur Blogparade geliefert zu bekommen. Bei Petra Pflaum-Heinz geht es um das Marketing im Selfpublishing – und natürlich, was in diesem Bereich vermeintlich alles muss. Hier liest du Petras Betrachtungen und wie sie mit all den Müssens umgeht.

Einen Scheiß muss ich!

Dieser Satz, den ich als Thema der Blogparade von Silke Geissen „Einen Scheiß muss ich“ gelesen habe, klingt zunächst ziemlich heftig. Er hat jedoch seinen Reiz. So gerade heraus, wie er ist, spricht er mich an.

Denn sofort ist mir klar: Ich muss ganz schön viel. Der Satz ist im Grunde ein kleiner Akt der Befreiung mitten in dem Druck, den ich als Romanautorin manchmal erlebe. Das ist ein klares, fast trotziges Nein zu dem ganzen Muss-Katalog, den ich mir aufgebaut habe.

Gerade jetzt, da mein vierter Roman „Der Fliegenwedel“ frisch veröffentlicht ist, stecke ich mitten in dem Karussell, das sich um Sichtbarkeit, Reichweite und Vermarktung dreht. Ich muss liefern.

Foto des neues Buches von Petra Pflaum-Heinz: "Der Fliegenwedel"
Foto von CR-Fotografie by Claus Riegl

Ich muss:

  • sichtbar sein, mich zeigen, präsent sein. Dabei will ich eigentlich nur schreiben. Zwei Jobs, die sich ständig um dieselbe Zeit streiten.
  • mich vermarkten. Marketing ist für mich wie eine Fremdsprache, die ich nie freiwillig gelernt hätte. Mich selbst zu „verkaufen“ fühlt sich fremder an, als jede Romanfigur zu erfinden.
  • perfekt sein. Lektorat, Cover, Buchsatz, jedes Komma – als Selfpublisherin bleibt am Ende alles bei mir hängen. Kein Verlag, der im Hintergrund abfedert, wenn ich einen Fehler übersehe.
  • funktionieren und zwar jetzt, wo alles gleichzeitig passiert. Nach der Veröffentlichung bin ich ziemlich geschafft. Aber eine Pause, durchatmen, gibt es nicht.

Und ich frage mich: Wirklich? Muss ich?

Petra Pflaum-Heinz, nachdenklich in ihrer Tür, vor ihr Rispenhortensien.
Foto von @Karina Schuh

Nein, ich muss nicht: Ich kann, ich darf

Das ist mir mehr und mehr klar geworden. Mein Schreiben selbst gehört überhaupt nicht unter einen „Muss“-Punkt. Es ist da, bevor ich darüber nachdenke, es kommt einfach. Das ist der Teil an meiner Arbeit, der nie Pflicht war und es auch niemals sein wird.

Und je länger ich darüber nachdenke: Ich bin ziemlich frei. Ich darf meine Geschichten mit anderen teilen. Ich will das ja auch. Und wie ich das mache, mit welchem Tempo, mit welcher Stimme, laut oder leise, das entscheide allein ich. Ich muss nicht jeden Trend mitmachen, nicht auf jeder Plattform tanzen, muss kein schlechtes Gewissen haben, egal was andere meinen, was ich müssen sollte.

Am Ende muss niemand irgendetwas. Man muss sich dessen nur bewusst sein.

Ich lehne mich also entspannt zurück: Manches muss ich. Vieles will ich. Und einiges lasse ich einfach sein. Ich darf, ich will, ich kann und ich bin frei in meinen Entscheidungen. Einen Scheiß muss ich … passt also. Voll und ganz.

Wer hinter diesen Zeilen steht

Ich bin Petra Pflaum-Heinz und seit einigen Jahren mit Begeisterung Romanautorin. Meine Geschichten beruhen auf wahren Begebenheiten. Sie kreisen um Themen wie Freude, Liebe, Verlust, Trauer. Themen, die uns alle betreffen. Das Schreiben ist für mich eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Leben. Ich möchte genau hinsehen und verstehen, was die Menschen bewegt, den Dingen auf den Grund gehen. Mich interessiert die Geschichte hinter der Geschichte.

Danke an Silke Geissen für die Idee zu dieser Blogparade. So ein Thema hätte ich mir sonst wahrscheinlich nie gestellt.

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