Newsletter #76: Alles zu viel und Mut zur Lücke

Hallo
liebe Leserin,

mit dieser
Mail tat ich mich
schwer. Auf dem Weg, dir
etwas zu bieten, habe
ich so viel ins Unreine
geschrieben, dass es für
mehrere Wochen reichen
würde, aber es passte
alles nicht. Es ist
immer noch viel, und die
Mail kommt ausnahmsweise
am Samstag. Anscheinend
wil ich dir viel
mitteilen: Mir ging das
Wort GENUG
durch den Kopf und ließ
mich nicht los:

Jedes Jahr
im Februar packt mich
die Lust, alles sauber
und klar zu bekommen.
Spinnennetze aus Ecken
zu fegen, Schuhe und
Fenster zu putzen.
Pflanzen abzuwaschen und
in neue Erde zu setzen,
Ungenutztes
rauszuwerfen.
In diesen Tagen
verlassen viele Dinge
das Haus, via Mülltonne,
Recycling,
Verschenkekiste. Und
jeder verabschiedete
Gegenstand
erleichtert mich.

Kennst
du das? Das
Februar-Licht macht
etwas mit uns, verleiht
uns Energie und einen
scharfen Blick (und
lässt uns die vorher
gnädig von der
Dunkelheit versteckten
Ecken deutlichst
sehen!). Heute holte ich
im Keller eine Vase für
den Tulpenstrauß, den
ich mir vom Markt
mitgebracht hatte. Und
sah auf einen Blick
mindestens fünf Vasen
und Windlichter, die ich
sofort weggeben kann. So
geht es mir gerade mit
vielem.

Da ist so
viel mehr in den
Schränken als nur GENUG.

Erstaunlich,
dass ich nach Jahren
(mit mehr oder weniger
Nachdruck) auf dem Weg
zu meiner eigenen
Interpretation von gemütlichem
Minimalismus
immer noch so vieles
finde, das weg kann. Mit
jeder Schicht von Zeug
fördere ich weiteres
zutage. Und wundere
mich, dass ich immer
noch nicht vor leeren
Schränken sitze.
Wahrscheinlich habe ich
mittlerweile ultrastarke
Loslassmuskeln.

Beim
Aufräumen meines Laptops
ist es das Gleiche: ich
lösche Mails um Mails
und fand doch in den
letzten Tagen Unmengen
an Aufzeichnungen.
Aufzeichnungen von
Webinaren, Coachings,
Vorträgen,
Speaker-Festivals.
Aufzeichnungen von
Veranstaltungen, die
liefen, während ich
anderen Veranstaltungen
folgte. Wann
ich mir wohl
vorgestellt hatte,
diese Aufzeichnungen
alle zu
„abzugucken“?

Lebensmittelvorräte
brauche ich
auf und
kaufe nach
Möglichkeit nicht
sofort Nachschub.
So handhabe ich
es mit vielen meiner
Besitztümer, auch mit
den Aufzeichnungen.
Viele davon habe ich
sogar bezahlt!
Erstmal
sehen, womit sich
noch etwas anfangen
lässt: Vieles
hat sich überlebt, weil
ich auf einem
fortgeschritteneren
Stand der Business- und
Persönlichkeitsentwicklung
bin. Anderes ist den
Speicherplatz nicht
wert, den es belegt. Und
während ich
entscheide, was mir
dient, kommen
unablässig neue
Einladungen
zu (kostenpflichtigen)
Vernetzungen, Teilnahmen
woran auch immer,
Halbjahres- oder
Jahresbegleitungen. Und
wenn ich sie verpasse,
bekomme ich Aufzeichnungen.
In der VIP-Edition
mit
Zugriffsrecht
für 300
Jahre!
NEIN! Vielen Dank! Es
ist GENUG!

Von
vielem habe und bin ich
schon GENUG.
Das einzig Begrenzte ist
die Zeit, die mir zur
Verfügung steht. Die
will ich mir einteilen.
Und sie mit Menschen und
Tätigkeiten verbringen,
die mir gut tun.

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